Tuesday, February 7, 2023
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Wir ringen die Hände über Syrien, aber nicht über das Massaker an 52 Iranern

Weder das britische Außenamt noch das State Department der Vereinigten Staaten hat den geringsten Protest gegen die Rolle, die die Vereinten Nationen spielten, erhoben.

Von Christopher Booker; Quelle: SUNDAY TELEGRAPH
Am vorigen Sonntag, als die Welt sich auf die Aufregung konzentrierte, die auf die Ermordung von 1 400 Syrern durch Giftgas folgte, wurde erheblich weniger Aufmerksamkeit auf einen Vorfall verwendet, der sich im benachbarten Irak ereignete.

Dort drangen hunderte irakischer und iranischer Soldaten in die Überbleibsel einer einstmals hübschen kleinen Wüstenstadt ein: Ashraf, um dort 52 unbewaffnete iranische Dissidenten kaltblütig zu ermorden; vielen von ihnen legte man Handschellen an und schoß ihnen darnach in den Kopf.

Aus einem Grunde jedoch sollte diese Tragödie uns bekümmern: Dies Massaker, das direkt von dem Höchsten Führer des Iran, dem Ayatollah Khamenei, angeordnet worden war, ist nur die letzte Wendung einer weit älteren Geschichte, die verständlicherweise unser Außenamt zögern läßt, sich mit dem Verbrechen zu beschäftigen. Ich berichte hier seit langem von dem ungewöhnlichen Drama, wie die Bewohner Ashrafs furchtbar betrogen wurden, nicht allein von dem Premierminister des Irak Nouri al-Maliki, sondern auch von einem Mann namens Martin Kobler, der bis vor kurzem der persönliche Vertreter von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon im Irak war.

Kaum hatten die letzten Truppen der USA im Jahr 2009 den Irak verlassen, nicht ohne jedem einzelnen der Bewohner Ashrafs eine persönliche Schutzgarantie ausgestellt zu haben, da begann die Tragödie, geplant von ihren Feinden in Teheran, sich zu entfalten. Bei einem ersten Überfall auf Ashraf wurden 47 Personen getötet und hunderte verletzt. Darnach, im Jahre 2011, bewog Kobler 2 000 Bewohner Ashrafs mit trügerischen Argumenten zum Umzug in eine frühere Basis des US-Militärs namens Camp Liberty. Es stellte sich als schmutziges Gefängnis heraus; dort wurden dutzende weitere Bewohner getötet bzw. verletzt.

Am letzten Wochenende ordnete der Höchste Führer des Iran, in der Region der wichtigste Verbündete Assads, indem er sich die internationale Aufmerksamkeit auf Syrien zu Nutze machte, einen mörderischen Überfall auf Ashraf an. Er wurde von Qassem Suleimani, dem Kommandeur der iranischen Quds-Truppe, die an vielen Stellen des Nahen Ostens Terror-Verbrechen begangen hat, organisiert. Zwei Tage darnach bezeichnete er in einer Rede, in der er auch sagte: „Wir unterstützen Syrien bis zum Ende“, die Aktion in Ashraf als großen Erfolg. Während dieser furchtbaren Geschichte hat weder das britische Außenamt noch das State Department der Vereinigten Staaten den geringsten Protest gegen die ausführlich dokumentierte Rolle geäußert, die Herr Kobler darin spielte. Als ich im Februar dieses Jahres das Außenamt darüber befragte – soeben hatte der letzte Überfall auf Liberty sieben Tote hinterlassen -, konnte es nur antworten, alles, was Kobler im Irak getan habe, verdiene seine „volle Unterstützung“. Offensichtlich gehen hier weit mehr Dinge vor sich, als unsere Regierung zu erklären bereit ist.