Tuesday, November 29, 2022
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Die Volksmojahedin beschuldigen die Maliki-Regierung, sich dem Diktat des Irans zu beugen

Mohammad Mohaddessin Von Abdullah bin Ali,
Aljazeera.net

Paris – Die größte iranische Exilgruppe, die Organisation der Volksmojahedin Irans (PMOI) hat den Aufruf von Iraks Ministerpräsidenten Nouri al-Maliki, ihre Mitglieder im Camp Ashraf, 60 Meilen nördlich von Iraks Hauptstadt Baghdad, an einen anderen Ort zu verbringen, kritisiert.

Der Vorsitzende des Ausschusses der Organisation für Auswärtige Beziehungen, Mohammad Mohaddessin, hat Baghdads Versuch, die Mitglieder der Gruppe, bis zu 3.418 an der Zahl, zu vertreiben als “in der Tat gleichbedeutend damit, sich dem Diktat des Mullah-Regimes im Iran zu unterwerfen, und als eine Verletzung humanitärer Rechte, islamischer Werte und arabischer Sitten” bezeichnet.

In einem Exklusivinterview mit Aljazeera.net im PMOI-Hauptquartier in Auvers-sur-Oise nahe der französischen Hauptstadt Paris, wies der iranische Dissident Malikis Vergleich seiner Organisation mit der Arbeiterparetei Kurdistans in der Türkei zurück.

Flüchtlinge
Er bezeichnete die gegenwärtig in Camp Ashraf lebenden Menschen als politische Flüchtlinge, die in den letzten 23 Jahren mit offizieller Erlaubnis der legalen Autoritäten Iraks in diesem Land gelebt hätten. Sie haben seit der Zusammenziehung ihrer Waffen durch amerikanische Kräfte nach der Invasion im Irak keine Waffen mehr, sagte er.

Mohaddessin kritisierte, was er als Druck auf die Bewohner Ashrafs seit der Übergabe der Kontrolle Ashrafs von den amerikanischen Streitkräften an das irakische Militär im Januar bezeichnete. Er wies auf Angriffe der irakischen Streitkräfte auf ein Gebäude der Organisation hin, das am Eingang zum Lager liege, das praktisch für Besucher geschlossen worden sei, und sagte, dass irakische Behörden den Transfer von allen Materialien und Gütern nach Camp Ashraf mit Ausnahme von Wasser, Nahrung und Medizin verboten hätten.

In Reaktion auf Berichte über das Vorhaben der irakischen Regierung, die Bewohner Ashrafs in die Wüstenregion von al-Salman nahe der Grenze zu Saudi Arabien zu verlegen, sagte Mohadessin, dass das für seine Organisation “obsolut inakzeptabel” sei. Er sagte, das würde auch von Rechts- und Menschenrechtsorganisationen abgelehnt werden, die sich mit aller Kraft der Zwangsumsiedlung der Bewohner des Lagers innerhalb oder nach außerhalb des Iraks entgegenstellten.

Der iranische Oppositionelle stellte fest, dass das irakische Volk “von allen Ethnien und politischen Organisationen” sich gegen “jede Verletzung der Rechte der Bewohner Ashrafs” wenden würde. Er lobte die Positionen, die von Iraks früherem Ministerpräsidenten, Dr. Ayad Allawi, dem Führer der Iraqi National Dialogue Front, Dr. Saleh Mutlak, und dem schiitischen Geistlichen, Ayaad Jamaluddin, eingenommen worden seien, die alle die Maliki-Regierung aufgefordert hatten, ihre Versuche, das Lager zu evakuieren, einzustellen.

Eine Alternative
Gleichzeitiig betonte Mohaddessin, dass die PMOI keine Alternative zu Ashraf ins Auge gefasst habe und das auch nicht tun werde. Er wies darauf hin, dass die Führerin der Organisation, Maryam Rajavi, diesbezüglich einen Brief an den UN-Generalsekretär geschrieben und ihn daran erinnert habe, dass ihre Organisation die Lösung darin sehe, dass das Lager wieder unter den Schutz amerikanischer Truppen im Irak gestellt werde.

Der PMOI-Sprecher wies die Behauptung zurück, dass der Irak irgendeinen Vorteil davon haben würde, wenn er die Mitglieder der Oerganisation ausweise, und sagte, das letzte Ziel “ist die Konsolidierung der Oberherrschaft der Mullahs über den Irak und die Ausdehnung ihres Einflusses auf die gesamte Region”.

Er sagte, dass seine Bewegung, die 1965 gegründet wurde, ihre politische Opposition gegen das Prinzip der ‘Velayat-a Faqih’ (der absoluten Herrschaft der Geistlichkeit) fortführen und auch weiter zur Etablierung eines demokratischen und pluralistischen Regierungssystems im Iran aufrufen werde.
Er wies auch vehement die Möglichkeit von Beziehungen zu oder einer Koalition mit Reza Pahlevi, dem Sohn von Irans früherem Schah, zurück, der auch zum Sturz des gegenwärtig im Iran herrschenden Regimes aufruft. Das Führungsmitglied der PMOI verwies auf die Schlüsselrolle seiner Bewegung in der Revolution von 1979, die, wie er sagte, das Land von einer faschistischen Monarchie befreit habe. (Erschienen am 27. März 2009)