Tuesday, November 29, 2022
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Stellvertretender Innenminister von Rohani gibt gezieltes Töten von Grenzhändlern zu

13 Jahre alter Junge stirbt wegen Transport von 20 Liter Benzin unter der Folter

 Der Brigadegeneral der Revolutionsgarden, Hossein Zolfaghari, der als stellvertretender Innenminister im Kabinett von Rohani fungiert, beschrieb die Nachrichten über das Ermorden von bitterarmen Grenzgängern als „irreführend“. Er nannte sie „Schmuggler“. Dann sagte Zolfaghari:“ Diejenigen, die erschossen werden, sind keine Grenzhändler. Grenzgänger verhalten sich anders als Schmuggler.

In der Nacht gibt es Leute, die eifrig über die Berge Güter aller Art schmuggeln. Die Grenzbeamten haben Anweisung, sie dabei zu stoppen. Wenn sie nicht reagieren, schießen sie in die Luft und manchmal hilft auch das nicht. Die Polizei, die Grenzbeamten und der Oberste Nationale Sicherheitsrat haben mehrfach betont, dass man nur in Ausnahmefällen schießt und wenn, dann mit der Vorgabe, so wenig Schaden wie möglich anzurichten.“ (staatliche Nachrichtenagentur ILNA, 5. November).

Zolfaghari war vorher Kommandeur der Grenzpolizei und direkt an der Ermordung einer großen Zahl von Grenzhändlern beteiligt.

Seine Aussagen kommen zu einer Zeit, wo Grenzhändler in regelmäßigen Intervallen durch direkten Beschuß der Revolutionsgarden ohne vorherige Ankündigung erschossen werden oder wo sie unter der Folter in Haft sterben. Im letzten persischen Kalenderjahr wurden allein mindestens 76 Grenzhändler erschossen. Der bisher letzte Fall der systematischen und fortgesetzten Verbrechen fand am 6. November statt, als der 13 Jahre alte Junge Rasoul Yousefi aus dem Qatour Bezirk nahe Khoy (Provinz West – Azerbaijan) von Grenzbeamten der Revolutionsgarden verhaftet und an einem Kontrollpunkt der Razi Grenze zu Tode gefoltert wurde, weil er einen 20 Liter Behälter mit Benzin bei sich hatte. Sein Tod trat ein, nachdem ihn ein Offizier so lange getreten hatte, bis er starb. Der Fall sorgte bei den Bürgern von Qatour für Empörung und Wut.

Zu den Grenzhändlern, die ermordet wurden, zählen ein 10 Jahre altes Kind, alte Frauen und Männer und Hochschulabsolventen. Sie werden ermordet, während die Revolutionsgarden, der Geheimdienstapparat des Regimes und diverse Sicherheitsorgane im Auftrag von Chamenei jedes Jahr Drogen im Wert von 25 Milliarden Dollar ins Land schmuggeln. Auf einer Pressekonferenz am 7. März 2017 deckte der iranische Widerstand auf, dass 90 Häfen, die 45% aller Häfen im Land ausmachen, für den Drogenhandel benutzt werden. Die meisten dieser Häfen sind unter der Kontrolle der Revolutionsgarden.

Das systematische Ermorden von Grenzhändlern und kleinen Geschäftsleuten im Grenzbereich ist dem stellvertretenden Innenminister von Rohanis Kabinett bekannt. Sie werden von den staatlichen Sicherheitskräften und dem Obersten Nationalen Sicherheitsrat befohlen. Dies zeigt, dass es egal ist, welche der Fraktionen im Iran an der Macht ist, alle von ihnen haben ihre Hände mit dem Blut der Arbeiter beschmutzt.

Der iranische Widerstand ruft alle Iraner, vor allem seine tapferen Jugendlichen, auf, Solidarität mit den Grenzhändlern und den Familien der Opfer zu zeigen. Wir rufen die internationalen Menschenrechtsorganisationen und die Organisationen für Arbeiterrechte auf, die Aktionen des klerikalen Regimes gegen iranische Arbeiter scharf zu verurteilen.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran
7. November 2017