StartStoppt Hinrichtungen im Iran„Nein zu Hinrichtungsdienstagen“: Bewegung erreicht 54 Gefängnisse im Iran

„Nein zu Hinrichtungsdienstagen“: Bewegung erreicht 54 Gefängnisse im Iran

 

Die wöchentliche Hungerstreikkampagne „ Nein zu Hinrichtungsdienstagen“ geht in die 92. Woche und umfasst nun 54 Gefängnisse im Iran, nachdem sich zwei weitere Einrichtungen – das Tircheh-Blockgefängnis in Borudscherd und das Ilam-Gefängnis – dem Protest angeschlossen haben. In der Ankündigung der Kampagne wurde eine offizielle Zahl von 283 Hinrichtungen im Monat 1404 (September/Oktober 2025) durch die klerikale Diktatur genannt. Damit war der Monat der blutigste seit Jahrzehnten.

Seit letztem Dienstag, so die Kampagne, wurden 59 weitere Hinrichtungen vollstreckt, darunter zwei Frauen. Der Anstieg der Hinrichtungen fällt mit neuen Todesurteilen zusammen, die der Oberste Gerichtshof gegen politische Gefangene wie Kavous Abdollah-zadeh und Zahra Tabari (im Lakan-Gefängnis in Rasht) verhängt und bestätigt hat. Auch die Urteile gegen Manouchehr Fallah und Ehsan Faridi wurden bestätigt.

Am 13. Oktober versuchten Gefängnisbeamte, Ehsan Afresheh aus dem Evin-Gefängnis zur Hinrichtung zu verlegen. Berichten zufolge wurde dieser Versuch von anderen Häftlingen vereitelt, obwohl die Gefahr weiterhin besteht. Die Kampagne beschreibt diese Maßnahmen als einen klaren Versuch des Regimes, Angst zu schüren und öffentlichen Widerstand zu unterdrücken. Sie erklärt :  Hinrichtungen sind für ein Jahrzehnte altes, korruptes Regime ein Überlebensinstrument und haben keine religiöse oder politische Rechtfertigung. Jede Hinrichtung ist eine neue Wunde in der Gesellschaft und ein Zeichen für das Versagen von Recht, Menschenwürde und Gerechtigkeit.“

Unterdessen versammelten sich die Familien verurteilter Gefangener vor dem Parlament des iranischen Regimes und skandierten „Nein zur Hinrichtung“ . Damit zeigten sie, dass der Ruf nach Leben und Freiheit auch unter schwerer Repression ungebrochen ist.

Die Kampagne endete mit einer formellen Forderung:

  • Sofortige Einstellung aller Hinrichtungen
  • Aufhebung aller Todesurteile
  • Uneingeschränkter Zugang für internationale Menschenrechtsorganisationen zu iranischen Gefängnissen und Häftlingen

Die landesweite Ausweitung der Kampagne und die sprunghaft ansteigende Zahl der Hinrichtungen unterstreichen sowohl die Schwere der Krise als auch die Entschlossenheit der iranischen Gefangenen und der Zivilgesellschaft, Widerstand zu leisten.