Saturday, December 3, 2022
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23 Fragen an jemanden, der behauptet, Journalist zu sein

23 Fragen an jemanden, der behauptet, Journalist zu sein
Ein persisches Sprichwort sagt: Ein Weiser wird nicht zweimal aus einem Loch gebissen. Das bedeutet, dass ein Weiser nie zweimal denselben Fehler begeht. In diesem Sinne kann ich kaum glauben, dass jemand, der schon mal einen Artikel voller Lügen gegen die Volksmudschahedin im SPIEGEL veröffentlicht hat und dafür von einem Gericht bestraft wurde, den Fehler durch einen sehr einseitigen und voreingenommenen Artikel mit wiedergekäuten Lügen und Verleumdungen gegen die MEK wiederholt. Dafür gibt es zwei Erklärungen: Entweder ist diese Person einfältig oder es steht eine andere Motivation dahinter als die, die Wahrheit zu sagen.
Der neue Artikel von Luisa Hommerich in der ZEIT ist ein weiterer Versuch, die Volksmudschahedin (MEK) zu dämonisieren. Ihr neues Sujet sind Amin Golmaryami und die anderen Kinder der Volksmudschahedin in Köln. Frau Hommerich behauptet, für diesen Artikel viel recherchiert und alle Aussagen von Amin Golmaryami so gut wie möglich überprüft zu haben. Es ist jedoch völlig unklar, wie sie beispielsweise die Behauptungen, die Kinder hätten im Haus Meschenich wenig zu essen bekommen, die Verlegung der Kinder vom Irak ins Ausland während des Krieges hätte zur Zerstörung der familiären Bindungen geführt oder die Mutter Amin Golmaryamis hätte während seiner Telefonate mit ihr unter dem Druck der MEK gestanden, – wie sie solche Behauptungen überhaupt verifizieren konnte.
Amin Golmaryami ist weder der erste noch der letzte, der die MEK verraten hat, sondern lediglich ein weiteres Beispiel von Menschen, die aus niedrigen Beweggründen ihre gefallenen Kameraden – darunter sogar den eigenen Vater – vergessen und verraten, sich für Geld in den Dienst diktatorischer Mullahs wie Khamenei und Raisi begeben und versuchen, diese zu befriedigen. Amin Golmaryami ist mittlerweile 36 Jahre alt und kann nicht länger vortäuschen, unwissend zu sein und die Tragweite seiner Behauptungen nicht zu kennen. Er muss sich des täglichen Leidens der Menschen seiner Heimat unter der Mullahdiktatur, unter Unfreiheit, staatlicher Unterdrückung, Armut, Arbeitslosigkeit und Inflation bewusst sein. Er muss wissen, dass die Mehrheit der Iraner den Zerfall dieses Regimes begehrt. Andererseits weiß er auch, dass die MEK die einzige Oppositionsgruppe ist, die seit vierzig Jahren unermüdlich am Sturz dieses Regimes arbeitet und bislang jeden Preis dafür gezahlt hat. Er weiß, dass das iranische Regime nichts mehr fürchtet als Menschen, die sich den MEK nähern, weshalb es neben all seinen terroristischen Bemühungen, die Volksmudschahedin physisch zu eliminieren, auch ein großes Budget für Propaganda ausgibt, um die MEK zu dämonisieren. Wenn er also sagt: “Ich möchte, dass jeder weiß, was für eine gefährliche Gruppe die Volksmudschahedin sind”, erklärt er auf sehr deutliche Weise sein Ziel im Dienst der Mullahs, denn das ist es, was die Mullahs Tag und Nacht verfolgen.
