US Truppen brachten Anfang Oktober einen Frachter eines deutschen Eigners auf und fanden acht Container mit Munition, die wahrscheinlich vom Iran nach Syrien verschifft werden sollten. Diese Ladung ist eine Verletzung des UN Waffenembargos und gab Anlass zu Verdruss in Berlin.
Eine "peinliche Angelegenheit", so beschreibt ein deutscher Diplomat das Vorkommnis. Der Vertreter hätte auch hinzugefügt haben können: wirkt sich vor allem negativ auf die transatlantischen Beziehungen aus.
Wie der Spiegel am Wochenende berichtete, Anfang Oktober kamen US Soldaten an Deck des Frachters Hansa India im Suezkanal und entdeckten bei einer Überprüfung sieben Container gefüllt mit 7.62 mm Geschossen für Kalashnikov Gewehre. Ein achter Container war gefüllt mit Filterpatronen für die Herstellung von zusätzlichen Patronen. Besonders peinlich ist dieser Vorfall für Berlin, weil Hansa India bei der Hamburger Schifffahrtsgesellschaft Leonhardt & Blumberg registriert ist.
Ermittler vermuten, dass die Waffen Teil einer iranischen Schiffsladung entweder für die syrische Armee oder für die Hisbollah, einer militanten islamistischen Gruppe, sind. Vertreter der US Regierung betonten, dass die Fracht eine Verletzung der Resolution des UN Sicherheitsrates 1747 darstelle, die die Verschiffung von Waffen in den oder vom Iran verbiete.
Wie Leonhardt & Blumberg mitteilte, fährt das 243 m lange (ca. 297 Fuß) Schiff seit Jahren unter der staatlichen Schifffahrtsgesellschaft der Islamischen Republik. Zwei Kriegsschiffe stoppten die Hansa India, nachdem Nachrichtendienste einen Hinweis gegeben hatten.
Nach einer Intervention der deutschen Regierung erlaubte die USA die Weiterfahrt des Schiffes zu seinem Bestimmungsort Malta, wo die Container sicher gestellt wurden.
