Thursday, February 9, 2023
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Botschaft von Maryam Rajavi an eine Zusammenkunft im britischen Parlament

Donnerstag, den 17. November 2016, 19.08 Uhr

Am 17. November 2016 wandte sich Maryam Rajavi mit einer Botschaft im britischen Unterhaus an das Parlament, um die Politik des Vereinigten Königreichs gegenüber dem Iran und die dort begangenen krassen Menschenrechtsverletzungen zu erörtern. Es folgt der Text ihrer Botschaft:

 

Sehr geehrte Mitglieder des britischen Unter- und Oberhauses,
sehr geehrte Bischöfe,
liebe Freunde,

ich möchte Sie alle herzlich begrüßen. Ich danke Ihnen für Ihr Interesse an der Angelegenheit Iran – den Menschenrechten, dem Widerstand und der Freiheit des iranischen Volkes.

Die 5+1-Gespräche mit dem geistlichen Regime und ihre Ergebnisse haben in den letzten drei Jahren den Iran ins Zentrum der internationalen Aufmerksamkeit gerückt.

Es sind nun sechzehn Monate her, daß das Nuklearabkommen unterzeichnet wurde – Zeit genug, um verschiedene politische Methoden zu erproben. Es gab den Mullahs die Gelegenheit, ihr Verhalten zu ändern – zumindest das Schüren von Krisen und den internationalen Terrorismus zu beenden. Sie haben jedoch im Gegenteil Aggression und Schüren zum Krieg gesteigert, besonders in Syrien. Immer noch trägt das iranische Regime am feindseligsten, am meisten zur Instabilität der Region bei.

Es gab solche, die glaubten, die Menschenrechtslage werde sich im Iran verbessern. Doch im vorigen Jahr wurden fast 1000 Personen hingerichtet. Rouhanis Innenminister hat zugegeben, daß das Regime im Jahr einige 600 000 Menschen verhaftet. Diese Zahlen gehören der Realität an.

Das Mullah-Regime hält sich nur durch Verhaftungen, Folter und tägliche Hinrichtungen an der Macht. Hinzu kommen die ständige, systematische Unterdrückung der Frauen und der Jugend, willkürliche Verhaftungen und Drangsalierung religiöser Minderheiten, darunter der Christen, sogar die Verhaftung britischer Iraner, Beschränkung des freien Zugangs zum Internet und Verbot von Konzerten.
 
Auf der anderen Seit hat unser Volk in seinem Verlangen nach Freiheit Fortschritte gemacht.

Eine bedeutende Errungenschaft besteht in der „Bewegung auf der Suche nach Gerechtigkeit“, die dem Ziel gewidmet ist, daß den 30 000 politischen Gefangenen, die im Sommer 1988 im Iran massakriert wurden, Gerechtigkeit widerfährt. Die Mullahs haben lange versucht, dies entsetzliche Verbrechen zu vertuschen. Doch die Veröffentlichung eines Tonbands mit Ausführungen von Herrn Montazeri, der als Khomeinis Nachfolger vorgesehen war, enthüllte neue Dimensionen des Massakers.

Der iranische Widerstand arbeitet durch Freunde im Iran daran, die betreffenden Dokumente und Beweismittel zu sammeln. Wir streben an, daß die internationale Gemeinschaft in diesem tragischen Massaker ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit erkennt und die dafür verantwortlichen Funktionäre vor Gericht stellt. Wenn sie gegenüber dieser Sache nicht stillgehalten und zugelassen hätte, daß die Verbrecher der Justiz entrannen, so hätten die Welle der Hinrichtungen und die Repression im Iran nicht bis heute andauern können.

Eine weitere wichtige Entwicklung liegt in der Art, wie sich regimekritische Demonstrationen im Lande ausbreiten. Am 29. Oktober versammelten sich tausende Menschen, um gegen die Anwesenheit der Mullahs in Persepolis zu demonstrieren – am Grabmahl von Kyros, dem Gründer des antiken Iran und Verfasser einer Menschenrechtscharta vor 2 500 Jahren.

Endlich möchte ich auf einen bedeutenden Erfolg und einen erheblichen Sieg des iranischen Widerstands in den zurückliegenden Monaten hinweisen – die sichere und gesunde Umsiedlung aller Mitglieder der Volksmojahedin des Iran von Camp Liberty nach Europa.

Die Mullahs setzten alles daran, um diese Umsiedlung zu verhindern. Sie versuchten, einige Vertreter der PMOI verhaften zu lassen – mit Hilfe von erdichteten Tatbeständen. Sie nahmen Raketenangriffe vor, um alle Bewohner des Lagers zu töten. Doch die Bemühungen der PMOI und eine internationale Kampagne des iranischen Widerstands brachten diese Anschläge zum Scheitern. Die Umsiedlung war im vergangenen Jahr für die Mullahs der schwerste Schlag.

Ich möchte alle Bemühungen, alle Unterstützung, die wir in dieser Sache von gewählten Vertretern der britischen Nationen in beiden Häusern des Parlaments sowie von Kirchenführern des Vereinigten Königreichs erfuhren, aus tiefem Herzen anerkennen.

Verehrte Freunde,

der iranische Widerstand trachtet nach einer Republik, die auf der Freiheit, der Gleichberechtigung, der Trennung von Religion und Staat beruht; einem Land, in dem die Todesstrafe abgeschafft ist. Wir sind bestrebt, das Scharia-Gesetz der Mullahs aufzuheben und den Gefolgsleuten aller Religionen Freiheit und gleiches Recht zu garantieren.

Ich bitte Sie alle um Unterstützung und Hilfe für unseren Kampf – die gewählten Vertreter Großbritanniens, die Kirche des Vereinigten Königreichs und alle seine menschlich Gesinnten.

Die „Bewegung auf der Suche nach Gerechtigkeit“ vertritt eine gerechte Sache, die in der Würde des Menschen wurzelt. Wir bedürfen in dieser Bewegung Ihrer Unterstützung. Wir bedürfen Ihrer Unterstützung, um die westlichen Regierungen zur Anerkennung des Kampfes des iranischen Volkes um einen Wechsel der Regierung zu gewinnen. Noch einmal: Ich danke Ihnen allen und hoffe, Sie recht bald wiederzusehen.