Tuesday, November 29, 2022
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Mutige Ärzte und Krankenschwestern kämpfen gegen die Coronavirus Propaganda des Regimes – Doch sie brauchen Hilfe


Iran: Protest von medizinischem Personal

Die iranischen medizinischen Mitarbeiter fahren damit fort, die Behauptungen des iranischen Regimes zu widerlegen, dass der Ausbruch des Coronavirus unter Kontrolle ist. Das iranische Regime hat am 11. April damit begonnen, die Wirtschaft wieder zu eröffnen, nachdem es einen Lockdown gab. Dieser Lockdown wurde von Woche zu Woche schwächer und wurde in weiteren Regionen herunter gefahren. Doch Experten warnen davor, dass es erneut einen massiven Anstieg an Infektionen und Todesfällen geben könnte, doch die Pläne werden unvermindert fort gesetzt und die Vertreter des Regimes betreiben dabei Desinformation, damit die öffentliche Aufmerksamkeit über mögliche Konsequenzen der Iraner sinkt.
Das iranische Regime hat seit Beginn des Ausbruch des Coronavirus Desinformation betrieben und dies war Teil seines Umgangs mit dieser Krise. Es begann damit, dass man den Ausbruch des Virus im Iran vertuschte und versuchte, die Auswirkungen zu verharmlosen. Zudem wurden für den Ausbruch ausländische Kräfte verantwortlich gemacht und stets darauf hingewiesen, dass es angeblich im Iran nicht so schlimm sei wie in anderen westlichen Ländern.
Die erste offizielle Verlautbarung über den Ausbruch des Virus im Iran kam am 19. Februar, nachdem zwei Patienten an dem Covid-19 Virus gestorben waren. Doch Dokumente, welche dem Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI) vorliegen, zeigen, dass die ersten Fälle bereits einen Monat früher von der Nationalen Notfallorganisation registriert wurden. Es ist offensichtlich, dass die ersten Todesfälle bereits lange vor den ersten offiziellen Erklärungen statt fanden, vor allem wenn man bedenkt, wie lange das Mullahregime den Virus generell im Iran leugnete.
Der verzögerte Start der Bekanntgabe der Zahlen des Regimes hilft, zu verstehen, warum es derart große Unterschiede zwischen den Infektionen und den Todeszahlen gibt und warum unabhängige Experten andere Voraussagen machten. Als Teheran die Krise nicht mehr vertuschen konnte, begann die Zahl der Todesfälle stetig zu steigen. Doch dies passierte erst, nachdem ein Vertreter der Stadt Ghom bekannt gab, dass es dort mindestens 50 Tote gibt, während der Gesundheitsminister des Regimes zu dieser Zeit noch darauf bestand, dass es höchstens ein Duzend Tote im ganzen Land gibt. Seitdem ist die offizielle Zahl der Infektionen und Todeszahlen auf diesem Mix aus Lügen aufgebaut.
Das Resultat ist eine Krise, die mindestens sechs Mal höher ist als das, was das Regime in seinen offiziellen Erklärungen sagt. Das Gesundheitsministerium setzt die Zahl der Todesfälle immer noch auf unter 8000 an, doch der NWRI berichtete, dass die Zahl der Todesfälle am Mittwoch über 49.000 betrug. Damit ist der Iran immer noch auf Platz 2 oder 3 der am schlimmsten betroffenen Länder und seine Auswirkungen für das Volk sind verheerend. Diese Beschreibung wird auch von den Berichten aus den iranischen Krankenhäusern gestützt, welche ins Ausland gelangten und an unabhängige Medien weiter geleitet wurden.
Diese Art der Augenzeugenberichte haben seit Anfang der Pandemie die Erklärungen des NWRI gestützt. Bereits zwei Wochen, nachdem das Regime seine erste öffentliche Erklärung machte, hatte eine iranische Krankenschwester durch die Veröffentlichung eines Videos auf den sozialen Medien für Schlagzeilen gesorgt, indem sie um Hilfe baten und eine größere Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit forderte. Dabei sagte sie, dass mehr als 100 Patienten an einem einzigen Tag sterben. Diese Krankenschwester wurde kurz danach verhaftet und ihre persönliche Geschichte somit zum Schweigen gebracht, doch es zeigte auch, dass das Regime in der Tat etwas im großen Ausmaß verschwieg.