Das von Hommerich zusammengedichtete Märchen über Amin Golmaryami zeigt deutlich, dass dieser äußerst egoistisch ist. Sein Traumleben definiert sich im Herumstreunen in der Kölner Innenstadt, Döneressen, Bus- und U-Bahnfahren. Es mag ihm sehr gefallen haben, sein eigenes Bild in einer deutschen Zeitschrift zu finden. Jedoch erkennt jeder Iraner, der dieses Märchen liest, dass es sich dabei um ein Individuum handelt, das seine Seele verkauft hat und keine Gefühle für seine Herkunft und seine Heimat hegt. In dem ganzen Artikel erwähnt er nicht einmal, dass er auch nur einen Moment an die Menschen und die Jugend denkt, die tagtäglich unter der klerikalen Diktatur im Iran leiden. In seiner Gedankenwelt haben die Aufstände und Proteste des iranischen Volkes nirgends einen Platz. Wahrscheinlich sind die Märtyrer vom November 2019, Navid Afkari und Mostafa Salehi, für ihn Fremde. Er ist dem iranischen Regime so ergeben, dass er im ganzen Artikel keinen einzigen Satz gegen die klerikale Diktatur im Iran ausspricht. Er hält sich nicht einmal an die 80-20-Formel (80% Kritik gegen das Regime austeilen und 20% gegen die MEK, um so die Auftraggeberschaft des Regimes zu kaschieren) und schießt von Anfang bis Ende nur gegen die MEK, dieselben Volksmudschahedin, die ihm zweimal das Leben gerettet haben.
Da ich ebenfalls eines der Mudschahedin-Kinder war, das von Köln in den Irak ging, teile ich, nur zur Vervollständigung der Recherchen von Frau Hommerich, einige diesbezügliche Fakten mit:
Ich heiße Saleh Abbaszadeh. Ich bin eines von Hunderten von Kindern, die 1991, als der Irak unter einer der schwersten Wirtschaftssanktionen und einem der schrecklichsten Bombardements der Geschichte stand, von der MEK aus dem Irak nach Jordanien und von dort aus nach Deutschland verlegt wurden. Diese Rettungsaktion der Volksmudschahedin hat dazu beigetragen, dass ich bis heute lebe und 42 Jahre alt geworden bin. Die Hunderten von Kindern, die diesen Krieg überlebt haben, sind der MEK ewig dankbar, da wir unser Leben den Volksmudschahedin verdanken.
Heutzutage werden viele Filme über diejenigen gedreht, die jüdische oder armenische Kinder aus Kriegsgebieten gerettet haben und als Helden in die Geschichte eingegangen sind. Obwohl ich damals erst 12 Jahre alt war, erinnere ich mich sehr gut daran, wie die MEK, mitten im Krieg, in einem riesigen Projekt mehrere hundert Kinder sicher nach Jordanien gebracht hat. Die Gesichter jener Mujahedin-Männer und -Frauen, die sich selbst in Gefahr begaben, um uns zu retten, werden in meinem Gedächtnis nie verblassen. Es war für mich nicht einfach, mich von meiner Mutter und meinem Vater zu trennen und einem unbekannten Schicksal entgegenzugehen. In Nächten, in denen es im vom Krieg zerrissenen Bagdad keinen Strom oder Wasser gab und die Stille und Dunkelheit der Nacht gelegentlich durch das Geräusch von Raketenexplosionen oder Verteidigungsfeuern erschüttert wurden, weinte ich bei Laternenlicht stundenlang neben meiner Mutter – aus Angst vor einer ungewissen Zukunft, die auf mich wartete – und bestand darauf, bei ihr zu bleiben. Aber es war klar, dass unter den damaligen Umständen im Irak kein Platz für Kinder war, woraufhin die MEK die meisten von uns in einem humanitären Schritt im Februar 1991 außer Landes brachte. Der Zeitpunkt unserer Ausreise aus dem Irak war ideal. Nicht einmal einen Monat später, im März 1991, nutzten die Revolutionsgarden des Mullah-Regimes die volatilen Bedingungen im Irak aus, überquerten die Grenze und griffen die Stützpunkte der MEK im Irak an. Es gab harte Kämpfe, in denen einige der Volksmudschahedin getötet wurden.
