Saturday, January 28, 2023
StartTerrorregimeTerror & FundamentalismusIran schürt das Feuer in Afghanistan

Iran schürt das Feuer in Afghanistan

Von BRIAN BENNETT
"Wir haben uns diese Nachbarn nicht ausgesucht", witzelt der afghanische Botschafter in den USA, Said Tayeb Jawad, als er mit dem roten Laserpunkt auf die Umrisse der Landkarte seines Heimatlandes zeigt. Er sprach am Mittwoch vor einem Publikum aus Regierungsanalysten, Akademikern und Journalisten. Als er nach dem gegenwärtigen Einfluss Irans in Afghanistan gefragt wurde, hörte er auf zu lachen: "Der Iran ist eine immer gefährlichere Macht geworden."

Afghanistan ist in einem Spannungsfeld. Die Sicherheit des Landes hängt von der USA und der NATO ab und gleichzeitig hat es die längste Grenze mit dem Iran. Afghanistan hat die USA und den Iran lange darum gebeten, ihre langjährigen strategischen Rivalitäten nicht auf seiner Erde auszutragen. Für ein paar Jahre wurde dieser Bitte auch großzügig entsprochen. Der Iran, ein Langzeitunterstützer der Nordallianz war das Instrument, das die Taliban zum Sturz brachte. Der Iran hat ebenfalls mehr als anderen Nachbarn beim Wiederaufbau des Landes geholfen. Seit 2002 hat Teheran Millionen Dollar in Afghanistans Westprovinzen gepumpt, um Straßen, Stromnetze und Krankenhäuser zu bauen. Als Punkt auf dem "i" stopfen iranische Agenten die Taschen von Stammesführern im Westen Afghanistans mit Geld voll. Ein Mitarbeiter des State Departments erwähnte TIMES gegenüber: "Das ist ein klarer Versuch, um Einfluss zu gewinnen und sie daran zu erinnern: Die Amerikaner sind vielleicht 10 oder 20 Jahre hier, aber wir werden für immer hier sein." Der US Botschafter in Afghanistan William Wood sagte am 31. Januar: "Es steht außer Frage, dass Aufständische Waffen aus dem Iran erhalten haben." Die Entdeckung der ersten Lager von Waffen aus dem Iran in Afghanistan im April verbreitete nach Aussage eines Mitarbeiters des State Departments "Schockwellen im ganzen System". Der Iran machte mehr als nur Westafghanistan in sein Einflussgebiet zu bringen.

Dann, um die Regierung von Präsident Hamid Karzai daran zu erinnern, welches Chaos sein großer Nachbar im Westen auslösen kann, begann der Iran mehr als 130.000 afghanische Flüchtlinge nach Afghanistan abzuschieben, ausgerechnet in einer Zeit, in den strengen Wintermonaten, in denen Lebensmittelknappheit und Haushaltskürzungen erforderlich waren. Nach zwei Jahrzehnten Krieg leben gegenwärtig mehr als eine Million afghanischer Flüchtlinge im Iran. Afghanistan hat nicht die Mittel, eine derartig hohe Zahl von Flüchtlingen wieder zu integrieren. Nachdem Karzai sich direkt an den iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad gewandt hatte, drehte der Iran den Hahn zu. Aber es bleibt unklar, welchen Preis der Iran auf Dauer zu zahlen hat. "Die Rückführung", so ein US Vertreter, "war eindeutig dazu bestimmt, eine Botschaft an die Afghanen zu senden, von ihrer freundschaftlichen Beziehung zu den USA abzurücken."

Die jüngsten Aktionen Irans haben den Adlern in Washington erst recht in die Hände gespielt, um die üblen Absichten des Irans in der Region zu unterstreichen. Der konservative Think Thank, das American Enterprise Institute, gab am Dienstag einen Bericht heraus, aus dem der zunehmende Einfluss Irans im Mittleren Osten und in Zentralasien hervorgeht. Im Bericht steht, dass der Iran "höchstwahrscheinlich einige militärische Unterstützung für die Taliban in Afghanistan liefert."

Bei all dem ist Afghanistan im Zentrum gefangen. Das Land braucht die Hilfe Irans, um seine Infrastruktur in den Ostprovinzen zu entwickeln und hat ein langfristiges Interesse am Ausbau freundlicher Beziehungen, aber Kabul weiß, das es möglicherweise die Distanz zu den USA und der NATO abbauen muss. Das letzte, was Karzai will, ist die Entscheidung zwischen dem Iran und der USA. "Der Iran ist in Afghanistan sowohl konstruktiv als auch destruktiv", sagte der Botschafter Jawad. Mit dem Spiel auf beiden Wegen versucht der Iran Kabul in eine Ecke zu drängen. Das ist nicht nachbarschaftlich.