StartNachrichtenWiderstandMOIS-Vernehmungsbeamter warnt vor dem Einfluss der MEK im Iran und fordert Internet-Restriktionen

MOIS-Vernehmungsbeamter warnt vor dem Einfluss der MEK im Iran und fordert Internet-Restriktionen


Das iranische Regime, das weithin als der führende staatliche Förderer von Terrorismus gilt, betont immer wieder seine entschiedene Sorge in verschiedenen Medien – in Nachrichten, Fernsehprogrammen und sogar Spielfilmen. Diese Sorge dreht sich um die Warnung der jüngeren Generation im Iran vor dem, was das Regime als eine bedeutsame Bedrohung ansieht: die Volksmudschahedin des Iran (PMOI-MEK).

In einem vor kurzem unternommenen Schritt gegen die MEK hat Mohammad-Sadegh Koushki, ein früherer Vernehmungsbeamter im Ministerium für Nachrichtendienste, der sich jetzt den Medien gegenüber als Universitätsprofessor ausgibt, der staatlichen Zeitung Hamshahri [„Mitbürger“] ein Interview gegeben. In diesem Interview warnte er vor einer als solche wahrgenommene Gefahr der MEK für die jüngere Generation. Koushki, der bekannt ist für seine Beteiligung an der Vernehmung zahlreicher MEK-Unterstützer in den vergangenen Jahrzehnten, wurde von den Medien als „Experte für das MEK-Problem“ vorgestellt.
Ausgehend von der klaren Agenda hinter dem Interview ist es entscheidend, an Koushkis Aussagen unter Berücksichtigung der Perspektive des Regimes heranzugehen, nämlich mit einem Filter der verdrehten Sprache. Trotzdem hilft eine genaue Betrachtung dieser Aussagen dabei, die Haltung des Regimes gegenüber dem zu verstehen, was es als bedeutende Gegnerschaft einschätzt.
Koushki gibt indirekt zu, wie sehr die Iraner sich zu der Organisation hingezogen fühlen, wenn er behauptet: „In einer Zeit, wo das Internet zu einem täglichen Phänomen geworden und für das allgemeine Publikum zugänglich geworden ist, hat die MEK ihre Aktivitäten auf das Internet ausgedehnt und das Internet als Medium und Auditorium benutzt … schrittweise zum Ende der 2000er und 2010er Jahre, haben sie eine andere Methode gefunden, um eine Zuhörerschaft und Kräfte anzuziehen“.

https://x.com/iran_policy/status/1572945734781247490?s=20

Auf die Frage: „Wie können sie so leicht mit jungen Leuten kommunizieren?“ erklärte Koushki: „Mit der Ausbreitung des Internets und seiner Verfügbarkeit auf allen Handys wurde die Leistung der MEK viel breiter und tiefer… Die Achse, um die sich das Narrativ der MEK in ihren Kommunikationen dreht, ist die Opferung. Sie haben die Organisation als eine demokratische Organisation vorgestellt, die freiheitsliebend ist, und gesagt, dass die Islamische Republik Zehntausende der Mitglieder der Organisation getötet und massakriert habe. Sie wurden so indoktriniert, dass jetzt die beste Alternative zur Islamischen Republik diese Organisation sei“.

Im Hinblick auf die Frage, ob junge Leute eine Bezahlung für ihre Beteiligung an der MEK erhielten, stellte Koushki klar: „Nein, sie müssen jetzt ihre eigenen Ausgaben für die Teilnahme an diesen Aktivitäten abdecken. Die Organisation liefert selbst keine finanzielle Unterstützung. Personen, die mit westlichen und israelischen Nachrichtendiensten zusammenarbeiten, bekommen ein Entgelt für ihre Arbeit“.
Auf die Erkundigung nach neueren Beispielen der Rekrutierung, gab Koushki als Antwort das Eingeständnis der Beteiligung der MEK an den Aufständen, die sich in den letzten Jahren ereignet haben.

Er bestätigte: „Bedauerlicherweise gab es Beispiele der Rekrutierung von Studenten an bekannten Universitäten wie der Sharif Universität unter Benutzung des Internets und von Handys, die wirksam in operative Kräfte innerhalb der Universität verwandelt wurden. Es gab eine weitere Ebene, die auf die breitere Öffentlichkeit zielte, deutlich bei den Unruhen von 2017, 2019 und 2022“.
Er führte aus: „Wir haben Aktivitäten wie das Schreiben von Slogans beobachtet, gewaltsame Aktionen und das Schaffen von Postern und Flugblättern für die Führer der Organisation, besonders bei den Unruhen von 2022. Zusätzlich gab es ausgedehnte Aktivitäten der Propaganda durch die Organisation, ohne dass ausdrücklich die Volksmudschahedin erwähnt wurden, womit ein breites Publikum erreicht wurde“.
In diesem Interview behauptete Koushki: „die MEK zieht weiter Teenager und normale junge Leute an“ und „die Organisation hat diesen Ansatz und ist attraktiv für die Menschen. Sie produzieren und verbreiten verschiedene Inhalte zu Politik, Gesellschaft und Sicherheit in der Form von Bildern und humorvollen Clips, aber mit einem Inhalt, der sich gegen das System richtet.

https://x.com/iran_policy/status/1567479741279617024?s=20

Als eine Lösung für das Problem, wie man dem Einfluss der MEK in der iranischen Gesellschaft entgegentreten könne, schlug der frühere Vernehmungsbeamte des MOIS vor: „Ich bin nicht für und unterstütze nicht die Umsetzung von Maßnahmen der Beschränkung des Internets heute. Meiner Meinung nach ist der Weg, mit dieser Situation umzugehen, den Gebrauch des Internet zu managen. Wenn der Iran ein Gesetz mit solchen Kriterien schafft, könnte es viele der damit verbunden Probleme lösen“.
Siehe dazu auch:
MEK’s Role in Shaping Iran’s Political Landscape Analyzed in Revealing Conversation
The MEK’s Growing Influence Sparks Iran Regime’s Fear and Desperation
Amb. Lincoln Bloomfield: Iran’s Regime Invests Heavily in Propaganda to Influence Foreign Capitals