StartUncategorizedSkandal: Verurteilter Milliardär erhält Eisenbahndeal

Skandal: Verurteilter Milliardär erhält Eisenbahndeal

Der Straßenminister des iranischen Regimes und Führungskräfte von Avan Rail unterzeichnen am 20. April 2025 einen Vertrag über den Schienenverkehr im Wert von 64.000 Milliarden Toman

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In einer erschreckenden Enthüllung, die den öffentlichen Zorn über die staatliche Korruption im Iran neu entfacht hat, ist Babak Zanjani – einst zum Tode verurteilt, weil er einen der größten Unterschlagungsskandale des Landes geplant hatte – als Schlüsselfigur in einem milliardenschweren Eisenbahn-Investitionsprojekt wieder aufgetaucht, das vom iranischen Ministerium für Straßen- und Stadtentwicklung gefördert wird.

Am 20. April enthüllten die staatlichen Medien des Iran und durchgesickerte Social-Media Beiträge, dass ein Vertrag im Wert von 64 Billionen Toman (ca. 800 Millionen US-Dollar) zwischen der Eisenbahn der Islamischen Republik Iran und einem mit Zanjani verbundenen Privatunternehmen unterzeichnet wurde. Der Deal umfasst die Produktion von Hunderten von Waggons und Lokomotiven im Rahmen eines Projekts, das von der Regierung von Masoud Pezeshkian offiziell als bedeutender Fortschritt für die nationale Infrastruktur gefeiert wurde.

Kritiker argumentieren jedoch, dass es sich vielmehr um eine eindringliche Erinnerung an die tiefe Verstrickung zwischen den korruptesten Oligarchen des Iran und der herrschenden Elite handelt.

Von der Todesstrafe zum Retter der Wirtschaft?

Zanjani, der 2013 verhaftet und 2015 wegen „Verbreitung von Korruption auf Erden“ – einem Kapitalverbrechen im Iran – verurteilt wurde, wurde der Veruntreuung von fast 2 Milliarden Euro durch ein riesiges Netz von Betrug, das gefälschte Bankdokumente, Geldwäsche und Ölschmuggel umfasste, für schuldig befunden. Ursprünglich zum Tode verurteilt, wurde seine Strafe letztes Jahr stillschweigend in 20 Jahre Gefängnis umgewandelt, Berichten zufolge mit direkter Zustimmung des Obersten Führers Ali Khamenei.

Knapp ein Jahr nach der Umwandlung des Todesurteils soll Zanjani nun von staatlichen Infrastrukturaufträgen profitieren. Laut Registerdokumenten, die von iranischen Medien aufgedeckt wurden, wurde Zanjani im März 2025 zum Vorstandsvorsitzenden der „Avan Gruppe für finanzielle und wirtschaftliche Entwicklung“ – der Muttergesellschaft des Bauunternehmens „Avan Eisenbahn“ – ernannt. Dies widerspricht den offiziellen Dementis von Unternehmensvertretern, die behaupten, Zanjani sei kein Aktionär, sondern leiste lediglich finanzielle „Unterstützung“.

Die Eisenbahn der Islamischen Republik Iran betonte in einer ungewöhnlich defensiven Stellungnahme, dass der Vertrag über 64.000 Milliarden Toman vollständig privat finanziert sei und Zanjanis Name in offiziellen Dokumenten nicht auftauche. Die Bahn betonte, dass keine staatlichen Mittel verwendet würden und ihre Rolle auf die Regulierungsaufsicht beschränkt sei.

Die Begründung des Regimes? Zanjanis Auslandsvermögen sei nun „wiedererlangt und repatriiert“ worden, um es für inländische Projekte zu verwenden – eine Behauptung, die viele Beobachter mit großer Skepsis betrachten.

Ein Symbol des „Mafia-Kapitalismus“ des Iran

Zanjanis Rolle als Mittelsmann für die Sanktionsumgehungspläne des Regimes während Mahmud Ahmadinedschads Präsidentschaft brachte ihm sowohl westliche Sanktionen als auch Insiderstatus ein. Die Behörden der USA und der EU setzten ihn 2013 auf die schwarze Liste, weil er Teheran geholfen hatte, die Ölsanktionen zu umgehen.

Er wurde damals von iranischen Politikern gefeiert und erhielt sogar Auszeichnungen von Persönlichkeiten wie den ehemaligen Präsidenten Akbar Haschemi Rafsandschani und Mohammad Chatami, bis sich die internen Fraktionsrivalitäten des Regimes gegen ihn wandten.

Doch seine scheinbare Rückkehr, komplett mit einem staatlich geförderten Infrastrukturabkommen, unterstreicht, dass die iranische Wirtschaft trotz jahrzehntelanger Antikorruptionsrhetorik sowohl konservativer als auch sogenannter Reformergruppen nach wie vor von politisch vernetzten Eliten dominiert wird.

Zanjani gilt heute weithin nicht nur als Symbol finanzieller Korruption, sondern auch als Symbol eines kleptokratischen Systems, in dem Straflosigkeit die Regel ist – vorausgesetzt, man bleibt dem klerikalem Regime treu.

Die wahre Botschaft: Macht über Gerechtigkeit

Für viele Iraner bestätigt die Zanjani-Affäre, was sie schon lange vermutet haben: In der Mulahdiktatur wird Recht willkürlich angewandt und Loyalität gegenüber dem System wiegt schwerer als jede rechtliche Verantwortung.

Während im ganzen Iran die Proteste gegen Armut, Unterdrückung und staatliche Gewalt anhalten, könnte die stille Rehabilitierung eines der berüchtigtsten Wirtschaftsverbrecher des Regimes die Wut auf den Straßen noch weiter anfachen. Im Moment ist Zanjanis milliardenschwere Wiederauferstehung mehr als ein Skandal – er ist eine Warnung davor, wie weit Irans Herrscher gehen, um ihre eigenen Leute zu schützen