Ich erinnere mich noch daran, wie meine Eltern zusammen mit den Eltern anderer Kinder, die mit uns aus dem Irak verlegt wurden mussten, bis zum letzten Moment bei mir und meiner Schwester waren und sich von uns verabschiedeten. Unsere Verbindung wurde nie unterbrochen, ich habe ihnen regelmäßig geschrieben, und sie haben meine Briefe beantwortet. Zwei Jahre später kam mein älterer Bruder zur Krebsbehandlung zusammen mit meinem Vater aus dem Irak nach Deutschland und ich traf beide wieder. Meine Mutter kam auch einige Monate später nach Deutschland und ich konnte sie jeden Tag besuchen und mit ihnen allen reden. Obwohl mein Vater und mein Bruder bereits verschieden sind, wurde unsere familiäre Bindung sowie die gegenseitige Liebe in den letzten 30 Jahren nie geschwächt oder gebrochen. Ich finde es entsetzlich, dass Frau Hommerich in ihrem Artikel versucht, eine erlogene Version dieser Tatsachen für die Ziele des Dritten, nämlich des iranischen Regimes darzubieten.
Soweit ich mich erinnern kann, hielten alle Kinder Kontakt zu ihren Eltern, die noch im Irak lebten oder schickten ihnen Briefe und Geschenke und vice versa. Die MEK lieferte die Geschenke und Briefe durch Reisende, die in den Irak oder in andere Länder reisten, aus. Während meiner Reise nach Schweden im April 1997 habe ich persönlich eine große Anzahl von Geschenken, welche die Eltern im Irak an ihre Kinder in Schweden übergeben wollten, mitgenommen und im dortigen Büro der MEK abgegeben, das sie dann den Kindern aushändigte.
Ich war eines von 150 Kindern, die nach Köln kamen. Die Organisation hat uns nicht nur ein Haus in Köln-Meschenich, sondern mehrere Gebäude zugeteilt. Entgegen den Behauptungen in Hommerichs Bericht hatten wir sowohl persönliches Eigentum als auch ausreichende Nahrung. Viele der Kinder, die aus anderen Städten kamen, brachten Computer und verschiedene Spielsachen mit, die sie anderen Freunden auch zum Spielen gaben. In ihrem Bericht versucht Frau Hommerich vorzugeben, die Kinder der MEK-Angehörigen in Deutschland wären immer unter der Kontrolle der Organisation gestanden und hätten keine Verbindung zur Außenwelt haben können. Sie zitiert Amin Golmaryami: „Wir sind immer im Bann der Organisation geblieben.” Das ist eine reine Lüge.
Wir gingen alle auf verschiedene Schulen in Köln und in deutschen Schulen haben wir mit deutschen Lehrern und deutschen Schülern zu tun gehabt. Viele von uns Kindern waren in örtlichen Sportvereinen eingeschrieben. Wie andere Teenager in unserem Alter machten wir regelmäßig Ausflüge und Urlaub, besuchten viele Orte, vom Louvre in Paris bis Barcelona in Spanien. Es gibt viele Fotos davon und ich kann sie bei Bedarf jedem Gericht vorlegen.
Frau Hommerich, glauben Sie tatsächlich, dass inmitten all der bunten Freizeitbeschäftigungen und Reize der deutschen Gesellschaft wie Kino, Läden, Konzerte, Clubs usw. ein Satz: „Sie müssen erwachsen werden und diesen Weg gehen“ einen jungen Mann veranlassen kann, Mut zu fassen und alles zurückzulassen, um in einen ernsthaften Kampf gegen das blutige klerikale Regime einzutreten?
Warum sind Ihrem Bericht zufolge nur 40 der 150 Kinder, die nach Deutschland kamen, in den Irak zurückgekehrt? Sie wurden nicht gefragt, warum die anderen 110 Kinder diese Entscheidung nicht getroffen hätten?
