Saturday, December 10, 2022
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Iran: Sanktionen könnten den nuklearen Kurs beschleunigen

Originaltext von NASSER KARIMI
Agenturen – Präsident Mahmoud Ahmadinejad warnte am Montag davor, dass der Iran auf zusätzliche UN Sanktionen mit neuen nuklearen Fortschritten reagieren werde, um damit seine Haltung zu den Forderungen der internationalen Gemeinschaft nach dem Zurückfahren seines Atomprogramms zu zeigen.
 

Der UN Sicherheitsrat hat dem Iran bis Ende Mai eine Frist zum Stopp seines Anreicherungsprogramms gesetzt und warnte, dass er schrittweise seine Strafen hochfahren werde. Der Rat hatte beschränkte Sanktionen im Dezember verhangen und sie im vergangenen Monat leicht verschärft, weil der Iran sich weigerte, seine Anreicherung einzustellen.

Mit dem Anreicherungsprozess kann Brennstoff für Nuklearreaktoren produziert werden – oder bei einer höheren Anreicherung – das Material für Atombomben. Der Iran bestreitet trotzdem die Anschuldigungen der USA und einiger ihrer Verbündeten, dass das Land geheim an der Entwicklung von Nuklearwaffen arbeite.

„Nach der ersten Resolution haben wir mit dem atomaren Brennstoffzyklus begonnen, nach der zweiten haben wir mit der industriellen Phase für Kernbrennstoff begonnen, und wenn es eine weitere Resolution gibt, werden neue Fähigkeiten der iranischen Nation an die Oberfläche kommen“, zitierte die Website der Staatlichen Rundfunkgesellschaft aus der Rede Ahmadinejads in Kazeroun, im Süden des Landes.

Die letzten Sanktionen der UN boykottieren den iranischen Waffenexport und frieren das Bankguthaben von 28 Einzelpersonen und Gesellschaften ein, die in die iranischen Atomwaffen- und Raketenprogramme eingebunden sind.

Der Iran weist die Sanktionen von sich und gab bekannt, dass er die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergieaufsichtsbehörde, dem Kontrollorgan der UN, teilweise einstelle.

Der iranische Präsident machte keine Aussagen, wie das Land seine Entwicklung in Antwort auf die dritten Sanktionen aufstocken werde.

In der vergangenen Woche erklärte der Iran, dass er 3.000 Zentrifugen – etwa das Zehnfache der vorher bekannten Zahl – in Natanz in Betrieb genommen habe. Die USA, Großbritannien, Frankreich und andere kritisierten diese Bekanntgabe. Experten äußerten allerdings Skepsis am Wahrheitsgehalt der iranischen Behauptungen.

In seiner Rede wiederholte Ahmadinejad am Montag, dass er nicht von seinem Recht zurücktreten werde, die nukleare Entwicklung voranzutreiben und bekräftigte den friedlichen Charakter des Programms des Landes.
„Die iranische Nation wird alle Kapazitäten der Atomenergie in der Landwirtschaft, der Industrie, der Medizin und der Energiegewinnung nutzen“, erklärte er.

Die Herausforderung des Irans hat in der Region Besorgnis bestärkt, dass die USA oder Israel mit einem militärischen Angriff auf die Atomanlagen des Landes reagieren könnten.

Die USA schürte diese Ängste im vergangenen Monat mit einem Militärmanöver vor der Küste Irans. Das war die größte Kraftshow in der Region seit der Invasion im Irak im Jahr 2003.

US Chef der Seeoperationen, Admiral Michael Mullen versuchte am Montag, die Besorgnis zu zerstreuen und sagte,  dass die USA nicht plane, den Iran anzugreifen und die erhöhte Präsenz zur See sei als Rückversicherung für ihre regionalen Verbündeten zu verstehen.

„Ich weiß von keinen Plänen, in denen der Angriff auf den Iran in irgendeiner Form vorgesehen sei“, äußerte Mullen Reportern in der pakistanischen Hauptstadt Bagdad gegenüber. „Alles, was den Iran betrifft, sollte meiner Ansicht nach über diplomatische Kanäle verhandelt werden.“