Thursday, December 1, 2022
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Zweiter Protesttag an der Teheraner Universität

NWRI – Am Sonntag protestierten wieder 1.500 Studenten auf dem Kampus der Teheraner Universität.

Immer neue Teilnehmer gesellten sich zu der Protestaktion hinzu, deren Slogans gegen die Führer des Regimes gerichtet waren. Die Studenten skandierten: "Tod dem Diktator", "wir wollen keine Herrschaft, die sich selbst verherrlicht", "Wir wollen keine Polizei, die uns unterdrückt", "Mahmoud Ahmadinejad steht für Korruption und Diskriminierung" und "Die Studenten sterben lieber, bevor sie sich einschüchtern lassen".

Die Studenten boykottierten ihre Vorlesungen, nahmen auf dem Kampus an dem Protest gegen die Gefangennahme bzw. Vorladung ihrer Kommilitonen vor Disziplinkomitees der Universitätsverwaltung und gegen die Trennung von männlichen und weiblichen Studenten in der Mensa und in anderen öffentlichen Bereichen.
 

Wie bereits am Samstag kamen Sondereinheiten der Islamischen Revolutionären Garden (IRGC) zur Unterstützung der regulären Sicherheitsgarden des Kampus und, um die Demonstration durch den Einsatz von Wasserwerfern unter Kontrolle zu halten. Trotzdem durchbrachen die Studenten die Tore. Es kam zu Auseinandersetzungen mit den Sondereinheiten der IRGC und der SSF in den benachbarten Straßen.

Viele Studenten wurden verletzt und im benachbarten Krankenhaus behandelt. Der stellvertretende Kanzler der Teheraner Universität versuchte die Studenten mit Versprechungen zu beruhigen und ging auf ihre Forderungen ein. Er wurde jedoch durch die Studenten mit Angriffen auf seine Bodygards abgedrängt.

Die Studenten gingen in den späten Abendstunden auseinander, warnten aber die Behörden und die Leitung der Universität, dass sie die Aktion fortsetzen würden, wenn es keine Reaktionen auf ihre Forderungen gebe.