Sie vergleichen sich und stellen sich vor, jeder sei bereit, seine Würde und Menschlichkeit zu versteigern, und deshalb wollen Sie unsere bewusste Entscheidung in Frage stellen und nicht akzeptieren, dass es im Westen Menschen gab, die ihr Leben, ihr Wohlergehen und ihren Komfort geopfert haben. Sie gaben auf, verzichteten auf ein angenehmes Leben und kämpften für ein höheres Ziel.
Mitte der 1990er Jahre, vielleicht 1995 oder 1996 sendete ARTE Deutschland einen Bericht von Stützpunkten der Befreiungsarmee, in dem es junge männliche und weibliche Kämpfer befragte. Ich habe diese Sendung aufgenommen und oft gesehen und es war für mich sehr motivierend, dass ein gebildetes Mädchen aus Kanada zur Befreiungsarmee im Irak ging und es genossen hat, dort zu sein. Gleichzeitig interessierte ich mich sehr für das Lesen, und nachdem ich mehrere biografische Bücher über Churchill, Kennedy und andere Autoren gelesen hatte, las ich auch ein Buch über Che Guevara. Vor allem interessierte ich mich für Che Guevara und las weitere Bücher über ihn. Dann fing ich an, mit vielen meiner Freunde und sogar mit vielen Leuten, die die Organisation verlassen hatten, über die Organisation zu sprechen und zu recherchieren. Ich habe alle Behauptungen der MEK-Gegner und sogar des US-Außenministeriums gegen die Mujahedin gelesen und dann die Antworten der Mujahedin gelesen. Ich habe auch mit vielen meiner engen Freunde über diese Entscheidung gesprochen, sogar mit Mitgliedern meiner Familie, die in Europa lebten und die Mujahedin ablehnten. Im Alter von 18 Jahren kam ich als Ergebnis all dieser Gespräche und Studien zu dem Schluss, dass mein Engagement als junger Iraner nicht darin bestehen konnte, in Deutschland zu studieren und eine Arbeit zu finden, während Millionen junger Menschen unter der Unterdrückung der klerikalen Regierung leiden mussten, weil sie keine Freiheit hatten. Ihre Talente blieben unerfüllt und mein Land fiel zurück.
Meine Pflicht als iranischer Jugendlicher sollte es sein, zu kämpfen, um die Quelle dieser Unterdrückung, nämlich die klerikale Regierung zu stürzen.
Ich bin nicht direkt zu den Mujahedin gegangen und habe sogar auf Anraten einiger MEK-Aussteiger zuerst andere iranische Gruppen untersucht, aber ich habe keine Gruppe gefunden, die organisierter, ernsthafter und erfahrener war als die Mujahedin im Kampf gegen die klerikale Regierung. Also bat ich die Mujahedin, mich in den Irak gehen zu lassen. Die Funktionäre erklärten mir die Gefahren im Irak. Sie sagten: Der Irak steht unter Sanktionen und die Möglichkeiten dort sind begrenzt, es ist dort nicht möglich, eine Familie zu gründen und zu heiraten.
Im Gegensatz zu den Lügen, die in diesem Artikel präsentiert werden, hat mich niemand in den Irak geschmuggelt, ich bin legal nach eigener Entscheidung und mit meinem Flüchtlingspass in den Irak eingereist.
Zur Information von Frau Hommerich: Mein deutscher Pass ist nach 25 Jahren immer noch in meinen Händen. Da unser Flug von Paris um 5 Uhr morgens ging, war es natürlich, dass wir um 3:30 Uhr aufstehen mussten, um nach einer Stunde Autofahrt pünktlich zu sein. Frau Hommerich hat in ihrem Artikel suggeriert, die Mujahedin hätten nachts ein Kind aus dem Bett entführt und in ein Flugzeug geworfen.
