Wednesday, November 30, 2022
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Amnesty International: Die Einweisung einer Frau für die Volleyball Proteste im Iran ist ‚erschreckend‘

NWRI – Die englisch-iranische Frau Ghoncheh Ghavami, die sich seit Juni im Evin Gefängnis in Teheran befindet, weil sie versucht hat, sich das Volleyballspiel von Männern anzuschauen,

wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, teilte ihr Anwalt mit.

Staatliche Medien im Iran haben ihren Anwalt mit der Aussage zitiert, es sei für den Schuldspruch Ghavamis kein offizieller Grund genannt worden.

Als Reaktion auf Berichte über Ghavamis Urteil erklärte die Direktorin von Amnesty International UK Kate Allen am Sonntag:

‚Dies ist ein erschreckendes Urteil.

Es ist empörend, dass eine junge Frau eingesperrt wird, einfach weil sie sich friedlich darüber geäußert hat, wie sehr Frauen im Iran diskriminiert werden.

Ghoncheh ist eine Gefangene aus Gewissensgründen und die iranischen Behörden sollten das Urteil umgehend und bedingungslos aufheben.

Die Behörden sollten auch Aussagen nachgehen, dass Ghoncheh von ihren Befragern mit dem Tod bedroht worden ist und sie für ihre willkürliche Internierung und ihre lange Einzelhaft entschädigen‘.

„Ghoncheh Ghavami ist eine 25jährige Frau mit iranisch-britischer Staatsangehörigkeit, sie wurde seit dem 30. Juni im Evin Gefängnis festgehalten, weitgehend in Einzelhaft ohne Zugang zu ihrem Anwalt. Sie ist eine Gefangene aus Gewissensgründen, die einzig deshalb festgenommen wurde, weil sie an einem friedlichen Protest gegen das Verbot teilgenommen hat, dass Frauen zu den Spielen der Weltliga für Volleyball im Azadi Stadion in Teheran gehen“, gab Amnesty International bei einer Eilaktion am 12. September an, in der ihre Freilassung gefordert wird.

Weiter heißt es in der Erklärung: „Am 30. Juni gingen Beamte in Zivil mit ihr in ihre Wohnung, um ihr Labtop und ihre Bücher zu beschlagnahmen,  und brachten sie in den Abschnitt 2A im Evin Gefängnis, wo sie in Einzelhaft gehalten wurde, ohne 41 Tage lang Zugang zu ihren Angehörigen oder ihrem Anwalt  zu haben.

Danach wurde sie in eine Zelle gebracht, die sie mit einer anderen Gefangenen teilte. Ghoncheh Ghavami hat ausgesagt, dass die Befrager sie in der Zeit ihrer Einzelhaft unter psychischen Druck gesetzt haben und ihr gedroht haben, sie in das Gharchak Gefängnis in der Region Varamin in der Provinz Teheran zu überführen, wo Häftlinge mit schweren kriminellen Gesetzesverstößen unter sehr trostlosen Umständen festgehalten werden, und ihr gesagt haben, dass sie ‚das Gefängnis nicht lebend verlassen werde‘.“

Sie hat im Oktober einen Hungerstreik angefangen, um gegen ihre Internierung zu protestieren.