StartNachrichtenWiderstandKrise an der iranischen Börse und die folgenden Proteste

Krise an der iranischen Börse und die folgenden Proteste

Mehrere Investoren, die an der iranischen Börse ausgeplündert wurden, hielten in den letzten Tagen in mehreren iranischen Städten Protestaktionen ab. Sie riefen zu einem Boykott der Scheinwahlen zum Präsidenten des Regimes auf. Die Menschen haben ihre Ersparnisse nach dem Zusammenbruch einer Blase an der Börse verloren. Regimepräsident Hassan Rouhani und der oberste Führer Ali Khamenei hatte zuvor noch die Bürger ermutigt, Aktien an der Börse zu kaufen, um so ihr Budgetdefizit decken zu können.
„Die Menschen vertrauen ihnen nicht mehr. 50 Millionen Iraner haben ihre Ersparnisse unter ihrer Verantwortung an der Börse verloren“, sagte am Dienstag Ahmad Alirezabeigi, einer der Parlamentarier des Regimes während der öffentlichen Sitzung des Parlamentes, wo der Wirtschaftsminister den Kabinetts Rouhani Rede und Antwort stehen musste.
Anfang der Woche gab Mohammad Ali Dehghan Dehnavi, der Präsident der Organisation für Wertpapiere und Börse, zu, dass das Regime einen Teil des Budgetdefizits damit finanzierte, dass es die Börse manipuliert hat. „Die Börse hat 6,8 Trillionen Rials (rund 28 Milliarden Dollar) für die Wirtschaft bereit gestellt. Die Börse war quasi die Haupteinnahmequelle für die Regierung im letzten Jahr.“, sagte Dehnavi am 16. April in der Social Media App Clubhouse.
Die Manipulation der Börse und seine Ergebnisse sind das aktuellste Beispiel für die Ausplünderung und systematische Korruption in der modernen iranischen Geschichte. Es bestätigt erneut, dass es eine institutionalisierte Korruption im Regime gibt und selbst Khamenei sagte, dass „die Hydra der Korruption“ die iranische Wirtschaft kontrolliert.
Am 22. Juni 2020 ermutigte Khamenei die iranischen Bürger, „an der Börse zu investieren“. „Es sollte nicht in Münzen und Dollar investiert werden, sondern an der Börse. Dort sollte man investieren“, sagte Rouhani am 12. August.
Diese Aussagen zeigen, dass Khamenei und Rouhani hinter diesem Plan der Ausplünderung stecken. Viele Wirtschaftsexperten im Regime und auf internationaler Bühne warnten davor, dass aufgrund der internationalen Situation in der Pandemie eine Blasenbildung unvermeidlich ist.

Ausgeplünderte Anleger an der Börse rufen in Teheran: Tod für Rouhani

Rouhani hatte dennoch am 12. August behauptet:“ Unsere Börse ist gut, das ärgert sie. Sie sagen, dass die ganzen Börsen in der Welt gestört sind. Warum ist die iranische Börse also so gut? Stecken sie sich einfach Watte in die Ohren bei solchen Stimmen.“
Die Ausplünderung durch das Regime ist nicht nur auf die Börse limitiert. Das Regime hat viele andere Methoden eingesetzt, um die Iraner auszuplündern und eine kollabierende Wirtschaft zu verhindern, was zu landesweiten Protesten führte. Es gab unter anderem folgende Pläne:
– Die Regierung von Rouhani hat in massivem Ausmaß Banknoten drucken lassen, im Wert von 2.000 Milliarden Tomans bzw. 70 Milliarden Dollar, um das Budgetdefizit zu decken. „Es scheint so, als hätte die Regierung keine andere Wahl gehabt, als Banknoten zu drucken, um das Budgetdefizit zu kompensieren. 500 – 700 Milliarden Tomans wurden so täglich durch die Zentralbank in die iranische Wirtschaft gespült. Die Zentralbank sagte, dass sie vom Februar letzten Jahres bis Februar diesen Jahres 106.640 Milliarden Tomans zur monetären Basis hinzu gefügt hat. Diese Zahlen stellen einen Rekord im Drucken von Banknoten dar“, schrieb am 13. März die staatliche Zeitung Eghtesad-e Saramd.

– Am 26. Februar sagte Mahmoud Vaezi, der Chef des Beraterstabes von Präsident Hassan Rouhani, explizit:“ Wir haben den Wechselkurs zum Dollar erhöht, um die iranische Wirtschaft zu kontrollieren.“ Durch die Erhöhung des Wechselkurses steigen die Inflationsrate und die Preise, vor allem für Importgüter. Es gab mehrere Proteste aus allen Bereichen des Lebens im Iran, vor allem von den Rentnern, welche in ihren Slogans „unsere Ausgaben sind in Dollar, unsere Löhne in Rial“ riefen.
– Das Regime hat die Steuern in mehreren Bereichen erhöht.
Das Resultat der Ausplünderung durch das Regime ist, dass noch mehr Iraner in die Armut abgleiten. Die iranische Mittelklasse ist verschwunden und die Menschen in dieser Klasse gehören nun zu der Schicht der Armen dieses Landes.
Daher sind die Proteste in allen Lebensbereichen im Iran angestiegen und haben sich intensiviert. Von den Rentnern über den Investoren an der Börse bis hin zu den Lehrern, Krankenschwestern, Ärzten und Landwirten gehen die täglichen Proteste, die mit ihren Slogans auf das Regime und seine Vertreter abzielen.
Während der Proteste am Montag riefen die Investoren an der Börse:“ Wir werden so lange protestieren, bis unsere Forderungen erfüllt sind“, „Wir werden nicht mehr wählen gehen“, „Die Regierung hat ein Budgetdefizit und stiehlt deshalb unser Geld“, „Die Regierung betrügt, das Majlis (Parlament) unterstützt.“, „Wir werden nicht mehr wählen, wir wollen keine Ungerechtigkeit mehr unterstützen“ und „Wir werden nicht mehr wählen, wir haben zu viele Lügen gehört.“
Die Korruption im Regime und seine falsche Wirtschaftspolitik haben die iranische Gesellschaft in ein Pulverfass verwandelt. Die staatliche Zeitung Jahan-e Sanat schrieb dazu am Sonntag:“ Die Menschen leben wie Feuer unter der Asche“ und die Korruption bei den Mullahs „hat den Ärger der Menschen erhöht“. Daher wird weitere Unterdrückung „kondensieren (Hass auf das Regime erhöhen) und eine unangenehme Reaktion hervorrufen“.