Sunday, December 4, 2022
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CDU-Außenexperte Polenz erklärt die vier Punkte, die die Atompolitik des Iran entlarven

CDU-Außenexperte Polenz erklärt die vier Punkte, die die Atompolitik des Iran entlarven

Von F. Weckbach-Mara

Wie weit ist der Iran auf dem Weg zur Atommacht? B.Z. sprach mit Ruprecht Polenz (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag.

Wie groß ist in Deutschland heute die Bedrohung durch internationalen Terrorismus?

Polenz: Es ist ein Irrtum, zu glauben, Deutschland sei weniger gefährdet als Frankreich, Spanien oder Großbritannien. Anschläge wie in London oder Madrid hätten auch Städte in Deutschland treffen können. Es ist das strategische Ziel des internationalen Terrorismus, den Westen in einen Konflikt mit den islamischen Ländern insgesamt zu treiben.

Wie weit ist der Iran auf dem Weg zur Atommacht?
Polenz: Der nukleare Brennstoff-Kreislauf kann friedlich, aber auch zu militärischen Zwecken genutzt werden, wenn die Anreicherung statt auf 5-6 Prozent wie zur Stromerzeugung auf über 85 Prozent im gleichen technischen Prozeß erhöht wird. Kein Land der Welt will den Iran als Atommacht sehen. Es gibt daher vier Punkte, die an der friedlichen Absicht des Iran zweifeln lassen:
1. Eine Wiederaufbereitungsanlage lohnt sich erst, wenn etwa 20 Kernkraftwerke am Netz sind. Im Iran ist noch kein einziges am Netz, aber man hat schon eine Anreicherungsanlage mit vielen 1000 Zentrifugen gebaut. Das ist, als würde man 100 Liter Benzin kaufen, obwohl man noch kein Auto hat.
2. Kerntechnische Anlagen acht Meter unter der Erde verbunkert sind für friedliche Zwecke unnötig teuer.
3. Iran plant in Arak eine Schwerwasseranlage, obwohl solche Anlagen zur Stromerzeugung unwirtschaftlich sind. Aber damit kann man Plutonium für Atomwaffen gewinnen.
4. Der Irak hat kostspielige Raketen vom Typ Shahab III mit einer Reichweite von heute 1500 Kilometern, also bis nach Israel. Die nächste Generation für 3000 Kilometer soll in diesem Jahr getestet werden. Diese ballistischen Raketen machen mit konventionellen Sprengköpfen keinen Sinn.
6. Februar. 2006