Friday, December 2, 2022
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Welle von Verhaftungen unter den sozial und gewerkschaftlich Engagierten im Iran

NCRI – Nach dem verdächtigen Tod des gewerkschaftlich engagierten Herrn Shahrokh Zamani im Gohardasht-

(Rajai-Shahr-) Gefängnis von Karaj (nordwestlich von der iranischen Hauptstadt Teheran) berichten nun Menschenrechtsorganisationen von einer Welle von Protesten unter den gewerkschaftlich und sozial Engagierten.

Herr Shahraokh Zamani, der sich schon seit mehr als drei Jahren in Haft befindet, wurde am 13. September unter verdächtigen Umständen tot in seinem Gefängnisbett gefunden.

Menschenrechtsorganisationen und Gewerkschaften berichten, Herr Mahmoud Salehi, Gewerkschafter aus Sanandaj in der Provinz Kurdistan, sei am 16. September zu neun Jahren Schwerarbeit verurteilt worden. Man warf ihm die Teilnahme an „Gruppen, die gegen das System kämpfen und es verunglimpfen“ vor. Er wurde schon mehrere Male verhaftet und mit Gefängnis bestraft. Am 16. September begab sich Herr Salehi in das Gefängnis in Sanandaj, um sein Urteil in schriftlicher Form zu empfangen, doch das Büro erklärte nur mündlich, er sei zu neun Jahren Gefängnis verurteilt worden, und weigerte sich, ihm das Urteil in schriftlicher Form auszuhändigen.

Die Freunde von Herrn Salehi erklären, er leide akut an einer Nierenkrankheit – Resultat dessen, daß man ihm während seiner Haft im Mai medizinische Behandlung und Medikamente verweigert hatte. In seinem gegenwärtigen Zustand kann er Haft nicht ertragen – aufgrund des Nierenschadens, den er während der Haft im Geheimdienstgefängnis von Sanandaj erlitten hat. Er bedarf gegenwärtig zweimal in der Woche der Dialyse. Seine Freunde sagen, jedwede Folge erneuter Haft ginge auf das Konto des iranischen Regimes. 

Ähnlich wurde am 15. September Herr Ali Nejat, bekannter Gewerkschaftsführer in der Rohrfabrik von Haft Tapeh, festgenommen. Diese Fabrik liegt in der ölreichen Provinz Khuzestan, im Südwesten des Iran.

Das Haus von Herrn Nejati wurde von Geheimagenten überfallen und durchsucht; einige seiner Besitztümer, darunter sein Computer, wurden beschlagnahmt.

Herr Nejati ist der Generaldirektor der Gewerkschaft der Rohrfabrik von Haft Tapeh und wurde wegen seiner Tätigkeit schon des öfteren verfolgt und verhafte.

Es wird berichtet, Herr Ali Nejati leide an einer Herzkrankheit und werde behandelt; er sollte sich in der betreffenden Woche an seinen Teheraner Arzt wenden. Seine Haft würde seine Gesundheit ernsthaft beeinträchtigen.

Ähnlich wird von der Verhaftung einiger politisch engagierter Studenten an der Universität von Teheran sowie zwei weiteren Hochschulen Teherans, der Alameh Tabatabaei und der Khaje Nassir berichtet. Außerdem wurden zehn sozial Engagierte verhaftet.