Monday, November 28, 2022
StartPublikationenGastbeiträgeIranische politische Gefangene: Beschwichtigt unsere Schlächter nicht!

Iranische politische Gefangene: Beschwichtigt unsere Schlächter nicht!

INTELLECTUAL CONSERVATIVE – Von  Steve Hues
Der iranische politische Gefangene, Sadegh Sistani, Mitglied der iranischen Opposition MEK (PMOI), entkam kürzlich dem Gefängnis. Sein Bericht? “Hunderte Gefangene warten am Galgen, während die UN und die USA ihre Schlächter begrüßen.”
Als die Wagenkolonne des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad für eine vorhergesagt giftige Rede und eine Verhöhnung des Gewissens der  Welt zur UN-Generalversammlung zog, kündigten die iranischen staatlich kontrollierten Medien eine neue Welle von Todesurteilen für eine Gruppe von 54 Aktivisten an.

Das herrschende iranische Regime ist ein repressives Regime, welches die Theokratie mit Autokratie und extrem expansionistischer Ideologie mischt und damit die internationale Gemeinschaft weiterhin herausfordert. Es ist bewiesen, dass dieses Regime den Menschen und sogar den Mitgliedern seiner Elite jede Form von Freiheit absolut verweigert.

Ich nutzte die Gelegenheit, um einen altgedienten prominenten iranischen politischen Gefangenen , der erst im vergangenen April der Folter entkam, zur Situation seiner Mitgefangenen im Iran zu befragen.
Sadegh Sistani, floh aus dem Iran, nachdem er viele Jahre Haft unter dem derzeitigen Regime erlitten hatte.

“Es gibt Tausende von politischen Gefangenen zusammengepfercht in Hunderten von Gefängnissen im Iran. Viele Familien, inklusive gesamter Familienkreise, die zuzeiten der MEK (PMOI oder Volksmudschahedin) angehörten, befinden sich unter bedauernswerten unmenschlichen Bedingungen. Frauen sind verwundbar und leiden am meisten. Sexuelle Belästigung und Missbrauch sind Routine für weibliche politische Gefangene. Während der Hinrichtungen von Hunderten mit  der MEK verbundenen Menschen in den 1980er Jahren erlaubte ein Fatwa Khomeinis die Vergewaltigung junger Mädchen, um sicherzustellen, dass ihre Geister (nach der Hinrichtung) nicht in den Himmel kommen würden. (Sie glaubten, sündige Mädchen würden keinen Zutritt zum Himmel haben).

Anderen wurde vor dem Tod (Hinrichtung) nach einem gesonderten Fatwa das Blut entzogen. Der gegenwärtige Präsident des Regimes, Ahmadinedschad, war damals einer der vielen Folterer im berüchtigten Evin-Gefängnis. Nun schüttelt er die Hand seiner offiziellen Pendants. Es ist dieselbe Hand, die lebenden Zeugen zufolge den Auslöser tätigte und viele Gefangene hinrichtete.”

Sadegh Sistani setzte die Erläuterung der gegenwärtigen Situation fort: „Die Brutalität dieses Regimes gegenüber den Familien von MEK-Mitgliedern im Iran kennt keine Grenzen. Eine junge Mutter von drei Kleinkindern zahlt immer noch den Preis für das “Terror-Etikett”. Zu ihrem Schutz werde ich ihren  Namen nicht nennen. Sie wurde aus ihrem Haus entführt, während ihre Kleinen aus Angst schrien. Diese Mutter wurde aus keinem ersichtlichen Grund fortgerissen und befindet sich seitdem im Gefängnis. Ihr Vernehmer, ein berüchtigter Folterer der 1980er Jahre, “Salavati”, sagte ihr: „…du zahlst den Preis für deine Schwester und deinen Bruder (Anhänger von MEK und bereits hingerichtet) *1. Der Vernehmer hatte die Anwesenheit ihrer Kinder beauftragt, damit  diese “ihr Herz herausschreien” und er damit Erleichterung findet!

