Wednesday, November 30, 2022
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Das iranische Regime fürchtet Telegram

Samstag, den 14. Januar 2017 um 14:23 Uhr

NWRI – Erschrocken über die Kanäle der sozialen Netzwerke hat das iranische Regime diese Kanäle ersucht, zu kooperieren und als Spione für die Regierung  zu arbeiten.

Einer der Kanäle von Telegram ist im Iran sehr beliebt. Es gibt Zahlen, wonach 40 Millionen Smartphones für den Zugang zu Telegram benutzt werden.
Das iranische Regime hat Zahlen genannt, wonach Ende September 2016 der gesamte Umfang an zugewiesenen Funkleitungen (Handys) 150 bis 230 Millionen Benutzer erreicht hat, das heißt fast das Doppelte der Bevölkerungszahl des Landes. Diese Zahl ist mit die höchste in der Welt, weil die Gesellschaft einen Drang hat,   aktuelle und verlässliche Nachrichten zu bekommen.
Innenminister Abdolreza Rahmani Fazli hat zugegeben, dass IRIB seinen Einfluss auf die Gesellschaft verloren hat. Die Nachrichtenagentur ISNA hat berichtet, dass es fast 170 Tausend aktive persische Kanäle in Telegram gibt und etwa 11 Tausend Kanäle haben mehr als 5000 Mitglieder. Nach den verfügbaren Zahlen sind 20 Millionen von 100 Millionen Benutzer des Telegram Messenger Iraner.
Da der Telegram Messenger bei den Iranern und besonders bei jungen Leuten sehr beliebt ist, hat das iranische Regime voller Furcht die Internetseiten der Organisation der Volksmudschahedin des Iran (PMOI/MEK) und des iranischen Widerstands herausgefiltert. In dieser Sache hat ein Amtsträger des Regimes bekannt: „Telegram kooperiert nicht mit dem iranischen Regime. Die Filterpolitik ist ein Witz und bei den anstehenden Präsidentenwahlen könnten wir das höchste Maß an Wahlbetrug erleben“.
Der Sekretär des Ausschusses, der die verbreiteten Tabs mit kriminellem Inhalt festzustellen hat, Abdolsamad Khoram Abadi erklärte: „Bei den Wahlen, die es im letzten Jahr im Iran gab, hatten wir den meisten Wahlbetrug bei den Wahlen für das Parlament und den Expertenrat. Die ausländischen Betreiber für die sozialen Medien haben sich geweigert, uns etwas über die Inhalte mitzuteilen, die im Internet gegen die Kandidaten veröffentlicht wurden, oder über die IP-Adressen. Infolgedessen konnten wir nicht mit ihnen darüber verhandeln“. (IRIB 2, 1. Januar 2017).
Der CEO von Telegram Messenger Paul Dorf erklärte, er habe es abgelehnt, dem Ersuchen des iranischen Regimes um Zusammenarbeit dabei stattzugeben, die iranischen Bürger auszuspionieren.
Warum aber bemüht sich das Regime so sehr darum, Telegram zu filtern, und was ist das Hauptproblem?
Tatsächlich hat das iranische Regime in aller Form die Telegram Company aufgefordert, die Internetseiten der PMOI (MEK) und des iranischen Widerstands herauszufiltern. Das iranische Regime ist wirklich erschrocken wegen der Mudschahedin, seit es das Massaker an den 30 Tausend durchführte, so dass sie keine Verbindung mit der Bevölkerung hatten, aber der jetzige Cyberspace hat die Pläne des Regimes durchkreuzt.
Shohadaye Iran, die staatliche Internetseite, hat berichtet, dass vor kurzem eine Einrichtung des iranischen Regimes Telegram energisch aufgefordert habe, die Kanäle, die mit dem iranischen Widerstand sympathisieren, herauszufiltern. Aber es erhielt von dem cloud-basierten  Dienst für Instant Messaging eine Absage.
Telegram hat geantwortet, aufgrund des Prinzips der Redefreiheit werde es diesem Ersuchen nicht nachkommen und es werde diese Kanäle nicht schließen oder filtern, so der Bericht der staatlichen Internetseite am 31. Dezember.
Telegram ist im Iran sehr populär und wird ausgiebig von den iranischen Jugendlichen benutzt, die der Zensur des Internets durch das Regime entkommen möchten. Nach einigen Medienberichten ist Telegram die Hauptanwendung für das Versenden von Nachrichten und bei den Iranern die populärste Medienplattform.
Der Sprecher der PMOI Shahin Gobadi erklärte: „Der Versuch des Kleriker-Regimes, ausländische Firmen dazu zu bewegen, Kanäle, die mit dem Iranischen Widerstand sympathisieren, herauszufiltern, ist ein deutlicher Hinweis auf Furcht und Angst des Regimes vor der wachsenden Popularität des Iranischen Widerstands in dem Land, besonders bei jungen Iranern. Es ist auch ein Eingeständnis des Regimes, dass die Iraner trotz aller Unterdrückung und Zensur darauf aus sind, Verbindung zur MEK zu bekommen und die Nachrichten und Informationen des Widerstandes zu erhalten“.
„Dies wird auch bestätigt von den wiederholten Warnungen der hohen Vertreter des Regimes in den letzten Monaten vor der wachsenden Popularität und den Aktivitäten unter den iranischen Jugendlichen, besonders an den Universitäten“, fügte Gobadi hinzu.
Das iranische Regime ängstigt sich auch vor sozialen Protesten, Streiks und Kundgebungen. Die Menschen können in der Tat über die Netze zum Instant Messaging wie Telegram miteinander in Verbindung treten und sie können Kundgebungen und Protestversammlungen vor dem Parlament und dem Evin Gefängnis veranstalten.
Nach dem Aufstand im Jahr 2009 hat das iranische Regime sofort einen Ausschuss gebildet, der Tabs mit verbreitetem kriminellem Inhalt feststellen soll. Vertreter der Regierung, darunter auch der Sekretär des Ausschusses Abdolsamad Khoram Abadi, mussten am 2. Januar 2017 ihre Niederlage eingestehen.