Frau Hommerich behauptet, die Mujahedin hätten ihren Recherchen zufolge mehr als 40 Kinder repatriiert, die ohne ihre Eltern nach Köln gekommen waren. Abgesehen davon, dass Herr Mertens, der Anwalt der Kinder, später zugeben musste, dass die Kinder zu ihren Eltern in den Irak zurückgekehrt waren und dies menschlich verständlich war, sah ich im Irak meine Mutter, die vor ein paar Jahren in den Irak zurückgekehrt war, und sah meine Schwester. Am Tag meiner Ankunft im Irak kamen meine Mutter und die Mutter eines anderen Kindes, das mit mir kam, nach Bagdad, um uns zu besuchen.

Anscheinend stellen Sie sich vor, jeder wäre bereit, seine Würde und Menschlichkeit zu versteigern. Deshalb wollen Sie unsere bewusste Entscheidung in Frage stellen und nicht akzeptieren, dass es im Westen Menschen gab, die ihr Leben, ihr Wohlergehen und ihren Komfort geopfert haben. Sie gaben die Annehmlichkeiten des westlichen Lebens auf und kämpften für ein höheres Ziel.
Von Bagdad aus gingen wir zu einem Ausbildungszentrum, wo sich später weitere Freunde von uns aus anderen Ländern uns anschlossen. Wir blieben zwei Jahre in diesem Ausbildungszentrum. Die ganze Zeit hindurch konnten wir unsere Mutter, unseren Vater oder andere Familienmitglieder besuchen, wann immer wir wollten. In dieser Zeit haben wir an keinen Militärmanövern oder gar Militäreinsätzen teilgenommen. Ich erinnere mich gut, dass die Volksmudschahedin strenge Regeln hatten, wonach niemand unter 18 Jahren an Militäroperationen teilnehmen sollte. Amin Golmaryami ging, wie er selbst gesagt hat, im März 2001 in den Irak. Im April 2003, nach der US-amerikanischen Besetzung des Irak wurden alle Waffen der Volksmudschahedin eingesammelt (sie wurden entwaffnet).
Ich kann bezeugen, dass Amin Golmaryami bis zum Alter von 18 Jahren an keinen Militäraktionen teilgenommen hat. Danach hatten die Volksmudschahedin ja keine Waffen mehr, um militärische Aktivitäten durchzuführen. Nach der Übergabe der Waffen (an die US-Armee) beschränkten sich die Aktivitäten der Volksmudschahedin in Ashraf hauptsächlich auf politische oder Aufklärungsarbeit und die Produktion von Fernsehprogrammen oder akademische Ausbildungen. Solange der Schutz von Ashraf von der US-Armee gewährleistet wurde und noch nicht an die vom iranischen Mullah-Regime gesteuerten irakischen Henker übergeben worden war, kamen Gäste aus dem Iran, aus dem Ausland oder aus irakischen Städten nach Ashraf und alle Mitglieder konnten mit ihnen reden.
Was Frau Hommerich vielleicht schwer verstehen kann, ist, dass ich nicht in den Irak ging, um zu leben, zu reisen und Spaß zu haben, sondern aus dem gleichen Grund, aus dem Che Guevara nach Bolivien reiste. Aber ich muss sagen, unsere Lebensbedingungen in Camp Ashraf waren tausendmal besser als die von Che Guevara und seinen Gefährten in den Wäldern Boliviens. Die Befreiungsarmee verfügte wie jede andere Armee über militärische Disziplin, ein Element, ohne das keine militärische Kraft operieren kann. Frauen bildeten zum größten Teil die Führungsebenen dieser Armee, sie haben mit uns an militärischen Übungen und Trainings teilgenommen und waren tagsüber bei allen Aktivitäten mit uns zusammen. Wir aßen zusammen in einem Speisesaal.
Freundschaft und Freundlichkeit zwischen den Mitglidern der Volksmudschahedin ist eine der wichtigsten Grundlagen der internen Beziehungen der Organisation, die von der Führung der Organisation immer betont wird. Ironischerweise liegt einer der Gründe, warum ich mich für die Mujahedin interessierte, in den zwischenmenschlichen Beziehungen, die sie pflegen, insbesondere unter den Verantwortlichen der Organisation. Und wenn jemand ein Problem hat, gibt es immer Menschen, an die man sich wenden kann, die einem bei der Lösung des Problems helfen können.
