
Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen haben die libanesischen Behörden am Rafic Hariri International Airport in Beirut eine detaillierte Inspektion eines Fluges der iranischen Fluggesellschaft Mahan Air durchgeführt. Diese fortgesetzte Kontrolle unterstreicht die veränderte Haltung des Libanon, der sich vom Einfluss Teherans distanziert und umfassendere regionale Veränderungen widerspiegelt.
Der libanesische Innenminister Bassam Mawlawi bestätigte die Inspektionen und erklärte: „Heute um 11:30 Uhr ist ein Flug der Mahan Air angekommen und alle Gegenstände an Bord wurden ausnahmslos überprüft. Dies steht im Einklang mit der Entscheidung der libanesischen Regierung, am Flughafen von Beirut strengere Inspektionen durchzuführen, um Sicherheit und Souveränität zu gewährleisten.“ Dieser Schritt erfolgte vor dem Hintergrund von Geheimdienstberichten, die solche Flüge mit einer möglichen finanziellen und logistischen Unterstützung der Hisbollah in Verbindung bringen.
Dieser Vorfall folgt einer ähnlichen Inspektion eines anderen Mahan Air-Fluges nur einen Tag zuvor, bei der sich iranische Diplomaten auf das Wiener Übereinkommen beriefen, um die Inspektion diplomatischer Gepäckstücke zu verhindern. Zwar wurden keine illegalen Gegenstände gefunden, aber die wiederholten Inspektionen unterstreichen die wachsende Entschlossenheit des Libanon, die Kontrolle über seine Infrastruktur zu verschärfen und Teherans operativen Einfluss zu verringern.
#Iran News: Beirut Airport Tightens Security Over Suspected #Hezbollah Funds Amid Tehran’s Declining Influencehttps://t.co/bjGdmq15bM
— NCRI-FAC (@iran_policy) January 3, 2025
Die Maßnahmen des Libanon sind Teil eines breiteren Trends. Vor kurzem hat das Land 70 ehemalige Offiziere des syrischen Regimes an die neue syrische Führung übergeben, was ein Zeichen dafür ist, dass es sich von seiner Abhängigkeit von Teheran abwendet. Beobachter weisen darauf hin, dass diese Entwicklungen, gepaart mit zunehmender internationaler Kontrolle, auf einen deutlichen Rückgang des iranischen Einflusses im Libanon hindeuten.
Auch die iranischen Staatsmedien, darunter Farhikhtegan und die Nachrichtenagentur Tasnim, schlossen sich dieser Stimmung an und stellten die Inspektionen als Teil einer größeren Kampagne gegen den Iran dar, die von den USA und ihren Verbündeten orchestriert werde. In einem Bericht im iranischen Fernsehen wurde betont, dass „die Inspektionen vor allem libanesische Passagiere an Bord des Mahan-Air-Fluges ins Visier genommen“ hätten. Den libanesischen Behörden wurde vorgeworfen, sie würden unter dem Einfluss der USA und Israels handeln.
Leaked Documents Expose #Iranian Regime’s Unraveling Agenda in #Syria and #Lebanonhttps://t.co/dp64mP3FPS
— NCRI-FAC (@iran_policy) December 30, 2024
„Dieser Schritt, der sich speziell gegen iranische Flüge richtet, ist für uns nicht akzeptabel. Solche Maßnahmen müssen universell und nicht selektiv sein “, sagte Mojtaba Amani, der Botschafter des Regimes im Libanon, und drückte damit Teherans wachsende Frustration über die seiner Ansicht nach politisch motivierten Maßnahmen aus.
Die Botschaft des iranischen Regimes im Libanon ließ durch das libanesische Außenministerium klarstellen, dass die Diplomatengepäckstücke auf dem Flug Dokumente und Betriebsmittel für die Botschaft enthielten, was in voller Übereinstimmung mit dem Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen stehe. Die iranischen Medien stellten jedoch die Frage, warum sich die Inspektionen unverhältnismäßig stark auf iranische Flüge konzentrierten, was auf eine umfassendere Agenda hindeutet, die darauf abzielt, Teherans regionale Beziehungen und die operativen Kapazitäten der Hisbollah zu untergraben.
Einige iranische Regierungsvertreter brachten den Vorfall mit größeren geopolitischen Spannungen in Verbindung und warfen den USA und Israel vor, Druck auf den Libanon auszuüben, damit dieser seine Beziehungen zu Teheran und seinen Stellvertretern abbricht. Staatnahe Analysten behaupteten, die Inspektionen seien eine Fortsetzung der Bemühungen, den Einfluss Irans in der Region zu schwächen, nachdem der Iran in Syrien zurückgeschlagen und seine Aktivitäten zunehmend international geprüft worden seien.
Die heftigen Reaktionen iranischer Politiker und staatlicher Medien unterstreichen, wie heikel das Thema für Teheran ist. Angesichts zunehmender Anzeichen dafür, dass sich der Libanon vom iranischen Einfluss distanziert, sind die Inspektionen zu einem Symbol für Teherans schwindenden regionalen Einfluss geworden und haben eine defensive Haltung der iranischen Behörden ausgelöst.
