Wednesday, February 1, 2023
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Einmischungen im Irak, gefährlicher als der atomare Iran

Leitartikel von Mohammad Mohaddessin

Im Anschluss an den Aufstieg des terroristischen Geiselnehmers und Kommandeur der Revolutionsgardisten, Mahmoud Ahmadinejad als neuen Präsidenten Irans, warnte Marjam Rajavi, gewählte Präsidentin des iranischen Widerstandes, dass diese Entwicklung nur eine Ausweitung der Unterdrückung im Iran, eine wachsende Ausfuhr des Terrorismus und Fundamentalismus insbesondere in den Irak und anwachsende Bemühungen zur Aneignung von Nuklearwaffen hervorrufen würde.

Ich hob in meinen vorherigen Kommentaren hervor, dass mit dem Aufstieg Mahmoud Ahmadinejads sich die Revolutionsgardisten als die Säulen des klerikalen Regimes herausgebildet haben. Dies ist das Gehäuse, welches für Unterdrückung, Ausfuhr des Terrorismus und die Beschaffung von nuklearen Waffen zuständig ist. Der oberste Minister des nationalen Sicherheitsrates, Brigadegeneral Ali Larijani, staatliche Radio und Fernseher Leiter Brigadegeneral Ezzatollah Zarghami, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans General Mohsen Rezai, Kommandeur der Staatssicherheitskräfte Brigadegeneral Esmail Ahmadi Moqadam und viele Parlamentsabgeordnete, weitere Regierungsbeamte und schließlich der neue Präsident der Mullahs sind ehemalige Mitglieder der islamischen Revolutionsgarde (IRGC). Etliche andere IRGC-Kommandeure stehen auf der Kandidatenliste von Ahmadinedjas Kabinett.

Der Anstieg der Anzahl an öffentlich Erhängten und brutalen Bestrafungen in den letzten Tagen ist Auslösungsanzeige zu dem Erwartenden, in punkto Menschenrechte. Die staatlichen Medien berichteten sieben Erhängungen und sechs Todesurteile in nur drei Tagen in dieser Woche.

Die Ernennung eines Kommandanten der Revolutionsgarde zum nuklear Spitzenmann in den Verhandlungen mit der Europäischen Union, der eklatante Verstoß gegen das Pariser-Abkommen durch die Inbetriebnahme von Isfahans Uran-Umwandlungs-Anlage und die Ablehnung der IAEA-Resolution vom 11. August erhellte die Entschlossenheit des iranischen Regimes zur Aneignung von Nuklearwaffen.

Aber die größte Bedrohung die wenig Aufmerksamkeit erhielt, ist Teherans schleichende Einmischungen in den Irak und ihre Pläne zur Vertilgung des Landes. Heute gibt es unwiderlegbare Beweise dafür, dass Irans Gelder, Waffen und Agenten das Feuer zu Aufruhen, Terrorismus und Entführungen im Irak fechten.

Zwei Mitglieder der Volksmodjahedin Iran (PMOI) wurden am 4. August von Agenten des klerikalen Regimes in Bagdad entführt. Hossein Pouyan (mit politischem Flüchtlingsstatus in Italien) und Mohammad-Ali Zahedi wurden beide als geschützte Personen unter der vierten Genfer Konvention anerkannt. Diese strafbare Handlung folgt der Bestätigung der hochrangigen irakischen Regierungsbeamten während eines Besuches in Iran, dass die PMOI ein politisches Phänomen seien.

Die Mullahs beschlossen alle politischen und diplomatischen Orientierungen zur Seite zu stellen und zu dieser Art von Terror gegen die PMOI zu greifen, nachdem die Koalitions- Bombenangriffe auf das Camp der Organisation im Irak zu zerstören versagten und Teherans kostspielige und umfangreiche Falschinformations-Kampagne nicht die gewünschte Ausweisung der PMOI in den Iran erbrachte.

