
Im Iran sterben einige verletzte Demonstranten, weil ihnen angemessene medizinische Behandlung vorenthalten wurde
Nach von Menschenrechtsgruppen wie dem „Wächter über die Menschenrechte im Iran“ („Iran HRM“) veröffentlichten Berichten haben einige Personen, die während der iranischen Demonstrationen des Novembers verletzt worden waren, wegen Vorenthaltung medizinischer Behandlung ihr Leben verloren.
Während der Demonstrationen im November setzten die iranischen Sicherheitskräfte tödliche Munition ein, um Demonstranten zu töten. Nach Berichten, die von der führenden Gruppe der iranischen Opposition, der Organisation der Volksmojahedin (PMOI, Mujahedin-e Khalq oder MEK), veröffentlicht wurden, wurden mehr als 1500 Demonstranten getötet, 12000 verhaftet und 4000 verletzt.
#IranProtests: Some Injured in November #Uprising Passed Away in #Iran https://t.co/lA0magOVFZ
— NCRI-FAC (@iran_policy) January 30, 2020
In seinem Bericht präsentiert „Iran HRM“ drei schockierende Fälle von verletzten Demonstranten, die am Ende ihr Leben verloren.
„Amir Ojani, Vater von vier Kindern, war während der Demon-strationen des Novembers 2019 im Iran von den Sicherheitskräften verwundet worden. Er starb an einer Infektion. Man hatte ihm am 19. November in der Teheraner Vorstadt Aryashahr ins Bein geschossen; er wandte sich aber, um der Verhaftung zu entgehen, an kein Krankenhaus. Nach einigen Tagen brachte seine Familie, während sein Zustand immer schlimmer wurde, zu mehreren Krankenhäusern Teherans, darunter dem Firouzgar-Krankenhaus. Doch sämtliche Krankenhäuser verweigerten wegen der von einem Gewehrgeschoß hervorgerufenen Wunde die Aufnahme. Das Personal sagte seinen Angehörigen, die Behörden hätten angeordnet, es sei niemand wegen einer Geschoßwunde aufzunehmen. Am Ende nahm ihn ein privates Krankenhaus auf, doch die Wunde entzündete sich, und endlich, am 10. Januar 2020, verlor er sein Leben.“ So weit der Bericht von dem ersten Opfer.
Wounded #Iranian protester, Amir Ojani, passed away from an infection on January 10. Amir was shot in the leg during Tehran’s #IranProtests on Nov. 19. Many protesters were arrested in hospitals. #Iran https://t.co/R1hCLQJmqj pic.twitter.com/kHoWMpELi2
— IRAN HRM (@IranHrm) January 28, 2020
„Ein anderer Fall: Reza Abbassi war vor mehr als zwei Monaten während der November-Demonstrationen in Isfahan durch einen Schuß verwundet worden; vor drei Wochen verlor er wegen Entzündung seiner Wunden das Leben. Herr Abbassi kam aus dem Dorf Arab Famour in der Nähe von Kazerun, in der südlichen Provinz Fars; er wurde dort ohne eine Trauerfeier, doch im Beisein wachsamer Sicherheitsbeamter, beigesetzt“ – so der Bericht in seiner Beschreibung des zweiten Falles.
A wounded #Iranian protester, Reza Abbasi, passed away from an infection 3 weeks ago. Reza was shot during #IranProtests in Isfahan on Nov. 19. Many protesters were arrested in hospitals. pic.twitter.com/oTSiZRUtOz
— IRAN HRM (@IranHrm) January 27, 2020
Und noch ein Fall: „Iran HRM“ beschreibt den Fall eines weiteren Opfers namens Mohammad Maleki, 23 Jahre alt, der im Januar an einer schweren Verletzung starb.
„Mohammad Maleki erlitt am 16. November 2019 eine Schußwunde; die Sicherheitskräfte hatten ihn während der das ganze Lande überziehenden Demonstrationen in Teheran angeschossen. Der von dem Geschoß angerichtete Schaden führte zu einer Lähmung; in kritischem Zustand gelangte er in ein Krankenhaus. Doch Anfang Dezember wurde Mohammad Maleki aus dem Krankenhaus entlassen; am 6. Januar starb er. Er war ein Straßenhändler und zwei Monate vor seinem Tod zum Vater geworden. Zu seiner letzten Ruhe wurde er auf einen Friedhof des Teheraner Bezirks Baharestan gebracht“ – so der Bericht.
Mohammad Maleki, 23, a wounded protester passed away on Jan 6 from the severity of his wounds. He became a father two weeks before his death. He was a street peddler and was shot by security forces during the November 2019 #IranProtests in Tehran.https://t.co/Gc56YSIoDL pic.twitter.com/yzBtVrQPG8
— IRAN HRM (@IranHrm) January 29, 2020
Frau Maryam Rajavi, die gewählte Präsidentin des Nationalen Wider-standsrates des Iran (NWRI), hat dazu erklärt: „Das Verbrechen gegen die Menschlichkeit, das im November mit einem Massaker an unbewaffneten, wehrlosen Demonstranten begann, wird mit willkürlichen Massenverhaftungen, Folter und gewaltsamer Verfügung über Häftlinge fortgesetzt, außerdem durch Schikanierung tausender von Familien, die man über das Schicksal ihrer Kinder im Dunkeln läßt, außerdem durch Abbruch der Kommunikation und Blockierung von Nachrichten. Das Regime versteht Schweigen und Tatenlosigkeit als grünes Licht, seine Verbrechen gegen die Menschlichkeit fortzusetzen und noch zu steigern.“
„Ich fordere die internationale Gemeinschaft auf,“ – so schließt Frau Rajavi – „dringend zur Beendigung der Tötungen im Iran tätig zu werden. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen muß dies Massaker, das schon 40 Tage lang anhält, zu einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit erklären, so daß die Verantwortlichen, darunter der Höchste Führer des Regimes, Ali Khamenei, sein Präsident Hassan Rouhani sowie andere Funktionäre vor Gericht gestellt werden. Ferner verlange ich die Entsendung einer Delegation der Vereinten Nationen in den Iran – zur Vermittlung dieses gewaltigen Verbrechens und zum Besuch der Verhafteten.“
The United Nations must immediately dispatch fact-finding missions to #Iran to investigate the scale of crimes against humanity and visit those arrested. And the world must recognize the Iranian people’s Resistance and uprising to overthrow the mullahs #IranProtests pic.twitter.com/4gaq2y85wD
— Maryam Rajavi (@Maryam_Rajavi) December 16, 2019