Nurses and people from other branches of the Iranian society are holding rallies protesting poor living conditions as the crisis continues.https://english.mojahedin.org/i/iran-protests-nurses-unemployment-wages-paychecks-salaries-20200603 
Iran: Nurses, others hold protests despite ongoing coronavirus crisis | People’s Mojahedin Organi…
Reporting by PMOI/MEK Iran, June 3, 2020—Nurses and people from other branches of the Iranian society are holding rallies protesting poor living conditions as the coronavirus crisis continues. A…

Sie war nicht allein, weder bei der Weitergabe von Informationen über die Schwere der Krise noch bei den Folgen. Sobald jemand mitteilte, dass der Ausbruch stattfand, ergriffen die Behörden Maßnahmen, um sie davon abzuhalten, darüber zu sprechen. Die Justiz kündigte an, dass „Verbreiter von Gerüchten“ mit bis zu drei Jahren Gefängnis und Auspeitschung bestraft werden. Anfang Mai gab der Polizeichef des Landes bekannt, dass 320 Personen aus genau diesen Gründen strafrechtlich verfolgt wurden. Es besteht kaum ein Zweifel daran, dass viele andere in den letzten zwei Monaten ein ähnliches Schicksal erlitten haben. In der Zwischenzeit zielten die Behörden auch auf Medienplattformen ab, auf denen jeder seine Erzählung teilen konnte. Zeitungen wurden von der Veröffentlichung ausgeschlossen und weit über 1.000 Webseiten wurden geschlossen.
Es ist bemerkenswert, dass nichts davon die Öffentlichkeit zum Schweigen gebracht hat, geschweige denn die Mediziner, die der anhaltenden, nicht bewältigten Krise am nächsten stehen. Der stellvertretende Leiter der Medizinischen Universität von Ahvaz erklärte am Montag, dass 20 von 28 Städten in der Provinz Khuzestan immer noch als „rote“ Gebiete ausgewiesen sind. Zwei Tage zuvor sagte der Dekan der Medizinischen Universität von Isfahan, dass in seiner Provinz mehr als 1.000 Menschen ums Leben gekommen sind. Er ergänzte zudem, dass Ärzten und Krankenschwestern seit Monaten keine Rückerstattungen erhalten haben. In der Zwischenzeit weigern sich die Behörden des Regimes, der Öffentlichkeit finanzielle Unterstützung zu gewähren und erklären statt dessen, dass die Krise unter Kontrolle ist und keine ausländische Hilfe benötigt wird.
Manchmal sprechen Mediziner über diese Desinformation in halboffiziellen Nachrichtenagenturen und dennoch setzen sie sich jedes Mal einem großen Risiko aus. Während Teheran seine Absicht erklärt hat, “Verbreiter von Gerüchten” mit drei Jahren Gefängnis zu bestrafen, könnte die tatsächliche Strafe auf jeden Fall weit darüber hinausgehen. Die Justiz muss nur erklären, dass die jeweilige Person Regimebeamte beleidigt oder „Feindschaft gegenüber Gott“ demonstriert hat, als sie die Wahrheit sagte.
Unter diesen Bedingungen und inmitten eines Ausbruch des Coronavirus, der immer noch Zehntausende weiterer Iraner zu töten droht, müssen solche Ärzte und Krankenschwestern gelobt werden, welche die Wahrheit aussprechen. Aber darüber hinaus dürfen sie die Last dieser Wahrheit nicht alleine tragen. Ihre selten beachteten Warnungen vor dem Kampf des Iran gegen Covid-19 sind eine Herausforderung für die Dominanz des Regimes in den iranischen Medien und im öffentlichen Diskurs. Diese Dominanz kann jedoch nur mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft überwunden werden.
Zu diesem Zweck müssen die westlichen Medien die offiziellen Narrative des Iran ablehnen. Darüber hinaus müssen die Weltgesundheitsorganisation und andere Experten des öffentlichen Gesundheitswesens Druck auf das iranische Regime ausüben, um sie in das Land zu lassen, damit sie eine unabhängige Bewertung der Infektionsraten und der Todesfälle sowie Empfehlungen zur Vorgehensweise abgeben können. Nur diese Vorgehensweise wird den Iran endlich von seiner anhaltenden Katastrophe befreien.