Thursday, December 8, 2022
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Bewohner Ashrafs im Krankenhaus überfallen, Dutzende geschlagen und verwundet

Die irakischen Truppen haben das Krankenhaus in Ashraf in ein Zentrum der Unterdrückung und Folter verwandelt

NWRI – Während sich im Irak und auf internationaler Ebene umfassende Unterstützung für Ashraf ausbreitet – nach der Annahme einer Resolution über Ashraf durch das Europäische Parlament am 25. November, dem Seminar in Washington am 17. Dezember und der internationalen Konferenz in Paris am 22. Dezember und nicht zuletzt der Bildung einer neuen Regierung im Irak -, machen sich das iranische Regime und seine irakischen Agenten die Weihnachtstage und den Jahreswechsel zu nutze, um weitere repressive Maßnahmen über die Bewohner Ashrafs zu verhängen.

Am Samstag, den 25. Dezember zwangen irakische Soldaten auf Befehl eines zum Amt des Premierministers gehörenden Komitees eine Gruppe von acht Bewohnern Ashrafs, die seit 20 Monaten für die Patienten arbeiten, das Krankenhaus in Ashraf zu verlassen. Dazu bedrohten sie die Gruppe und schüchterten sie ein – Steigerung der medizinischen Restriktionen, denen die Bewohner Ashrafs ausgesetzt sind.

 
Obwohl deutlich war, daß der Zweck dieser rechtswidrigen Maßnahme in der Steigerung der medizinischen Restriktionen bestand, also in Folter und Unterdrückung, entschied sich die Gruppe der acht Bewohner dazu, das Krankenhaus zu verlassen, um weitere Zusammenstöße mit der irakischen Armee zu vermeiden. Daher brachten sie einen Kran und einen Lastwagen auf das Krankenhausgelände, um ihren Wohnwagen abzutransportieren. Nachdem der Kran ihn angehoben hatte, verhinderten die Soldaten unter dem Befehl des irakischen Offiziers Heidar Azab Mashi seinen Transport und versuchten, ihn sowie den Kran und den Lastwagen zu stehlen. Die Soldaten hatten schon am Tag davor das Gelände, auf dem die Gruppe kampierte, umstellt und ließen nicht zu, daß Essen, Wasser und warme Kleidung sie, die in dem Wohnwagen eingesperrt war, erreichten.
 
Um die Krise zu lösen, erklärten Vertreter der Bewohner Ashrafs Oberstleutnant Abdul-Latif Abol-Amir Hashem, dem Kommandeur der repressiven Kräfte des Irak, daß die Bewohner, falls das Krankenhaus einen Wohnwagen benötige, dafür zu zahlen bereit seien. Doch der Diebstahl des Wohnwagens ist ein klarer Bruch internationalen und auch irakischen Rechts, den die Bewohner nicht hinnehmen werden. Oberstleutnant Latif sagte, er werde diese Angelegenheit im Komitee erörtern.

Auf Befehl des repressiven Komitees und unter Führung Oberstleutnant Latifs haben heute um 2 Uhr die irakischen Soldaten, unterstützt von 25 Humvee-Fahrzeugen, die PMOI-Mitglieder, die im Krankenhaus liegen, überfallen und mit Schlagstöcken schwer geschlagen. Dutzende der PMOI-Mitglieder wurden geschlagen und verletzt; der Zustand einiger von ihnen ist kritisch. Behrouz Mohajer, ein PMOI-Mitglied, befindet sich nach Schlägen auf den Brustkorb in Lebensgefahr.

Zugleich verhinderten die irakischen Soldaten den Eintritt von zwei Fachärzten, einem Augenarzt und einem Internisten, die nach langer Zeit wieder nach Ashraf kommen wollten.

Nach der Übertragung der Verantwortung für Ashraf an das irakische Militär im Jahre 2009 waren die Menschen im Krankenhaus und anderen Einrichtungen den Irakern ausgeliefert. Seitdem haben die irakischen Soldaten das Krankenhaus in ein Zentrum der Repression und Folter verwandelt.

Vor einem Monat begannen die irakischen Truppen auf Befehl des Komitees, das mit der Unterdrückung Ashrafs beauftragt ist, in größerer Entfernung Zäune um das Lager herum zu bauen, um damit die repressiven Möglichkeiten zu vermehren. Gegenwärtig wird das Krankenhaus von Soldaten vollständig besetzt gehalten; dort ist auch ihr Kommando stationiert.

Der iranische Widerstand macht den Generalsekretär der Vereinten Nationen, den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, den Besonderen Repräsentanten des Generalsekretärs für den Irak, den Botschafter der Vereinigten Staaten im Irak und den Kommandeur der amerikanischen Truppen im Irak auf die gewalttätigen Aktionen der irakischen Soldaten aufmerksam und fordert die Rückgabe der Verantwortung für Ashraf an die Truppen der USA sowie die dauerhafte Präsenz einer Beobachtergruppe der Vereinten Nationen, um weiteres Blutvergießen zu verhindern.

Der iranische Widerstand appelliert an Menschenrechtsvereine und –organisationen sowie die Ärztekammern, die repressiven Akte der irakischen Truppen zu verurteilen und umgehend Schritte zu ihrer Beendigung einzuleiten.

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates des Iran
26. Dezember 2010