Saturday, December 10, 2022
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Aufstände in Kazerun – Der Beginn des Endes des iranischen Regimes

Der Iran geht in Richtung Regimesturz. Und die historische Stadt Kazerun, die eine kleine aber stolze Stadt ist, ist ein Zeichen dieses Wandels.

In den letzten 39 Jahren hat die diktatorische iranische Regierung stets versucht, den iranischen Geist zu brechen und die Nation durch Unterdrückung, Armut, Inhaftierungen, Folter und Hinrichtungen klein zu halten. Und während es das Volk mit eiserner Hand unterdrückte, hat es durch Terror die unterdrückende Ideologie des Islamistischen Fundamentalismus in die umgebenden Regionen verbreitet, unter anderem nach Syrien und in den Irak.

Doch die Bürger im Iran sagen nun: „Genug ist genug“. Tausende gingen in Duzenden Städten auf die Straßen und riefen:“ Nieder mit dem obersten Führer Ali Chamenei“, „Nieder mit Präsident Rouhani“ und „Nieder mit diesem Regime“.

Kürzlich riefen die Demonstranten in Kazerun: „Keine Angst, wir halten alle zusammen“, „Nicht Amerika ist unser Feind, unser Feind ist hier“ und „Die Bewegung wird so lange weiter gehen, bis wir unsere Rechte haben“.

Die aktuellen Aufstände in Kazerun haben gezeigt, dass dies auch in allen anderen Städten im Iran möglich ist.

Es braucht dafür mutige und couragierte Menschen, die gegen das tyrannische Regime aufstehen. Dabei muss allen Teilnehmern bewusst sein, dass sich die iranische Regierung nicht um das iranische Volk kümmert.

Im letzten Monat plante die Regierung, die Provinz Kazerun in verschiedene Teile aufzuteilen, ohne darüber mit den Bewohnern von Kazerun zu sprechen und ihre Meinung dazu zu erfragen.

Daher gingen die Menschen auf die Straßen und trafen sich in friedlichen Protesten vor den Regierungsgebäuden, damit ihre Stimmen gehört werden. Der Protest stieg an und Tausende Bürger marschierten über den Hauptplatz und riefen „Nieder mit dem Regime“ und „Die Würde der Kazerunis erlaubt keine Erniedrigung“. Die Bürger von Kazerun hatten verstanden, dass das Ignorieren ihrer Meinung das Leben aller Iraner betrifft und dass das iranische Regime und sein oberster Führer dafür verantwortlich sind.

Doch alle Versuche der freien Meinungsäußerung wurden von den iranischen Sicherheitskräften am 16 und 17. Mai attackiert und sie versuchten, ihre Stimmen zu unterdrücken. Die Polizei des Regimes schoss dabei in die Menge und tötete drei junge Männer und viele weitere wurden verletzt und Duzende verhaftet. Dennoch leisteten die Bürger Widerstand und widersetzten sich der Anordnung des Regimes, nicht an der Beerdigungszeremonie der drei ermordeten Demonstranten am 22. Mai teil zu nehmen und so wurde die Beerdigungszeremonie auch zu einem Protest gegen das iranische Regime. Die Menge rief dabei: „Mein ermordeter Bruder, wir werden deinem Weg folgen“ und „Tod dem Diktator“.

Die ruchlose und brutale Unterdrückung der Proteste von Kazerun führte zur internationalen Verurteilung. Frau Rajavi, die gewählte Präsidentin des Nationalen Widerstandsrates Iran, die demokratische Alternative zum iranischen Regime, verurteilte zuerst die Angriffe. Sie rief zu einer sofortigen Freilassung der Inhaftierten auf und bat ihre Landsleute, den Verwundeten zu helfen. Zudem rief Frau Rajavi zur Gründung einer UN Untersuchungskommission auf und bat den UN Hochkommissar für Menschenrechte, die Situation in Kazerun zu untersuchen.

Auch US Außenminister Mike Pompeo zeigte seine Unterstützung für „die iranischen Bürger, die gegen die unterdrückende Regierung protestieren“ und Senator Marco Rubio twitterte: „Das iranische Volk riskiert weiterhin sein Leben, um zu protestieren. Ich unterstützte Außenminister Pompeo in seiner Unterstützung des iranischen Volkes und hoffe, dass die internationalen Medien den wichtigen Proteste in Kazerun die Aufmerksamkeit geben, die sie verdienen.“

Kazerun in eine Stadt mit einem historischen Erbe, dass bis in die Sassanid Ära im 3. Jahrhundert geht. Es gibt dort viele alte Relikte, Straßen, Gebäude und Höhlen und auch die umliegenden Ortschaften haben einen großen kulturellen Wert für alle Iraner. Doch das iranische Regime will seine eigene Version der kulturellen Identität des Iran durchsetzen. Es verbietet zum Beispiel das alte Feuerfest „Chaharshanbe Suri“.

Das iranische Regime will lieber seine Ideologie des Islamistischen Fundamentalismus als Kultur des iranischen Volkes durchsetzen, was dieses jedoch niemals akzeptieren wird. Daher ist es keine Überraschung, dass das Regime die Stimmen der Kazeruni – ohne dabei mit der Wimper zu zucken – mit Mord und Unterdrückung verstummen lassen will. 

Seit den Aufständen im Iran, die Ende Dezember 2017 begannen, wurden Duzende Demonstranten ermordet und gefoltert sowie 8000 Menschen verhaftet.

Heute streiken Hunderte Lastwagenfahrer im ganzen Land und auch sie zeigen ihren Ärger gegen die extrem schwierigen Lebensbedingungen, für die das Regime verantwortlich ist.

Sie gehören zu den Arbeitern, Studenten, Müttern, Frauen, Kindern, Akademikern und vielen anderen, die gegen fehlende Lohn- und Gehaltszahlungen, Veruntreuungen und korrupte Banken und Dieben im Regime protestieren. Sie protestieren gegen Säureangriffe auf Frauen durch die Söldner des Regimes, gegen die Sperrung von Telegram und sozialen Medien, gegen willkürliche Verhaftungen, öffentliche Hinrichtungen, Folterungen von politischen Gefangen, undemokratische Wahlen, die Unterdrückung der Basisrechte, wie z.B. freie Kleidungswahl oder freie Meinungsäußerung, Freiheit der Gedanken und viele andere Dinge, welche den iranischen Bürger betreffen.

Es ist Fakt, dass das iranische Volk am Siedepunkt ist. Es will Freiheit, Demokratie, Menschenrechte und ein besseres Leben. Das iranische Regime kann das Volk nicht mehr mit Angst und Unterdrückung einschüchtern und das zeigen die mutigen Iraner jeden Tag.

Der Regimesturz ist das Ziel. Und Städte wie Kazerun halten die Flamme des Widerstandes so lange am Brennen, bis der Oberste Führe und die Diebe an der Macht aus dem Land vertrieben worden sind.