Tuesday, December 6, 2022
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Amnesty International: Der Iran ist einer der letzten Staaten, in denen Minderjährige hingerichtet werden

Der Iran ist – so erklärte Amnesty International am Montag – ist einer der Staaten, in denen die meisten jugendlichen Straftäter hingerichtet werden.

 

In einem neuen Bericht stellt Amnesty International fest, sie habe von 2005 bis 2015 die Hinrichtung von mindestens 73 Jugendlichen im Iran dokumentiert; 160 jugendliche Straftäter dämmerten in der Reihe der Todeskandidaten vor sich hin.

Es heißt in dem Bericht, das iranische Regime habe zwar einige Gesetzesänderungen herbeigeführt, denen zufolge die Richter über Jugendliche, denen Kapitalverbrechen nachgewiesen wurden, alternative Strafen verhängen sollen, doch in Wirklichkeit sind diese Änderungen dem Bericht zufolge nichts als Versuche der Behörden, „sich von ihrer beständigen Verletzung der Rechte der Kinder reinzuwaschen und die Kritiker von der bestürzenden Realität eines der letzten Staaten, die noch jugendliche Delinquenten hinrichten, abzulenken.“

Nach Auskunft von Amnesty International basiert der Bericht auf Informationen von Gegnern der Todesstrafe und für die Menschenrechte Engagierten im Iran, andererseits aber auch von Anwälten und Angehörigen der Jugendlichen, denen im Iran Kapitalverbrechen nachgewiesen worden waren. 

Jetzt, da der Iran die Ära der internationalen Sanktionen hinter sich läßt und sich um breitere Akzeptanz bemüht, „hoffen, so Frau Auerbach, die Menschenrechtsgruppen darauf, daß die iranischen Behörden einsichtig genug sind, fortan im Einklang mit den internationalen Maßstäben der Menschenrechte zu handeln.“

In den zwei Jahren nach dem Amtsantritt Hassan Rouhanis sind im Iran mehr als 2 000 Menschen hingerichtet worden – mehr als in irgendeiner vergleichbaren Periode der letzten 25 Jahre. 

Unter den Opfern befinden sich politische Dissidenten wie Gholamreza Khosravi, ein aktives Mitglied der iranischen Hauptopposition „Organisation der Volksmojahedin des Iran (PMOI oder MEK)“, der erhängt wurde, nur weil er einen Satelliten-Fernsehsender, der die Opposition unterstützt, finanziell gefördert hatte.

Am 20. April 2014 bezeichnete Rouhani diese Hinrichtungen als „von Gott geboten“ und im Einklang mit „Gesetzen des dem Volk gehörenden Parlaments“ befindlich.