Tuesday, December 6, 2022
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Der Iran wirft große Schatten auf die Gespräche über den Mittleren Osten

ANNAPOLIS- Agenturen- Die Mittlerer Osten Friedens Konferenz beendete am Dienstag offiziell den israelisch-palästinensischen Streit. Aber genau unter der Oberfläche gab es ein unausgesprochenes Ziel: den zunehmenden regionalen Einfluss Irans und des islamischen Radikalismus zu stoppen.

Das ist möglich trotz des enormen Skeptizismus über die Fähigkeit der Israelis und der Palästinenser, gemeinsam zu einem endgültigen Friedensvertrag zu gelangen. Es gibt eine große Erwartung unter den vielen sunnitischen arabischen Ländern, die darauf hoffen, dass die Vereinigten Staaten das wieder aufnehmen, was sie als den längeren und bedeutenderen Kampf für die muslimischen Herzen und Köpfe ansehen.

“Die Araber sind nicht nur hierher gekommen, weil sie die Juden oder gar die Palästinenser lieben", sagte ein Berater der palästinensischen Verhandlungsdelegation, der nicht genannt werden wollte. "Sie sind gekommen, weil sie eine strategische Allianz mit den Vereinigten Staaten gegen den Iran brauchen."

Über Annapolis schweben tiefe Ängste vor der Herausforderung durch einen aufständischen Schiiten und einen nicht arabischen Iran mit seinem Atomprogramm und seinen erfolgreichen Verbündeten und Hintermännern im Südlibanon, im Irak und in den palästinensischen Gebieten. Diese arabischen Nationen fürchten, dass sich das Rad der Geschichte von ihnen weg bewegt, und dass sie ihre eigene Jugend an den religiösen Kampfgeist verlieren.

“Es gibt eine wirkliche Sorge und Angst unter den politischen Klassen in der arabischen Welt, dass der islamische Trend auf seiner Plattform angekommen ist", sagte Hisham Melhem, der Chef des Washingtoner Büros für das Fernsehen Al Arabiya, "Sie befürchten, dass der Iran und seine Verbündeten so agieren, als ob  das vielleicht das Ende der Zeit von Amerika im Mittleren Osten sei."

Diese Sorgen sind in den Köpfen der Führer der Region mit dem palästinensischen Problem verbunden, sagte er: "Sie wollen versuchen, den israelisch-palästinensischen Konflikt zu lösen, der immer der ausschlaggebende Punkt für die Mobilisierung der islamischen radikalen Gruppen war."

Dan Gillerman, der Botschafter Israels bei den Vereinten Nationen, gab dem diese Richtung: "Das ist ein Gipfel unserer Hoffnung und ihrer Angst. Es ist unsere Hoffnung, dass die arabische Welt verstehen wird, dass das israelisch-palästinensische Problem nicht das Kernstück ist und gelöst werden kann und ihre Angst vor dem islamischen Extremismus und dem Iran, den sie als die persische Bedrohung sehen. Das hat sie hierher gebracht."

In seiner Rede nannte Präsident Bush drei Gründe, warum seiner Meinung nach "die Zeit reif ist" für Annapolis. Erstens sagte er: "weil die Palästinenser und die Israelis Führer zum Frieden entschlossen sind." Aber zweitens erklärte er: "Weil der Kampf für die Zukunft im Mittleren Osten begonnen hat und wir sollten den Platz nicht für einen Sieg der Extremisten frei machen." Sein dritter Grund war eine Erweiterung des zweiten: "Weil die Welt die Notwendigkeit zur Unterstützung dieser Verhandlungen versteht."

In seiner eigenen Rede schlug der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas einen ähnlichen Weg ein, wandte sich an Bush direkt und sagte: "Wir erkennen an – und ich nehme an, dass Sie diese Ansicht mit mir teilen – dass die Abwesenheit von Hoffnung und die überwältigende Hoffnungslosigkeit den Nährboden für den Extremismus liefern."

Der saudische Außenminister, Saud al-Feisal, war unverblümt. "Die Stagnation im Friedensprozess hat den Ruf nach extremistischen Ideologien erhöht", sagte er. "Die Gefühle von Hoffnungslosigkeit und Frustration haben ein gefährliches hohes Niveau erreicht."

Shibley Telhami, Anwar Sadat Regierungslehrer an der Universität in Maryland sagte, dass die Angst vor zunehmender Gewaltbereitschaft und Radikalismus nach dem Muster Irans und der Al Kaida, die Araber zusammengebracht hat in der Hoffnung, dass eine neue Dringlichkeit Washington davon überzeugen würde, den Versuch zur Lösung des israelisch-palästinensischen Problems zu unternehmen.

“Sie sind sehr besorgt über die Gewaltbereitschaft und ihre große öffentliche Sympathie für die Hisbollah und die Hamas", sagte Telhami im Telefongespräch aus Kairo. "Sie waren alle fassungslos, als die Hamas [im Juni] die Kontrolle im Gazastreifen übernahm."

Vor allem die Golfanrainerstaaten "waren besorgt um die regionale Stabilität, um ihre Kinder und fürchteten für ihre außerordentliche wirtschaftlich Macht." Die gemäßigten arabischen Staaten sind "wegen des arabisch-israelischen Konflikts und dem Irak für Militarisierung empfänglich und sie wollen ihre Empfänglichkeit reduzieren."

Aaron David Miller, ein ehemaliger Unterhändler der Clinton Administration sagte, dass er bei seinem Applaus für die Bemühungen in Annapolis befürchtete, dass die Bush Administration "den Willen und die Fähigkeit habe", einen Friedensvertrag umzusetzen. "Die Chancen für einen palästinensischen Staat in George Bushs Amtszeit gehen stark gegen Null", sagte er. Die Zusammenkunft in Annapolis hat jedoch eine wichtige regionale Bedeutung.

“Für die arabischen Gemäßigten ist der neue Mittlere Osten unangenehm und das palästinensische Problem wirkt emotional tief nach", sagte er.

Trotz der schwachen arabischen Erwartungen, kamen die Araber trotzdem als ein Weg, um sich Washington gegenüber zu verpflichten, so wie es Saudi Arabien und Jordanien seit 2001 fordern, um einen israelisch-palästinensischen Frieden voranzubringen und dadurch einen langfristigen regionalen Prozess in die Wege zu leiten. "Busch wird in einem Jahr gehen", sagte Miller. "Aber die Araber wollen die USA in einer Art Verhandlungsprozess sehen, in den der nächste Präsident ebenfalls eingebunden ist."

Der Delegierte Gary L. Ackerman, Demokrat aus New York, benannte es prägnant. "Alle in Annapolis haben etwas gemeinsam", sagte er: "Es ist nicht die Liebe zu Israel oder zu den Palästinensern. Es ist die Angst vor dem Iran. Jeder braucht einen Angehörigen, den er vor dem Iran schützen muss."