Wednesday, November 30, 2022
StartNachrichtenGesellschaftDer Iran treibt rasant auf eine Dürre und Wasserknappheit zu

Der Iran treibt rasant auf eine Dürre und Wasserknappheit zu

NWRI – Da die Knappheit an Wasser schon jetzt einen kritischen Zustand markiert, wird es sehr wahrscheinlich, dass sich diese Krise in vielen Teilen des Landes noch verschlimmert, sobald der Sommer näher rückt. Das geht so weit, dass die Vertreter von Rohanis Regierung aufgehört haben, von Wasserknappheit zu sprechen, und ausdrücklich vor einer Belastung durch Wassermangel warnen, vor den sich das Land gestellt sehen werde.

Statistiken, Zahlen und Projektionen

Laut Rohanis Energieminister Reza Ardakanian werden in diesem Sommer 334 Städte eine Belastung durch Wassermangel habenMit insgesamt 35 Millionen Menschen geht es bei diesen Städten um fast die Hälfte der Bevölkerung.

„Auf Grund unserer Studien sind 165 Städte mit insgesamt 10,5 Millionen auf der Stufe gelb, 62 Städte mit 6,8 Millionen auf der Stufe orange und 107 Städte mit 17,2 Millionen auf der Stufe rot. Alles in allem werden 334 Städte eine Belastung durch Wassermangel haben“, sagt Ardakanian (Die staatliche Zeitung Mardomsalari vom 22. April 2018)

Die Provinzen Isfahan und Sistan und Belutschistan werden einen Wassernotstand erleben

Der Stausee Zayandehroud in der Provinz Isfahan wird Ende Juli kein Wasser mehr haben, so die staatliche Website Alef am 20. April 2018.

„Fünf Millionen Menschen in der Provinz Isfahan werden ab August ohne Trinkwasser sein. Das ist eine absolute Notlage“, sagt das Mitglied des Regimeparlaments Haji-Deligani. (Das Radio-Farhang des Regimes vom 8. April 2018)

Das iranische Regime ist besorgt darüber, wie es an der Macht bleiben kann, nicht über die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser

 Ahmad Hamzeh, ebenfalls Mitglied des Regimeparlaments, erklärte unterdessen: „Wenn man sich mit der Krise der Versorgung mit Trinkwasser in Kerman nicht befasst, werden die Leute auf die Straße gehen. Bauern im südlichen Kerman haben kein Wasser mehr. Um Gottes Willen tut etwas in dieser Hinsicht und löst die Krise!“ (Das Radio-Farhang des Regimes vom 8. April 2018)

In einem Artikel unter der Überschrift „Die ländlichen Gebiete in Nord-Khorasan sterben allmählich ab“ schreibt die Website, die zur sogenannten Kulturellen Organisation von Khorasan gehört: „Der Direktor der Organisation von Nord-Khorasan für agrarische Wasserversorgung und für Abwasser hat bekannt gegeben, dass 159 Dörfer in der Provinz in diesem Sommer unter Wasserknappheit zu leiden haben werden. Daneben sind auch einige Städte betroffen. Zum Beispiel ist Shiravan in der Provinz Nord-Khorasan eine der Städte, die sich in den allerletzten Jahren mit einer Krise der Wasserversorgung beschäftigen mussten“.

Auch die staatliche Nachrichtenagentur Tasnim verwies am 22. April 2018 auf das Problem mit einem Artikel unter der Überschrift „Der Wassernotstand in Kohgiluyeh und Boyerahmad ist erheblich“. Sie schreibt: „Sechs Städte in der Provinz, nämlich Yasuj, Likak, Dishmuk, Sough, Basht und Madavan erleben derzeit eine Situation der Belastung durch Wassermangel, wobei erwartet wird, dass die Situation in diesen und auch noch in anderen Städten in der ganzen Provinz mit dem Anstieg der Temperaturen und des Wasserverbrauchs noch schlimmer wird“.

Ausmaß der Krise

Laut den Projektionen der Experten, wird die Bevölkerung in den zentralen Provinzen des Iran in 20 Jahren ohne Trinkwasser sein, wenn die Krise der Wasserversorgung bleibt, so dass sie auswandern müssen, um zu überleben.

Der Chef der Umweltabteilung des Regimes Isa Kalandari sagte jetzt: „Wenn es uns nicht gelingt, die Krise der Wasserversorgung zu lösen, werden in den nächsten 25 Jahren 50 Millionen Iraner das Land verlassen müssen, eine Abwanderung, die grauenhafte Konsequenzen haben wird. Das kann so weit gehen, dass wir nicht länger ein Land unter dem Namen Iran haben werden“. (Die staatliche Website Aftab am 18. September 2016)

„Kein Feind könnte die natürlichen Ressourcen des Landes und seine Umwelt so behandelt haben, wie sie im Laufe der vergangenen Jahre behandelt worden sind“, gibt Kalantari zu.

Die bittere Ironie dabei ist, dass Kalantari selbst bei der Krise seine Hand mit im Spiel hat. Als Minister für Landwirtschaft in den zwei Amtszeiten von Hashemi Rafsandjani ebenso wie in den ersten drei Jahren unter der Präsidentschaft von Khatami war Kalantari direkt verantwortlich für das Desaster durch den exzessiven Bau von Staudämmen und die Erlaubnis zum Graben nach Brunnen.

Während das Land sich jetzt sehr schnell auf eine Dürrekrise zubewegt, hat es das Regime nicht nur unterlassen, etwas zu unternehmen, sondern es verschlimmert die Zustände mit der Ausplünderung der Wasserressourcen des Landes noch.

Die Zusammenstöße zwischen den rivalisierenden Banden des Regimes enthüllen jedoch einen Teil der Realität.

Wer ist verantwortlich?

In einem Artikel unter der Überschrift „Wir müssen den Kollaps aufhalten: Wie sähe der Iran ohne Wasser aus?“ schreibt die staatliche Website Asr-e-Iran: „Wenn all die Bemühungen, die die offiziellen Vertreter des Regimes in das Filtern sozialer Netze und Messenger-Dienste gesteckt haben, dem Problem der Wasserversorgung gewidmet worden wären, dann stünden wir heute nicht vor dem Problem, genannt Wasserkrise“. (Die staatliche Website Asr-e-Iran vom 19. April 2018)

Das letzte Wort

Um eine Krise zu bewältigen, sollten ihre Wurzeln identifiziert und bearbeitet werden. Die Politik des Baus von Staudämmen ohne Fachkunde und das Graben tiefer Brunnen durch das gegen das Volk eingestellte Mullah-Regime und durch seine räuberischen Organe, darunter die Revolutionsgarden, ist einer der Hauptfaktoren, die das Land in eine Krise der Wasserknappheit und Dürre getrieben haben.