Sistani sagte: “In einem aus dem Gefängnis herausgeschmuggelten Brief hat sie tapfer ihr Martyrium offenbart und appellierte an das “Weltgewissen”:
‚Dies ist ein freies Land, behauptet der Präsident dieses Landes, Ahmadinedschad, wo es die totale Freiheit gibt und in dem die Menschenrechte respektiert werden und die Menschen keine Angst vor Verfolgung haben. In der Tat ist das ein Land, in dem “Atmen und am Leben sein” Verbrechen sind.

Ein Ort, an dem eine trauernde Mutter in schwarz nicht das Recht hat, für den Verlust ihrer Liebsten zu weinen. Tatsächlich ist das ein Vorbild für Freiheit und Demokratie!

Ich weiß sehr wohl, dass ich mit dem Schreiben dieses Briefes das Schlimmste zu erwarten habe. Aber ich will nur die Stimme vieler Unschuldiger in diesen Gefängnissen sein, die mit ihrem Martyrium den Preis für die Beschwichtigung der Mullahs zahlen.

Es gibt immer Hoffnung in dunklen Kerkern, wo ihre Stimme nicht gehört wird und alles, was Sie gewünscht haben, entfernt scheint. Diese Hoffnung stützt sich auf ihre Ausdauer und Entschlossenheit, um darauf zu bestehen, wofür Sie je gelebt haben: Freiheit‘.”
Herr Sistani sagte: “Wie diese Mutter von drei Kindern und Unterstützerin der MEK geschrieben hat, ist die “Hoffnung” noch da. Aber, hat das noch einen Wert für die US-Regierung und für Präsident Obama?”

Die Stimme zum Wandel  wurde in den Kommentaren und Reden hoher US-amerikanischer Beamten laut, die die Freiheitsbewegung (MEK) und den Kampf für die Etablierung einer Demokratie im Iran unterstützen.

Dr. Sarah Sewall von der Harvard Kennedy School of Government ging während eines Symposiums in Washington D. C. auf den Konflikt zwischen außenpolitischen Interessen und wahren amerikanischen Werten ein und führte aus:
 „Was mir bezüglich der Demokratie- und Menschenrechts-Angelegenheiten im Iran interessant erscheint ist, dass wir in den Vereinigten Staaten oft einen signifikanten Konflikt in unserer Außenpolitik zwischen den von Amerika geschätzten Werten – auf welchen der Staat tatsächlich aufgebaut wurde – und den Interessen der Vereinigten Staaten bei der Bestimmung der Außenpolitik und der Staatsverwaltung beobachten. Das außergewöhnliche Thema ist jenes der Werte, und Interessen werden in einem allgemeinen Rahmen hinzugefügt, um die Fragen bezüglich des Irans, der Demokratie und der Menschenrechte zu adressieren. Ein derartiger Konflikt in der Durchführung der Außenpolitik, der oft zur Inkonsistenz, zur Schicksalswende und zu  Vorwürfen der Heuchelei führt, bekommt nun eine Chance zur Beilegung.“ Sie berief sich auf eine „Dritte Option“ bezüglich des Irans.
Ein kürzlich in The New York Post veröffentlichter Appell mit dem Titel „Rettet Ashraf Jetzt“, unterzeichnet von Dutzenden von hohen Beamten der Vereinigten Staaten, an den UNO Generalsekretär Ban Ki-moon betont, dass von allen anderen pragmatischen und Langzeit-Interessen die Menschenrechte das primäre Thema darstellen.
Wir in Amerika mögen andere Sichtweisen bezüglich des relativen Erfolgs und des Kosten-Nutzen-Verhältnisses eines solchen Ansatzes vertreten, unter Berücksichtigung der Irak-Afghanistan-Erfahrung und ihrer unbeabsichtigten Konsequenzen. Die  „Dritte Option“, welche in den vergangenen Jahren von der MEK (PMOI oder Volksmudschahedin) argumentiert wurde, ist die unvermeidbare Lösung.
Die “Dritte Option” wurde vor Jahren von der Oppositions-Bewegung vorgeschlagen als eine Antithese des von kontra- und pro-iranischen Lobbyisten in Capitol Hill propagierten “Kriegs” oder der “Beschwichtigung”. Die „Dritte Option“ überlässt die komplexe und kostspielige Aufgabe zur Beseitigung des (iranischen) klerikalen Extremismus einfach dem Iranischen Widerstand und dem iranischen Volk.

