Saturday, February 4, 2023
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Prof. Rita Süssmuth: Zeit zu handeln – keine Zeit für gute Worte und Absichtserklärungen

Prof. Rita Süßmuth bei der Versammlung für Demokratie im Iran am 22. Juni 2013, in Villepinte, Paris: Ich fasse mich kurz, denn ich habe erfahren, daß noch mehr als 20 Redner zu Ihnen sprechen möchten. Ich nehme an, daß Sie schon müde sind. Es ist aber eine große Ehre, Ihr Gast zu sein. Ich spreche im Namen unserer sehr aktiven deutschen Gruppe – nicht nur der Abgeordneten, sondern auch der Bürger der Zivilgesellschaft, die sich für die Sache des iranischen Volkes und besonders die Bewohner Ashrafs und Libertys engagiert haben. Es ist eine wichtige Botschaft.

Wir überbringen den Ausdruck der Unterstützung von 70 Abgeordneten, festgehalten in einem Buch, das Frau Rajavi überreicht wurde. Mich bewegt heute abend vor allem eine Sorge: Wir brauchen Widerstand. Der aber ist schwierig, wenn dafür nicht genug Akzeptanz vorhanden ist, nicht genug Entschlossenheit, den Regierungswechsel herbeizuführen.

Ich danke Ihnen allen; Sie benötigen diesen Zusammenhalt, diese Zusammengehörigkeit – nicht nur das iranische Volk, sondern alle Völker der Welt. Ich danke Ihnen sehr für Ihre Unterstützung; wir hoffen, daß wir die gemeinsamen Ziele erfolgreich unterstützen können.

Meine zweite Sorge gilt der sehr, sehr gefährlichen Situation in Camp Liberty. Gute Worte und Absichtserklärungen reichen nicht aus; wir brauchen Taten. Wir brauchen Regeln zur Veränderung der Situation. Es muß Sicherheit geschaffen werden. Sie müssen aus dem Land gebracht werden. Sie müssen in sichere Länder aufgenommen werden, es gibt dafür nicht genug Akzeptanz, weder in den Vereinigten Staaten noch in Europa.

Wichtig ist in den kommenden Wochen – nicht erst Monaten -, daß wir ihre Bemühung um mehr Sicherheit bekannt machen. Sie haben keine Sicherheit. Es war sinnlos, die Leute von Ashraf nach Liberty zu bringen, wo sie unsicherer sind als je zuvor. Daher rufe ich alle unsere Länder auf, Druck auf unsere Minister auszuüben – dahingehend, daß sie diesen Helden die Türen öffnen, ihnen allen.

Es sind wirklich Helden, daher lassen Sie diesen Tag nicht ohne weiteres Handeln zu Ende gehen! Wir müssen zeigen, daß hier wirklich Menschen in Gefahr sind, daß sie ihr Leben aufs Spiel setzen, damit sie hoffen können, daß sie nicht in den nächsten Wochen getötet werden; denn wir wissen, es wird zu weiteren Angriffen kommen.

Laßt uns zusammenstehen, gemeinsam hoffen, gemeinsam handeln! Alles Gute für die Menschen in Ashraf und Liberty und für das iranische Volk!

Ich danke Ihnen. (Beifall)