Tuesday, December 6, 2022
StartNachrichtenMenschenrechteDie Arbeiter im Iran leiden unter der vom Regime betriebenen Mißwirtschaft

Die Arbeiter im Iran leiden unter der vom Regime betriebenen Mißwirtschaft

Der Iran leidet an einer wirtschaftlichen Krise, die auf die vom Regime betriebene Mißwirtschaft und die Verschwendung des nationalen Vermögens für den Terrorismus zurückzuführen ist. Die Arbeiterklasse erlebt, während wir uns dem persischen Neujahr im März annähern, schwere Zeiten.

Die wirtschaftliche Not der Arbeiter verbindet sich mit der Epidemie und deren zunehmendem Todeszoll, der auf den inhumanen Umgang des Regimes mit der Krankheit zurückzuführen ist. Die Löhne der Arbeiter reichen nicht aus, um ihre Unkosten zu decken; es liegt an der Inflation und den zunehmenden Preisen.

Am 31. Januar schrieb die staatliche Tageszeitung „Hamdeli“: „[Offizielle] Schätzungen besagen, daß die Lebenshaltungskosten 7 bis 9 Millionen Toman betragen. Doch jahrelange Erfahrung hat gezeigt, daß sich diese Zahlen nur auf dem Papier befinden; der tatsächliche Lohn [der Arbeiter] ist weit davon entfernt. Die Armutsgrenze liegt jetzt bei 10 Millionen Toman, doch die geringsten Löhne der Gesellschaft liegen immer noch bei zweieinhalb Millionen. Die Lücke zwischen dem Lebensnotwendigen und der Inflation ist kritischer geworden – besonders in diesem Jahr.“

Viele Arbeiter haben seit Monaten nicht einmal ihre niedrigen Löhne erhalten.

Daher kommt es in verschiedenen Städten des Iran jeden Tag zu Demonstrationen. Am Donnerstag, den 18. Februar versammelte sich eine Gruppe von städtischen Arbeitern in Shariar bei Teheran vor dem Rathaus und demonstrierte dagegen, daß sie seit zwei Monaten keinen Lohnen erhalten hatten.

Einer von diesen Arbeitern sagte einem Journalisten der Stadt: „Herr Bürgermeister, ich bekomme 2,6 Toman. Könnten Sie mit diesem Geldbetrag auskommen? Würde er ausreichen?“ Ein anderer Arbeiter sagte: „Ich beziehe ähnlich wie mein Freund ein geringes Einkommen. [Wir] haben es aber seit zwei Monaten nicht bekommen.“

Die Arbeiter des Iran befinden sich in schweren Umständen; es kommt zu Protesten im ganzen Lande.

In der Grafschaft Mahshahri – im Südwesten des Iran – verbrachte eine Gruppe von Arbeitern am 15. Februar den dritten Tag ihres Streiks, um gegen die Entlassung ihrer Kollegen aus dem „Unternehmen Süd-Teheran“ zu protestieren. Am 18. Februar 2020 (?) versammelte sich eine Gruppe der Firma HEPCO im Südwesten des Iran und forderte die ihr vorenthaltenen Löhne.
Manchmal räumen die staatlichen Medien die Lebensbedingungen ein, unter denen die Arbeiter leiden.

Die staatliche Tageszeitung „Kar-o-Kargar“ schrieb am 9. Februar: „Die Lebenshaltungskosten einer Arbeiterfamilie von drei Personen betragen 10 Millionen Toman, doch der Lohn, der von Arbeitern erhalten wird, erreicht manchmal nur 3 Millionen. Dabei hat die Kaufkraft aufgrund der starken Inflation stark abgenommen; der Tisch der Arbeiter ist leer geworden.“

Dabei leben die Arbeiter unter sehr schwierigen Arbeits-bedingungen; man beraubt sie noch dessen, was sie verdienen.

Die staatliche Tageszeitung „Kar-o-Kargar“ schrieb am 15. Februar: „Die Löhne und zusätzlichen Leistungen, die die Arbeiter erhalten, werden in kollektiven Vereinbarungen zu Gunsten der Arbeitgeber einseitig festgelegt. Unter den gegenwärtigen Umständen müssen die Arbeiter erleben, daß ihnen sogar ihre Mindestlöhne vorenthalten werden. Zum Beispiele haben Arbeiter in Ziegeleien eine der härtesten und für die Gesundheit gefährlichsten Jobs. Dieser Gruppe werden nicht nur die „harten Punkte der Arbeit“ (Was ist gemeint – sichere Arbeitsbedingungen?) vorenthalten, sondern auch die Mindestlöhne. Der Arbeitgeber widerstrebt nicht nur den Verhandlungen, sondern verletzt einfach die Rechte der Arbeiter.“


Warum ist das Regime nicht in der Lage, die Probleme des Volkes zu lösen?

Am 20. Februar schrieb die staatliche Tageszeitung „Mostaghel“: „Keine von diesen sozialen Klassen des iranischen Volkes verfügt über einen Vertreter in der Struktur der Regierung. Die Arbeiter und die anderen unteren Klassen des Iran leben unter schlimmeren Bedingungen als die anderen Sektoren der Gesellschaft. Die Arbeiter verfügen nicht einmal über eine wirkliche Gewerkschaft. Sie haben auch keine Medien. Ihre Stimme dringt nirgendwohin durch.“

Außerdem wissen trotz der Bemühungen des Regimes, für die wirtschaftliche Krise des Iran die von den Vereinigten Staaten verhängten Sanktionen verantwortlich zu machen, die Leute – und die staatlichen Medien geben es zu -, daß der wirkliche Grund ihres Elendes in der verfehlten Wirtschaftspolitik des Regimes liegt.

Die staatliche Tageszeitung „Arman“ schrieb am 27. Januar: „Wer glaubt, daß ein anderer Präsident der Vereinigten Staaten der iranischen Wirtschaft einen fundamentalen Wandel bescheren würde, ist viel zu optimistisch. Die Wurzel der wirtschaftlichen Probleme des Iran liegt eher in der inneren als in der internationalen Politik. Es gibt im Lande ein Zentrum der wirtschaftlichen Korruption, [und darin liegt] das wirkliche wirtschaftliche Problem [des Iran].“

Die zunehmenden wirtschaftlichen und sozialen Probleme haben in der Gesellschaft auch zu einer Zunahme der Unruhe geführt. Die staatlichen Medien des Regimes warnen die Funktionäre vor den Folgen ihres Handelns.

Die staatliche Zeitung „Arman“ schrieb am 15. Februar: „Das [Regime] hat in bezug auf die Arbeiter und ihre Lebensumstände den falschen Weg eingeschlagen; es könnte zu kritischen Punkten kommen. Wenn wir solche gefährliche Situation erreichen und den kritischen Punkt überschreiten, kann niemand mehr die Probleme lösen. Dann werden alle Probleme auf einmal ihr Maul öffnen. An dem Tage, an dem die Toleranz der Mehrheit der Gesellschaft aufhört, die Toleranz der Arbeiter aufhört und ihre Geduld erschöpft ist, werden wir keine guten Folgen erleben.“