Sunday, January 29, 2023
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Agenturen: Albanisches Asyl-Angebot von iranischer Gruppe abgelehnt

TIRANA, Albanien (Agenturen) – Eine iranische Oppositionsgruppe lehnte am Samstag ein albanisches Asylangebot an 210 ihrer Mitglied ab, die auf einer ehemaligen Militärbasis der USA in der Nähe von Bagdad leben. Der albanische Premierminister Sali Berisha unterbreitete das Angebot nach einer Zusammenkunft mit der stellvertretenden Staatssekretärin im State Department der Vereinigten Staaten, Barbara Leaf, dem Gesandten der UNO im Irak, Martin Kobler, sowie weiteren Politikern. Er sagte, das Asyl-Angebot an die Mitglieder der Mujahedeen-e-Khalq sei aus „humanitären Gründen“ ergangen. „Wir wissen die helfende Hand der Regierung in Tirana wirklich zu schätzen,“ sagte Shahin Gobadi vom Nationalen Widerstandsrat des Iran gegenüber „The Associated Press“ in einem über das Telefon und e-mails geführten Interview.

Gobadi sagte, die Gruppe – Mujahedeen-e Khalq – könne das Asylangebot nicht annehmen, wenn es nur so einen kleinen Teil von ihr betreffe. Die Vereinten Nationen erklären, es lebten mehr als 3 000 Mitglieder MEK auf der früheren US-Basis.

Die Regierung des Irak ist daran interessiert, daß die Mujahedeen-e Khalq das Land verlassen. Die Gruppe opponiert dem klerikalen Regime des Iran und führte, bis sie der Gewalt im Jahre 2001 abschwor, Attentate und Bombenangriffe im Iran durch. Sie focht in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts in dem Krieg zwischen dem Iran und dem Irak an der Seite Saddam Husseins.

Das Flüchtlingslager liegt auf dem Geländer einer ehemaligen Militärbasis der USA, dessen Name Camp Liberty ist. Es soll sich, während die Vereinten Nationen sich um eine Umsiedlung der Exulanten ins Ausland bemühen, um ein zeitweiliges Übergangslager handeln.

Widerwillig begannen die Mitglieder MEK im vorigen Jahr mit dem Umzug. Sie hatten davor in einer Anlage namens Camp Ashraf im nordöstlichen Irak gelebt. Es war zweimal von irakischen Sicherheitskräften überfallen worden; dabei waren mehr als drei dutzend Personen getötet worden.

Ihr Umzug in das neue Lager hat ihnen keine Garantie ihrer Sicherheit eingebracht. Ein Angriff auf das Lager mit Raketen und Mörsern ließ am 9. Februar 8 Tote und etwa 100 Verletzte zurück.

Zwei Wochen später drohte der Leiter einer neuen Gruppe militanter Schiiten weitere Angriffe auf das Lager an.

„Die Behauptung, die Bewohner Libertys weigerten sich, den Irak zu verlassen, ist eine Lüge, verbreitet von (dem Gesandten der UNO) Kobler“, sagte Gobadi. „Ganz im Gegenteil, der iranische Widerstand hat in den beiden vergangenen Jahren sein Äußerstes getan, um für die früheren Bewohner Ashrafs Aufnahmeländer zu finden.“

Er sagte, Bewohner des Lagers hätten mit Tirana Verbindung aufgenommen und garantiert, der iranische Widerstand würde alle Kosten eines Umzugs übernehmen; sie suchten, die Zahl der Bewohner, für die das Asylangebot gilt, zu erhöhen.

„Nach dem Raketenangriff auf Camp Liberty vom 9. Februar und angesichts der Tatsache, daß allen Bewohnern Camp Libertys ähnliche Angriffe drohen, würde der Transport kleiner Gruppen von Bewohnern Libertys aus dem Irak hinaus einfach für die Mehrheit der zurückbleibenden Bewohner die Gefahr erhöhen,“ sagte Gobadi in einem e-mail.

Gobadi sagte, es gebe zwei Optionen: „Die erste Option ist der sofortige, wenn auch nur zeitweilige Umzug aller Bewohner in die USA oder in ein europäisches Land zu dortigem dauerhaftem Aufenthalt oder die Rückkehr aller Bewohner nach Camp Ashraf und die Fortsetzung des Umsiedlungsprozesses von dort aus, wobei Albanien beteiligt sein könnte.“

(Übersetzt von der englischen Originalmeldung von Associated Press – 17. März 2013)