
Am Montag, dem 6. Oktober 2025, erfasste eine gewaltige Protestwelle den Iran und offenbarte die tiefen und immer größer werdenden Risse in der Autorität des Regimes. Dies war kein Einzelfall, sondern ein landesweiter Aufruhr, der unterschiedliche Teile der Gesellschaft – von Rentnern und Ölarbeitern bis hin zu Bäckern und jungen Arbeitssuchenden – gegen einen gemeinsamen Unterdrücker vereinte. Die Ereignisse des Tages legten die drei Kernversagen der herrschenden Theokratie offen: systematische wirtschaftliche Ausplünderung, institutionelle Korruption, die Loyalität über Leistung stellt, und eine Außenpolitik, die im Ausland Milizen unterstützt, während die Bürger im Inland leiden.
Wichtige Wirtschaftssektoren durch Misswirtschaft gelähmt
Das wirtschaftliche Herz des Regimes wurde erschüttert, als offizielle Arbeiter des wichtigen Öl- und Gassektors im Süden des Iran gleichzeitig Kundgebungen abhielten. Vom Energiezentrum Asaluyeh bis zu den Offshore-Plattformen von Pars South protestierten Arbeiter gegen diskriminierende Löhne und Vernachlässigung durch die Manager. Dies zeigt, dass die Unruhen die Kerneinnahmequelle des Staates erreicht haben.
More footage of the protest rally by bakers in Saveh.#IranProtests pic.twitter.com/pCklMAHo32
— People’s Mojahedin Organization of Iran (PMOI/MEK) (@Mojahedineng) October 6, 2025
Diese Krise erfasst die grundlegendsten Ebenen der Wirtschaft. In Saveh versammelten sich Bäcker vor dem Gouverneursbüro und erklärten, die lähmende Inflation und die Streichung staatlicher Subventionen würden sie in den Bankrott treiben.
In Kermanshah protestierten städtische Fahrer, nachdem die Behörden ihre Gehälter plötzlich um drei Millionen Toman gekürzt hatten. Diese Maßnahme kommt korrupten Stadtbeamten zugute, während sie sich nicht einmal mehr die Instandhaltung ihrer Fahrzeuge leisten können. Die Unfähigkeit des Regimes, grundlegende Dienstleistungen bereitzustellen, wurde in Kermanshah noch deutlicher. Dort versammelten sich verzweifelte Bürger, die seit sieben Jahren auf die ihnen im Rahmen der „Nationalen Wohnungsbaubewegung“ versprochenen Wohnungen warten, und hielten Plakate hoch, die die gebrochenen Versprechen der Regierung symbolisierten.
Demonstranten greifen die IRGC und Insider des Regimes direkt an
Die umfassendsten und koordiniertesten Aktionen des Tages gingen von pensionierten Telekom-Mitarbeitern aus, die in mindestens zehn Provinzen gleichzeitig protestierten, darunter in Teheran, Isfahan, Chuzestan, Gilan, Kurdistan und Kermanschah. Ihre Parolen richteten sich direkt gegen die von der Regimeelite kontrollierten Wirtschaftsimperien: die IRGC Cooperative Foundation und das Hauptquartier zur Ausführung von Khomeinis Befehl (EIKO/Setad Ejraei), ein halbstaatliches Unternehmen unter der direkten Kontrolle des Obersten Führers. Die Rentner warfen diesen Institutionen die Plünderung ihrer Pensionsfonds vor und riefen Slogans wie: „Kein Land hat jemals solche Ungerechtigkeit erlebt!“
October 6—Ahvaz, southwest Iran
Retirees of the Telecommunications Company of Iran (TCI) gathered to protest years of injustice and corruption by the IRGC Cooperative Foundation, the Execution of Khomeini’s Order, and major shareholders.#IranProtests pic.twitter.com/jcqQq9bWay— People's Mojahedin Organization of Iran (PMOI/MEK) (@Mojahedineng) October 6, 2025
In Teheran drosselte die Korruption des Regimes derweil die Zukunft der iranischen Jugend. Im dritten Monat in Folge protestierten Bewerber um Lehrstellen gegen ein auf Vetternwirtschaft und Quoten basierendes Einstellungssystem. Nachdem Sicherheitskräfte sie daran gehindert hatten, vor dem Parlament zu protestieren, verlegten sie ihre Demonstration zum Bildungsministerium. Ihr zentraler Ruf brachte den tiefsitzenden Zynismus der Öffentlichkeit zum Ausdruck: „Wo bleibt die Gerechtigkeit im Islamischen Ministerium? “Ein frustrierter Bewerber bemerkte, dass von den versprochenen 30.000 Stellen nur 12.000 ausgeschrieben waren und die meisten davon über korrupte Quoten und nicht über Leistung besetzt wurden.
Die Nationale Sicherheitsfront: Die Öffentlichkeit lehnt die ausländischen Stellvertreter des Regimes ab
In Hamedan versammelten sich Bürger vor einer Universität gegen die Anwesenheit von Studenten der irakischen Hashd al-Shaabi-Milizen, was einen deutlichen Ausdruck der öffentlichen Wut über die Außenpolitik des Regimes darstellte. Die Demonstration war eine direkte Reaktion auf Berichte über eine Vereinbarung, Mitglieder der vom Iran unterstützten Stellvertretertruppe an iranischen Universitäten unterzubringen. Mindestens 95 von ihnen sind bereits eingeschrieben. Der Protest ist ein klares Zeichen der öffentlichen Ablehnung der Politik des Regimes, staatliche Ressourcen an ausländische Milizen zu leiten, während die iranische Bevölkerung leidet. Die Reaktion des Regimes war bezeichnend: Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer ein, um die Menge zu zerstreuen, die trotzig „Feigling, Feigling!“ skandierte.
October 6—Hamedan, western Iran
Citizens gathered outside a local university to protest the presence of students of the Tehran-backed Iraqi Popular Mobilization Forces (PMF/Hashd al-Shaabi) in Iranian universities, demanding their expulsion.
Regime security forces tried to… pic.twitter.com/HhD9zVt51l— People's Mojahedin Organization of Iran (PMOI/MEK) (@Mojahedineng) October 6, 2025
Die Ereignisse vom 6. Oktober waren keine Aneinanderreihung isolierter Beschwerden, sondern ein kraftvolles, einheitliches Urteil des iranischen Volkes über die Illegitimität des Regimes. Die Wut ist organisiert, weit verbreitet und durchdringt alle sozialen Schichten. Von der Forderung nach Brot und fairen Löhnen über Parolen gegen die institutionelle Plünderung durch die IRGC bis hin zur Ablehnung der ausländischen Stellvertreter des Regimes auf iranischem Boden ist die Botschaft einstimmig. Das iranische Volk sieht die herrschende Theokratie eindeutig als alleinige Ursache seines Leidens. Diese Proteste sind keine isolierten Hilferufe; sie sind der unleugbare Vorbote eines größeren nationalen Aufstands.
