Saturday, December 10, 2022
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Volksmudschahedin: Das iranische Regime baut unterirdische Atomanlage

Pressekonferenz in Paris

Paris. baz. Iran baut nach Angaben der iranischen Volksmujaheddin (Nationaler Widerstandsrat, NWRI) seit einem Jahr an einer bisher unbekannten unterirdischer militärischen Atomanlage. Das streng geheime Zentrum liege fünf Kilometer südlich der Urananreicherungsanlage Natans, teilte die Organisation am Donnerstag in Paris mit. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA wollte den Bericht zunächst offiziell nicht kommentieren.

Der NWRI hatte im März 2003 Geheimdienstinformationen veröffentlicht, die darauf hinwiesen, dass der Iran bei Lavisan-Schian eine bis dahin geheime Atomanlage unterhielt. Nach der Aufsehen erregenden Enthüllung räumte die Regierung in Teheran die Labore und riss den Gebäudekomplex vollständig ab. Ausserdem entfernte man das Erdreich an der Oberfläche um mögliche Spuren von Radioaktivität zu beseitigen. Das iranische Verhalten schürte den Verdacht, dass Teheran Teile seines fast 20 Jahre geheimen Atomprogramms weiter vor der Welt verbergen wolle.

Nach Angaben der Volksmujaheddin vom Donnerstag liegt die jetzt entdeckte Anlage rund 120 Kilometer nördlich von Isfahan. Sie werde derzeit mit der Anlage von Natans durch Tunnel verbunden. Zwei Eingänge mit sechs Metern Durchmesser in zwei benachbarten Bergen führten zu der neuen Kernanlage, sagte Mehdi Abrichamtschi von den Volksmujaheddin.

In einem halben Jahr in Betrieb: Die Anlage solle in einem halben Jahr in Betrieb gehen. Sie werde vermutlich einen Teil der Urananreicherung von Natans sowie zusätzliche Aufgaben auf dem Weg zur Atombombe übernehmen. Verantwortlich für den Bau seien die Omran-Kompanie und die Hara-Kompanie der Revolutionsgarden, die schon früher Tunnel für ballistische Raketen und Atomanlagen geschaffen hätten. Der General Sadrollah Purbarat sei alle zwei Wochen vor Ort.

Die Volksmujaheddin haben nach eigenen Angaben seit 1991 rund 20 iranische Anlagen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA bekannt gemacht, darunter die Anreicherungsanlage Natans. Die Existenz der Anlagen sei anschliessend mit Hilfe von Satelliten bestätigt worden. Die Organisation forderte verschärfte Sanktionen, um eine atomare Bewaffnung Irans zu verhindern.

Informierte Kreise bei der IAEA meinten am Donnerstag, die Atombehörde könne erst handeln, wenn ihr konkrete Informationen über die Vorwürfe der Volksmujaheddin vorlägen. Iran hatte Anfang dieses Jahres die Umsetzung des so genannten Zusatzprotokolls mit der IAEA ausgesetzt. Dieses hätte der Wiener Atombehörde die Untersuchung der Vorwürfe ohne ein besonderes Genehmigungsverfahren erlaubt.