Jede ernsthaft kämpfende Kraft muss ihren Kampf auf der Grundlage einer Weltanschauung führen. Und die Gründer der Volksmudschahedin wählten die islamische Weltanschauung für ihre Organisation. Ich habe seit meinem Eintritt in die Organisation die Ideen und Ziele der Volksmudschahedin bei vielen Zusammenkünften kennengelernt. Bei diesen Treffen gab es keinen Zwang, alle Diskussionen fanden in einem völlig freien Austausch statt und jeder konnte jede Frage stellen. Wir debattierten über die Fragen. Nachdem ich mich mit der Weltanschauung des Islam vertraut gemacht hatte, entschied ich mich auch, Muslim zu sein. Das Leben eines Muslims ist keineswegs schwer für den, der es gewählt hat. Die Volksmudschahedin halten wie 1,8 Milliarden andere Muslime in der Welt ihren Glauben hoch und führen entsprechend ihre Rituale durch.
Es besteht kein Zweifel, wenn die Befreiungsarmee nicht 2003 von Koalitionstruppen in einem Krieg, in dem sie offiziell ihre Neutralität erklärt hatten, bombardiert worden und unsere Basen und Panzerkolonnen nicht von ihren Raketen angegriffen worden wären, wenn wir nicht später von den USA entwaffnet worden wären, hätte sich das Schicksal des klerikalen Regimes, das der Region gewiss anders entwickelt. Dann hätte sich Frau Hommerich für dieses „ historische Thema“ nicht mehr interessiert, denn keiner hätte die Veröffentlichung dieses Artikels voller Lügen finanziert.
Es ist seltsam, dass sich Frau Hommerich erst heute an uns erinnert. Alle in diesem Artikel angesprochenen Themen sind doch bereits wiederholt auf den großen und kleinen Websites des Geheimdienstministeriums reflektiert worden und wir haben auf die meisten ihrer Vorwürfe auch immer wieder geantwortet. Bereits im ersten Jahr nach meiner Ankunft im Irak schrieb ich persönlich einen Brief an Herrn Mertens, unseren damaligen Anwalt in Deutschland. Ich schrieb ihm, dass ich mich aus freier Wahl im Irak befände. Nach dem Krieg und nach der Besetzung des Irak durch die USA mussten alle Kinder, die aus Deutschland gekommen waren, wie alle anderen Mitglieder der Volksmudschahedin, in Interviews mit den Amerikanern ihren Status neu definieren, weil Ashraf unter amerikanischem Schutz stand und es keine Möglichkeit gab, den Irak eigenmächtig zu verlassen.
In ausführlichen Interviews erzählte ich Mitgliedern der US-Geheimdienste dieselbe Geschichte aus meinem Leben und bestand darauf, dass ich in Ashraf bleiben möchte. Ähnliche Fragen, wie, warum und in welchem Alter ich Deutschland verlassen hätte, habe ich auch in Interviews mit Mitgliedern des irakischen Menschenrechtsministeriums und in wiederholten Interviews mit Mitarbeitern des UNHCR in Camp Liberty beantwortet. Es ist gut zu betonen, dass ich all diese Interviews allein und ohne die Anwesenheit eines anderen Mitglieds der Volksmudschahedin geführt habe. Alle Interviewpartner haben uns aufgefordert, die Organisation zu verlassen.
