Monday, January 30, 2023
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Was kann gegen die Zensur im Internet durch das iranische Regime unternommen werden

Mitglieder des NWRI
NWRI – Das iranische Regime hat sich lange damit abgemüht, den Zugang zum Internet zu beschränken, damit sein Zensurapparat glatt funktioniert.
Welchen Schaden das Internet gegen ihr brutales Regime anrichten konnte, hatten sie ja gesehen, als sich im Jahr 2009 Bilder und Videos der Gewalt des Regimes gegen friedliche Demonstrierende wie Viren in sozialen Medien  ausbreiteten.

In den letzten Jahren haben sich die Dinge für die Mullahs noch verschlimmert mit der gewachsenen Popularität von Anwendungen für sichere und verschlüsselte Botschaften (d.h. Telegram und Whatsapp), die es den Regierungen erschweren, den Internetverkehr einzelner Personen zu überwachen.
Ein neuer Bericht der Koalition der iranischen Opposition, des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI) wirft ein Licht auf die verzweifelte Kampagne des Regimes, seine Ausrüstung für Beaufsichtigung und Zensur anzupassen, um in Zeiten zu überleben,  wo das Internet so selbstverständlich ist.
Der Bericht unter der Überschrift „Iran: Cyber Repression: How the IRGC Uses Cyberwarfare to Preserve the Theocracy” (Cyber-Repression im Iran: Wie das IRGC Cyber-Kriegführung benutzt, um die Theokratie zu bewahren) macht deutlich, wie das Regime verdeckt und offen seine Bürger ausspioniert und in den sozialen Medien Propaganda verbreitet.
Der   NWRI hat auch eine Liste der Variationen der Telegram App, die vom Regime entwickelt wurden, aufgestellt und zur Verfügung gestellt, die als Versionen in Farsi propagiert werden und die  die Öffentlichkeit herunterladen soll, damit die Internetaktivität ausspioniert, Aktivisten identifiziert und festgenommen werden und Schadsoftware eingeschleust werden können, die die Benutzer daran hindert, Zugang zu Kanälen der Opposition zu bekommen.
Die am häufigsten heruntergeladene unter den Apps des Regimes  ist Mobogram, entwickelt von Hanista, einer Tarnfirma des Corps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC).
Das Regime hat sogar den Verkehr auf der offiziellen Telegram App blockiert oder verlangsamt, um die Menschen zu zwingen, ihre Versionen herunterzuladen.
Das Regime hat besonders Telegram im Visier, weil es mehr als 40 Millionen Benutzer im Iran hat und von den Protestierenden bei den Aufständen von Anfang 2018 häufig benutzt wurde.
Das Regime konnte seine mit Schadsoftware befallenen Apps sogar in Google Play und in den App Store von Apple hinein bugsieren, obwohl das in beiden Stores die Vereinbarungen zur Benutzung verletzt. Google hat sie inzwischen identifiziert und beseitigt, aber es gibt mehr davon.
Alireza Jafarzadeh, stellvertretender Direktor des Büros des NWRI in Washington, erläutert: „Derzeit arbeitet das iranische Regime vorerst hart daran, den Erfolg dieser Apps bei den Menschen im Iran zu testen. Wenn man dem nicht entgegenwirkt, werden die nächsten Opfer die Menschen in anderen Ländern sein“.
Jafarzadeh ergänzt, dass die Stelle, die mit dieser Überwachung beauftragt ist, die gleiche ist, die mit der Cyber-Kriegführung gegen den Westen beauftragt ist.
Was kann jetzt getan werden?
Es ist unwahrscheinlich, dass das iranische Regime eine vollkommene Schließung des Internets vornimmt, weil sie Rückwirkungen auf ihre Wirtschaft, die ja jetzt schon bankrott ist, fürchten. Damit würden soziale Unruhen weiter angeheizt. Darum versuchen sie die Kontrolle mit Cyber Spionage aufrecht zu erhalten.
•    Die Gemeinschaft der damit befassten Techniker muss mit den Regierungen zusammenarbeiten, um den Zensurbemühungen des Iranischen Regimes entgegenzuwirken.

•    Die Internet Service Provider sollten mit dem Iranischen Widerstand zusammenarbeiten, um die Tarnfirmen und Entwickler zu identifizieren, die im Namen des iranischen Regimes schädliche Apps produzieren und verbreiten.

•    Alle App Stores müssen die Apps auf ihren Seiten untersuchen und mit Schadsoftware befallene Apps, die vom NWRI herausgefunden wurden, beseitigen.

•    Telegram sollte Entwickler des iranischen Regimes nicht mehr zu seiner Programmierer-Schnittstelle zulassen, damit sie nicht mehr Versionen, die mit Schadsoftware befallen sind, herstellen können.