Sunday, January 29, 2023
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Das iranische Regime fürchtet sich vor den sozialen Medien

Der Generalankläger des iranischen Regimes hat seine wachsende Sorge über die Benutzung der sozialen Medien in der iranischen Bevölkerung geäußert und sie mit zunehmender Cyber-Kriminalität und Sünde in Verbindung gebracht im Zuge eines Interviews mit der Nachrichtenagentur FARS, die an die Revolutionsgarden angeschlossen ist.

Mohammad Jafar Montazeri sagte dort: „Warum werden wir Zeuge von so viel Verbrechen und Sünde in unserer Gesellschaft? Die Zahlen sind erschreckend und das sollte unseren Politikern eine Warnung sein. Mein Botschaft geht an die, die [soziale Medien] reinigen können, selbst wenn das bedeutet, dass der Verkehr dort um 50 Prozent abnimmt. Allein in den letzten zehn Monaten haben Verbrechen im Cyberspace und Verbrechen mit dem Computer um 140 Prozent zugenommen“.

Die Äußerungen können leicht ein Vorzeichen für eine neue Welle von Maßregelungen und Zensur gegen die iranische Bevölkerung sein, wie es auch zu Beginn von 2018 der Fall war, als die landesweiten Proteste gegen das Regime angefangen haben.

Montazeri unternahm dann geradezu einen Amoklauf gegen die Programme für den Austausch von Botschaften, die von den Plattformen für soziale Medien bereitgestellt werden, und nannte sie „schändlich“ und schlug vor, dass die Behörden sich an die Abteilung gegen Computerkriminalität wenden und sie fragen sollten, wer dafür verantwortlich ist.

Er war jedoch nicht der einzige Mullah, der sich in jüngster Zeit mit den sozialen Medien beschäftigt hat.

Javad Javid-Nia, der stellvertretende Generalankläger bei Angelegenheiten im Cyberspace behauptete, dass 90 % des iranischen Cyberspace von Ausländern kontrolliert werde, die die Einstellungen in der iranischen Bevölkerung ändern wollten. Da er sich bei seiner Behauptung besonders auf die iranische Oppositionsgruppe der Organisation der Volksmudschahedin des Iran (OVMI/MEK) bezog, meinte er damit vermutlich einen Regimewechsel als letztes Ziel.

Javid-Nia: „Die Verantwortlichen im Staat müssen eine Medienkampagne gegen den Feind beginnen, die Stärken und Schwächen dieses Feindes ausmachen und eine genaue Analyse vorlegen“.

Aus alldem geht deutlich hervor, dass das Regime den öffentlichen Zugang zu einem freien und fairen Internet als eine Bedrohung ansehen für die Fortsetzung der Herrschaft der Mullahs, besonders wenn man in der iranischen Bevölkerung zufälligerweise Posts der OVMI/MEK liest.

Jedoch wirft genau das die Frage auf, warum Iraner sich auf Proteste verlegen und ihr Leben riskieren sollten für den Regimewechsel, wenn das Leben unter den Mullahs so eine tolle Sache ist. Die Antwort ist, dass das iranische Regime bedeutet, dass man unter einer düsteren Diktatur leben muss, und dass die OVMI/MEK die beste Chance für das iranische Volk darstellen, frei in einer Demokratie zu leben.

Das iranische Volk ist nicht beeinflusst durch das, was Ausländer über sein Land posten, sondern durch das, was sie täglich erleben. Wenn man es recht bedenkt, macht sich ein Regime, das das Internet zensieren und Protestierende hinrichten will, nicht gerade in seiner Bevölkerung beliebt.