Damals, insbesondere ab 2009, als wir von der Quds-Truppe und den irakischen Streitkräften brutal angegriffen wurden, forderten die Volksmudschahedin die Bundesregierung wiederholt auf, ehemalige deutsche Flüchtlinge aufzunehmen. Die Bundesregierung nahm aber nur 100 von etwa 350 Personen ihrer Wahl auf. Sogar Hamid Rabiee, einer der Verwundeten des Raketenangriffs im Februar 2013, der ein ehemaliger deutscher Flüchtling war und sofort medizinische Hilfe benötigte, wurde nicht aufgenommen. Er starb 25 Tage nach seiner Verletzung im Irak. Wenn Frau Hommerich damals einen derartigen Artikel verfasst hätte, hätte sie ihm menschenrechtliche Farben und Glanz geben können. Sie hätte zum Beispiel behaupten können, ehemalige iranische Flüchtlinge retten zu wollen! Aber heute, da die Organisation der Volksmudschahedin mit großer Anstrengung alle ihre Mitglieder in Sicherheit gebracht hat und niemand von uns mehr im Irak lebt, hat dieser voreingenommene und lügenvolle Artikel ein anderes Ziel als das, der Diktatur der Khamenei und Raisi zu dienen?
Bezüglich der – in den Augen der Verfasserin nicht existierenden – Philanthropie der Volksmudschahedin muss nur daran erinnert werden, dass all jene, die diese “Unwahrheiten” erfinden, nun in Sicherheit in Europa leben. Amin Golmaryami will fälschlicherweise einen UNHCR-Mitarbeiter als seinen Retter vorstellen, der es geschafft hätte, ihn aus dem Irak zu holen. Er muss doch wissen, dass die Volksmudschahedin die Ausreise nach Albanien mit großen Anstrengungen erreicht haben. Und es waren die Volksmudschahedin selbst, die in einer Situation, in der viele Patienten wie Roya Droudy in Not waren, sich zuerst um Menschen wie Amin Golmaryrami kümmerten, – Menschen, die ihrem Leben individuell nachgehen wollten.
Nachdem Amin Golmaryami ins Ausland und in Sicherheit gebracht worden war, haben wir alle, die wir noch im Irak geblieben waren, noch drei weitere Raketenangriffe in Liberty erlitten, bei denen mehrere Menschen den Märtyrertod starben. Mit anderen Worten, es waren die Volksmudschahedin, die große Risiken auf sich nahmen. Sie retteten Amin Golmaryami und anderen das Leben und ermöglichten ihnen, ihrem Leben nachzugehen.
Er erwähnt auch mit keinem Wort, wie lange er, nachdem er die Volksmudschahedin verlassen hatte, finanzielle Unterstützung von der Organisation erhielt, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, und wie hoch sie war. Jeder faire Mann sollte denen dankbar sein, die ihm mindestens zweimal das Leben gerettet haben, aber wenn jemand beschließt, sich an den Henker zu verkaufen, tötet er in erster Linie jedes menschliche Element in sich selbst. Das Interview mit einer wohlbekannten Reporterin wie Hommerich ist natürlich nicht der erste Schritt der Kollaboration.
Wenn Sie, sehr geehrte Frau Hommerich, sich als Reporterin erlauben, den Volksmudschahedin 35 Fragen zu stellen und ihnen eine Frist zur Beantwortung festzulegen, dann lassen Sie mich auch als Reporter und Moderator des IRANINTV (Simaye Azady), der bereits eine Sendung über Sie moderiert hat (Programm Link Abseits DER SPIEGEL), Ihnen 23 Fragen stellen. Ich hoffe, Sie haben den Mut, diese klaren Fragen zu beantworten: 1. Wer hat Sie beauftragt, über das Thema „ Kinder der Volksmudschahedin in Köln“ einen Artikel zu schreiben?
2. Welche Fragen der deutschen Leser des ZEIT-Magazins würde dieser Artikel jetzt beantworten, wenn das von Ihnen angesprochene Thema 25 Jahre zurückläge?
3. Wie haben Sie die Namen der „Aussteiger“ gefunden, die früher in Deutschland gelebt hatten?
4. Kennen Sie eine Person namens Massoud Khodabandeh?
5. Standen Sie bis jetzt mit Massoud Khodabandeh und Anne Singleton in Kontakt? Per E-Mail oder telefonisch?
6. Wissen Sie, dass Massoud Khodabandeh ein bekannter Agent der iranischen Geheimdienste ist und ihm aufgrund seiner Nähe zu den iranischen Geheimdiensten die Reise in die USA verboten worden ist?
