Tuesday, December 6, 2022
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Versorgungsblockade von 2500 iranischen Dissidenten im Camp Liberty ist Folter und schleichender Völkermord

DSFI-Prässeerklärung – 17.07.2015

Mit Entsetzen hat das Deutsche Solidaritätskomitee für einen Freien Iran ( DSFI) zur Kenntnis genommen, dass der Chef des so genannten “Sicherheitskomitees” für Camp Liberty, Faleh Fayyaz, seit dem 14./15. Juli eine Blockade des Lagers in Bezug auf  lebensnotwendige Versorgung befohlen hat. Es ist bei knapp 50 Grad Außentemperatur eine menschenverachtende Anweisung, die Einfahrt von LKW’s in das Lager zu verhindern. Kein (Diesel-)Öl, kein Benzin,

keine Lebensmittel und keine Medikamente erreichen das Lager. Die Temperaturen in den Blechcontainern können nur durch Klimaanlagen erträglich gemacht werden. Doch das dazu notwendige Öl kommt nicht mehr an, der nötige Strom kann nicht mehr mit den ölbetriebenen Generatoren erzeugt werden. Aber die Zufuhr von Lebensmitteln und Medikamenten zu blockieren, ist eine Anweisung, die die Bewohner schwer belastet und viele von ihnen in Lebensgefahr bringt..

In dieser Woche wollen Teile der irakischen Armee sowie schiitische und iranische Milizen die ISIS-Terroristen aus der direkt am Flughafen von Bagdad beginnenden Provinz Al Alabar vertreiben.. Die Kämpfe und Truppenbewegungen spielen sich in direkter Nähe von Camp Liberty ab und steigern die Gefahr eines erneuten Angriffes auf das Camp.

Die Blockade des Camps ist jedoch noch brutaler als jeder Raketenangriff, denn sie zielt darauf, die Bewohner langsam zu vernichten. Hiermit wird nicht nur internationales Recht gebrochen, hier wird verdeckt Massenmord betrieben.

Wir fordern gemeinsam mit allen internationalen Unterstützern der Bewohner von Camp Liberty, dass die Blockade sofort aufgehoben und die Versorgung dieser unbewaffneten und schutzlosen Menschen sichergestellt wird. Der Irak ist völkerrechtlich verpflichtet, solche Maßnahmen der eigenen Soldaten und “Sicherheitskräfte” zu unterbinden. Wird dies unterlassen, machen sich die offiziellen Vertreter der Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig. Der internationale Gerichtshof muss ermitteln und sofort auf alle UN-Organisationen am Ort einwirken, die verbotene Blockade zu unterbinden.

Vorsitzender: Otto Bernhardt