General Shelton sagte während eines Symposiums in Washington: “Die MEK (PMOI oder Volksmudschahedin) ist die mächtigste Opposition des Teheraner Regimes. Sie hat in den vergangenen 32 Jahren den weltführenden Terror finanzierenden Staat (Iran) stets herausgefordert und bietet dem iranischen Volk Hoffnung. Dieser Grad der Hoffnung übersteigt bei weitem das, was wir oder unsere Verbündeten ohne direkte Intervention bieten könnten.“

Was fehlt also noch und warum ändert sich im Land (Iran) nichts, obwohl andere in der Region dem Sturm des demokratischen Wandels folgen?
Reuters berichtet: “Die ‚Grüne Bewegung‘ ist ohne Führung und ihr fehlt jegliche Strategie… verfolgt die arabischen Aufstände mit einer Mischung aus Neid und Bedauern des eigenen Versagens.“ Die mutigen Jugendlichen, die in 2009 auf die Straßen gingen, wurden von Moussavi verraten als er sich dem Obersten Führer (Khamenei) unterwarf. Nun setzen sie ihre Hoffnung auf etwas Verlässlicheres.
Allerdings gibt es eine Barriere, die ihren Weg blockiert hat.

Die Liste der terroristischen Organisation des US-Außenministeriums hat seit langem durch Fesseln der einzig verbleibenden, organisierten und fähigen Bewegung die Ayatollahs in Teheran begünstigt.

“Diese Liste ist ein direkter Handschlag mit unseren Schlächtern im Iran. Die Mullahs schafften es, durch ein Fatwa ¬120.000 Anhänger der MEK auszuschlachten. Diese Organisation war genau die Antithese der klerikalen Faschisten im Iran. Sie glaubte an einen toleranten Islam, der auf “Demokratie und Frieden” als seine Grundsteine für Fortschritt und gesellschaftlichen Wandel basierte. Sie forderte vollständige Gleichstellung der Geschlechter, welche das Wahrzeichen für jede fortschrittliche Gesellschaft ist. Frauen sind im Führungsrat dieser Bewegung und vor kurzem wurde in einer demokratischen Wahl eine neue Generalsekretärin durch die Mitglieder gewählt“, sagte Sistani.

Ironischerweise, so sehr das klerikale Regime in seiner Natur frauenfeindlich ist, handelt es sich hierbei (MEK) um eine Organisation mit “Frauen in der Führung”, welche die Lebens- und existenzielle Bedrohung dieses Regimes darstellt.

Als Sistani einen tiefen Atemzug nimmt, beharrt er auf den fatalen Auswirkungen der Beibehaltung (der MEK) in der Liste (der terroristischen Organisation des US-Außenministeriums): “Die Beibehaltung dieser 45-jährigen Bewegung in der US-Liste hat den Mullahs und al-Maliki eine gute Ausrede geliefert, überall und wann immer möglich, uns zu töten, zu hängen und zu massakrieren. Das hat unsere Fähigkeit blockiert, uns dafür einzusetzen, die laufenden abscheulichen Menschenrechtsverletzungen der Mullahs zu enthüllen und zu verhindern. Das hat die USA einfach auf die Seite unserer Schlächter gestellt.”