7. Kennen Sie eine Person namens Hassan Heirani? Haben Sie ihn bereits in Tirana getroffen?
8. Wissen Sie, dass dieser ein Agent der iranischen Botschaft in Albanien ist und von dieser ständig Geld bekommt?
9. Wer hat Ihnen Hassan Heirani in Tirana vorgestellt?
10. Kennen Sie eine Person namens Hadi Sani Khani?
11. Laut Hadi Sani Khani wusste die iranische Botschaft bereits vorher Bescheid, dass Sie nach Tirana reisen würden und hat einige ihrer Söldner in Tirana aufgefordert, mit Ihnen eifrigst zu kooperieren und Ihnen ein Lügenpaket zu übermitteln. Ihr erster Artikel basierte grundsätzlich auf diesen Verleumdungen. Sind diese Beschreibungen richtig?
12. Laut Hadi Sani Khani standen Sie drei Monate lang mit ihm in Kontakt, bevor Sie Ihren ersten Artikel im SPIEGEL veröffentlichten. Dabei hatten Sie ihm kritische Fragen über die Volksmudschahedin gestellt, deren Antworten er in Abstimmung mit der iranischen Botschaft in Albanien gab. Können Sie dies bestätigen?
13. Ist es nicht möglich, dass Amin Golmaryami, der Ihrer Meinung nach finanziell nicht gut dasteht, für dieses Interview Geld aus ähnlichen Quellen bekommen hat?
14. Haben Sie Amin Golmaryami gefragt, ob er Verbindungen zu den Geheimdienstagenten des iranischen Regimes hat?
15. Auszüge aus Ihrem ersten Artikel wurden wenige Monate, bevor er am 26. November 2018 auf der SPIEGEL-Website veröffentlicht wurde, auf der Website des Geheimdienstministeriums namens Kermanshah-Nejat-Verein veröffentlicht! Ist das richtig?
16. Waren Sie von 2016 bis 2018 zwei Jahre im Iran?
17. Waren Sie während der zwei Jahre mit Menschen im Iran befreundet, mit denen Sie immer noch Kontakt haben?
18. Berichten zufolge standen Sie während Ihres Aufenthalts im Iran den Basij-Frauen so nahe, dass sie Ihnen erlaubten, an der Reise der „Reisenden des Lichtes“ teilzunehmen und einen Bericht darüber zu erstellen sowie Fotos mit ihnen zu machen. Es sei darauf hingewiesen, dass die Veranstaltung „Reisende des Lichtes“ speziell dem engsten Kreis von Menschen ermöglicht wird, die der Regierung am nächsten stehen. Sie werden normalerweise an verlassene Kriegsfronten gebracht und der Regierungspropaganda ausgesetzt. Stimmt es, dass nur Personen, denen die Regierung vertraut, über eine solche Reise berichten dürfen?
19. Haben Sie noch Kontakt zu regierungsnahen Menschen im Iran?
20. Haben Sie während Ihres Aufenthalts im Iran über die Wahl berichtet, bei der Rohani gewonnen hat?
21. Es heißt, Sie hätten in Ihren Berichten über die iranische Wahl zugunsten Rohanis Nachrichten auf Ihrem Twitter oder anderen Medien wiedergegeben. Ist das wahr?
22. Haben Sie irgendeine Art von Investitionen im Iran getätigt und besitzen noch Eigentum oder Vermögen im Iran?
23. Einige spekulieren, dass Sie wegen Ihres Artikels gegen die Volksmudschahedin für den SPIEGEL, die für den SPIEGEL mit einer Niederlage vor Gericht endete, aus dem SPIEGEL gefeuert wurden, ist das richtig?
Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung dieser Fragen

mit Respekt
Saleh Abbaszadeh