Saturday, November 26, 2022
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Amnesty International verurteilt den ‚erbärmlichen Umgang’ der Welt mit der Krise der syrischen Flüchtlinge

Amnesty International  hat den ‚erbärmlichen Umgang’ der Welt mit der syrischen Flüchtlingskrise verurteilt; die Welt sei nicht in der Lage,

den Millionen der verletzlichsten Opfer dieses Konflikts Schutz zu bieten.

Es werden 3, 8 Millionen Flüchtlinge von den Nachbarländern, der Türkei, Libanon, Jordanien, dem Irak und Ägypten beherbergt. Nur 1, 7% dieser Zahl wurde vom Rest der Welt Asyl angeboten, so die Menschenrechtsorganisation. 

Die wohlhabenden Golfstaaten, Rußland und China haben keine Möglichkeit der Umsiedlung angeboten; die Europäische Union hat – außer Deutschland – versprochen, ‚erbärmliche’ 0, 17% der Flüchtlinge aufzunehmen – so Amnesty. 

Die Gesamtzahl der Syrer, die sich in den letzten drei Jahren in der EU um Asyl beworben haben, beträgt annähernd 150 000, etwa ebenso viele sind innerhalb einer Woche im September 2014 in die Türkei eingeströmt, so betont die Gruppe.

Der Leiter der Abteilung für die Rechte der Flüchtlinge und Migranten bei Amnesty, Sherif Elsayed-Ali, sagte: „Die geringe Zahl von Umsiedlungsplätzen, die von der internationalen Gemeinschaft Flüchtlingen angeboten werden, ist wirklich schockierend. Annähernd 380 000 Menschen ist von der Flüchtlingsagentur der Vereinten Nationen die Notwendigkeit einer Umsiedlung zuerkannt worden; nur einem winzigen Teil dieser Menschen ist im Ausland Asyl geboten worden.

Wenn ein kleines Land mit schwacher Wirtschaft und großen Schulden wie der Libanon den Anstieg seiner Bevölkerung um ¼ bewältigen kann, dann können andere Länder gewiß größere Hilfe leisten.

Das Welternährungsprogramm hat Anfang dieser Woche erklärt, es sei gezwungen, Nahrungshilfe für 1, 7 Millionen Flüchtlinge wegen einer Finanzierungskrise zu stornieren – daran zeigt sich die tief enttäuschende Haltung der internationalen Gemeinschaft.

Das vollständige Fehlen von Aufnahmeverpflichtungen auf Seiten der Golfstaaten ist besonders beschämend. Sprachliche und religiöse Bindungen sollten die Golfstaaten an die Spitze der Schutz bietenden Länder stellen, Schutz für jene Flüchtlinge, die wegen der Verfolgung und der Kriegsverbrechen in Syrien geflohen sind.“

Der Mangel an internationaler Unterstützung hat verheerende Konsequenzen auch in den fünf wichtigsten Gastgeberländern, die sich bemühen, sagt Amnesty. 

Amnesty fordert die Umsiedlung von mindestens 5% der syrischen Flüchtlinge bis Ende 2015 und weiteren 5% im Jahre 2016.

Herr Elsayed-Ali fügte hinzu: „Die für die nächste Woche vorgesehene Konferenz zur Einigung von Verpflichtungen muß zur Wendung der Dinge benutzt werden. Für die Regierungen der Welt wird es Zeit, mit mutigen Schritten Mitverantwortung in dieser Krise zu übernehmen und zur Verhütung weiteren Leidens beizutragen. 

Einige wohlhabende Länder, darunter die USA, das Vereinigte Königreich und Kuwait haben sich an der von der UNO ausgeübten humanitären Verantwortung großzügig beteiligt; doch dies allein ist nicht genug.

Die Länder können ihr Gewissen nicht durch punktuelle Zahlungen reinigen, um darnach ihre Hände in Unschuld zu waschen. 

Kein Ende des Konflikts in Syrien ist in Sicht; es besteht für die Flüchtlinge wenig Aussicht, daß sie in naher Zukunft zurückkehren können. Umsiedlung ist notwendig, um den verletzlichsten zu helfen und die Last der Gastgeberländer in der Region zu erleichtern.

Die von uns erlebte Apathie einiger der reichsten Länder wurde noch durch die Hysterie über steigende Einwandererzahlen in Europa verstärkt. Jene, die wirtschaftlich dazu in der Lage sind, müssen eine größere Rolle spielen.“