Diese Neuentwicklung muss im Kontakt zu einem politischen und strategischen Wendepunkt innerhalb der iranischen Regierung gesehen werde. Vor der internen und externen Krise stehend und unfähig, den weit verbreiteten volkstümlichen Widerstand zu kontern, musste das Regime zu größerer Brutalität greifen um seine Dauerhaftigkeit zu gewährleisten.

Ein weiterer Aspekt dieses neuen Wendepunktes ist die gestiegene Einmischung des Regimes im Irak. Dies erklärt sich durch die massenhafte Auslieferung von Waffen und Munitionen, steigende Entsendung von revolutionären Gardisten und Kleriker und zuletzt mehr Geld an dieses Land, um dort ein islamisches Marionetten-Regime aufzubauen. Ferner hat Iran seine ambitionierten Programme in der von Schiiten dominierenden südlichen Region im Irak nicht verborgen. Kurzum ist das eine Erklärung Irans zum Krieg.

Die neuesten Bemerkungen der US und Britischen Behörden über die Einmischung der Mullahs im Irak gaben Aufschluss über eine begrenzte Ansicht der Realität im Lande. Die wachsende Rolle der Kleriker in terroristischen Abläufen im Irak und seine Bemühungen, seine fundamentalistische Doktrin im Irak auszubreiten, sind weitaus größer als was bislang belichtet wurde.

Bedauerlicherweise wurden die Gefahr und die Bedrohung, welche Iran auf Irak aufwirft, auf ein Minimum gebracht und aus politischen Radern herausgehalten. Es scheint, als wenn der Weg zum Lösen der Krise im Irak das Hinzuwählen des iranischen Regimes sei. Dies würde eine angebrachte Strategie sein, wenn das iranische Regime nicht Teil des Problems wäre, sondern Teil der Lösung im Irak.

Kein Land profitiert mehr von der Krise im Irak als das iranische Regime. Alle angrenzenden Länder würden sich strategisch von einer Theokratie im Irak bedroht fühlen. Die iranischen Mullahs sind nicht nur die einzige Ausnahme, sondern haben die größten strategischen Interessen in der Einrichtung solch eines Regimes. Iran hat die längste Grenze zu Irak und 80 % der irakischen Bevölkerung ist nur 100 Meilen von der iranischen Grenze entfernt. Kein Land in der Region hat eine militärische Streitkraft so groß wie die revolutionären Gardisten und die Oods (Jerusalem) Truppen. Und kein Land in der Region kann im Entferntesten so nah wie die Mullahs am Exportieren des Fundamentalismus an diese Nation investieren.

Der Grund für die Einmischungen Irans: ein demokratisches Irak würde keinem Land eine Gefahr darstellen, außer dem totalitären Regime im Iran. Solange das klerikale Regime im Iran an der Macht bleibt, wird es all seine Mittel nutzen, um die Einrichtung einer Demokratie, Frieden und Ruhe im Irak unterzubinden.
The mullahs are determined to set up a puppet Islamic state in Iraq or in some regions of the country even if it were to lead to a civil war or the disintegration of Iraq as a sovereign country.

Die Mullahs sind entschlossen ein islamisches Marionetten-Regime im Irak oder einigen Regionen des Landes aufzustellen, selbst wenn es zu einem Bürgerkrieg oder dem Zerfall Iraks als ein souveränes Land führen sollte. Das wäre das Sprungbrett der Mullahs um ihren ominösen Traum einer globalen islamischen Republik zu verwirklichen. Solch eine Entwicklung würde sogar eine größere Gefahr des Friedens und der Ruhe in der Region und der Welt darstellen, als Teherans Aneignung an Nuklearwaffen.

Nuklearwaffen in der Hand von herrschenden Klerikern in Iran würden die Abgleichung der Macht in der Region spalten. Lediglich die Verbreitung des Fundamentalismus würde den Mullah ein langfristiges Überleben gewährleisten und den notwendigen Sturz des Regimes verhindern, was unvereinbar ist mit allem, was die zivilisierte Gesellschaft repräsentiert.

Mohammad Mohadessin, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Nationalen Widerstandsrates Irans