Saturday, November 26, 2022
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Raue Wirklichkeit, iranische Besessenheit

Quelle: Kuwait Times
von: Fouad Al-Obaid, Kolumnist
Seit der Machtübernahme durch die konservativen religiösen Führer stand der islamische Staat ständig vor unterschiedlichen Problemen. Seine Ambition, seine eigene Atomenergie zu entwickeln, die friedlichen Zwecken dienen soll (diese Angelegenheit wird noch debattiert), steht sowohl extern als auch intern unter Druck.

Die Frage, die sich einige Beobachter im Zusammenhang mit dem Atomstreit selbst stellen, beschäftigt sich damit, ob der Iran ernsthaft daran arbeitet, sich vom Öl unabhängig zu machen (heute mehr denn je ist die Blutspur Irans und die größte Einnahmequelle) oder ob er seine Stellung in der Region zurück gewinnen will, um eventuelle eine aktive Rolle bei den Angelegenheiten der Nachbarländer zu spielen.

Es ist verständlich, dass der Iran auf verschiedene Energiequellen zurückgreifen will, um mehr Öl exportieren zu können. Solange die Ziele Irans im Zusammenhang mit seine nuklearen Absichten nicht klar sind, solange die Führerschaft von Außen weder als stabil noch als vernünftig angesehen wird und wenn es tatsächliche Gefühle für Unruhe unter den regionalen Mächten gibt, geht es nicht mehr um eine Energiesicherheit sonder es wird eine Frage der regionalen Stabilität.

Unbedeutend, zu erwähnen, dass der Atomstreit weder für seine eigene Bevölkerung noch für die gegenwärtig Ölknappheit, die landesintern Spannungen verursacht, wichtig ist. Das wird seinen Jugendlichen zugeordnet, die einen großen Teil seiner Bevölkerung ausmachen und von denen einige nichts anderes erlebt haben, als zu einem Leben mit der islamischen Revolution gezwungen zu sein. Mit einer eindeutigen Beschneidung der Freiheit und mit einer ungewöhnlich Hohen Arbeitslosenrate unter den Jugendlichen, die etwa bei 52% liegt, nennen die Statistiken den wirklichen Grund der Führung der islamischen Republik, den Atomstreit in den Vordergrund zu spielen, obwohl viel mehr zwingende Probleme offen auf der Hand liegen.

Mit solchen Statistiken kann man sich nur nach dem Wert oder der Klarheit der iranischen Führung zum Engagement für ein Programm fragen, für das sie deutlich ihre Glaubwürdigkeit unter den Weltmächten aufgeben und ihrer eigenen Bevölkerung die Illusionen nehmen, weil sie ihre Versprechen nicht eingehalten können. Ich bin nicht aus dem Iran und ich war niemals dort, aber ich weiß aus Büchern und Dokumentationen, dass der Iran eine große Nation ist. Eine die sich über Jahrhunderte ausgebreitet hat und eine Zivilisation, die sich über ein Jahrtausend am Leben erhielt.

Das persische Imperium war ein großes Imperium, dass sich vom Mittelmeer bis zum Persisch-Arabischen Golf hin ausdehnte. Es war sicher die Heimat großer Poeten, Gelehrter, Intellektueller und Entdecker. Verständlich ist, dass er versucht, sein Prestige zurückzugewinnen.

Allerdings sollte es erkennen, dass souveräne Länder im Rahmen der modernen Welt wenig verletzbar sind. Insbesondere bei einer möglichen Aggression wird die Weltgemeinschaft bestimmt nicht still halten, vor allem, wenn sie aus einer unruhigen Region wie dem heutigen Mittleren Osten kommt.

Mit der Entsendung eines dritten US Flugzeugträgers in den Golf und in Verbindung mit neuen Berichten, dass die USA von einer militärischen Intervention Abstand nimmt, wird vorgebeugt, dass der Iran sein Atompotential ohne die Gefahr einer Atomwaffenproduktion entwickelt. Das sollte zu der Fähigkeit Irans hinzugerechnet werden, Raketen einzusetzen (Obwohl er noch eine begrenzte ICBM Reichweite hat, ist er trotzdem in der Lage, Ziele in seiner Nachbarschaft, bis hin nach Israel, zu erreichen. Der Situation, der wir heute gegenüberstehen, bereitet wirklich großes Kopfzerbrechen und die USA will nichts unternehmen. Es ist verständlich, dass Israel es tut.

Wenn das der Fall ist, wird eine Situation geschaffen, in der die Lösung eines solchen Konflikts besser im Verborgenen bleibt. Unvorstellbar die Schäden, die ein Entscheidungskampf in der Region verursacht, wenn Nuklearwaffen ins Spiel kommen.

Ich appelliere an die Menschen im Iran, einsichtig zu sein. Krieg ist keine Lösung. Denkt an den acht Jahre dauernden Krieg und seine Konsequenzen. Für eine Führung ist es ein leichter Weg, andere Länder zu bedrohen und das Volk dadurch von dem wirklichen, hausgemachten Problem abzulenken. Es ist nicht wichtig, wie viele externe Faktoren anzuprangern sind, die gespannte Lage wird sich zweifellos letztendlich gegen Euch wenden.