Tuesday, October 4, 2022
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Iran: Arbeiter und andere wirtschaftlich benachteiligte Gruppen setzen ihre Proteste und Streiks fort

Bildunterschrift: In Abadan, the workers of the municipality gathered for the second day in a row against the non-payment of their salaries of previous months
Bildunterschrift: In Abadan versammeln sich zum zweiten Tag in Folge Arbeiter der Gemeindeverwaltung gegen fehlende Lohnzahlen der letzten Monate

Aufstände im Iran  – Nr. 70

Am Freitag und Samstag (2-3. Februar 2018) gab es weitere Protestbewegungen von Jugendlichen, Arbeitern und anderen benachteiligten Gruppen im Iran.

3. Februar 2018:

1.    Die Geschäftsleute von Qazvin gingen wegen steigender Steuern und erhöhten Druck des Regimes in den Streik.

2.    Eine Gruppe von Arbeitern des petrochemischen Werkes Tondgouyan in Bandar Mahshahr traf sich vor dem Rathhaus, um gegen fehlende Zahlungen zu protestieren. Einige Tage zuvor sind die Arbeiter bereits in den Streik getreten.

3.    Die Vertragsarbeiter der Nationalen Iranischen Bohrfirma protestierten erneut. Auch hier geht es um fehlende Lohnzahlungen und Diskriminierungen zwischen ihnen und den Mitarbeiter mit festen Arbeitsverträgen.

4.    Eine Gruppe von Zuckerbeetzüchtern traf sich vor dem Sitz des Unternehmens Moghan Agro-Industrie Büro für Management und Finanzen, um gegen fehlende Lohnzahlungen zu protestieren.

5.    In Abadan trafen sich am zweiten Tag in Folge die Arbeiter der Gemeinde, um gegen fehlende Gehaltszahlungen der letzten Monate zu protestieren.

6.    Die Familien von MPS Patienten trafen sich vor dem Gesundheitsministerium in Teheran, um gegen die hohen Kosten für Medikamente zur Behandlung der Krankheit zu protestieren.

1.    Die arbeitslose Jugend von Agda in Ardakan (Provinz Yazd) traf sich vor dem Granulierungskomplex.

7.    Eine Gruppe von Ingenieuren mit Universitätsabschluß versammelte sich vor dem Wissenschaftsministerium in Teheran, um gegen die Abwertung ihrer Abschlüsse zu protestieren. Die Menschen kamen aus verschiedenen Bereichen des Landes, unter anderem aus Ilam, Ardabil, Hamedan, Alborz, Mazandaran und Markazi.

8.    Arbeiter des Firma für die Herstellung von Kleinsthäusern trafen sich in Teheran zusammen mit den Mitarbeitern der Busunternehmen in den Vorstädten und protestierten gegen die verzögerte Fertigstellung ihrer Häuser.

9.    Eine Gruppe von Bürgern aus Estahban (Fars Provinz) versammelte sich, um gegen das Abholzen von Bäumen im Morghak Touristenresort in Roniz zu protestieren.

10.    In Teheran traf sich eine Gruppe von ausgeplünderten Anlegern, um ihre Rechte einzufordern.

Am 2. Februar gab es folgende Protestaktionen:

11.    In Teheran trafen sich Bürger am Bridge College und in Vali Asr, um eine Demonstration abzuhalten. Dort waren Rufe wie „Chamenei, Tod für deinen Trick – Das Blut unserer Jugendlichen ist an deinen Händen“. Die Jugendlichen warfen Molotow – Cocktails, nachdem sie von Söldnern des Regimes angegriffen wurden.

12.    Die Menschen des vom Erdbeben gebeutelten Ortes Kohbonan in der Provinz Kerman protestierten gegen die leeren Versprechungen von Rouhani zur Untersuchung der betroffenen Erdbebengebiete. Sie brachen die Tür des Rathauses auf und stürmten das Gebäude. Sie trugen Banner mit der Aufschrift:“ Kohbonan braucht keine weiteren Lügen, wir wollen Taten sehen“ und „Wie kann man mit 35 Millionen Toman (7500 Dollar) ein Haus aufbauen?“ Der Vorfall fand statt, als der Innenminister Rahmani Fazli zu einem Ratstreffen in das Rathaus von Kohbonan kam. Rahmani Fazli verließ danach sofort den Ort. Die im Stich gelassenen Menschen dieser Region kämpfen gegen die Kälte und haben immer noch nicht die nötige Basisversorgung.

13.    Die Eisenbahnarbeiter in Varamin blockierten die Weichen der Eisenbahn und machten auf den Schienen einen Sitzstreik. Auch sie haben seit vier Monaten keine Gehälter bekommen.

14.    In Orumiyeh trafen sich 500 Menschen, deren Land von den Bassidsch konfisziert worden war, am Bassidsch Platz, um die Rückgabe ihres Landes einzufordern. Die Mullahs haben die Forderung dieser Menschen seit mittlerweile 16 Jahren ignoriert.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran
4. Februar 2018