Friday, January 27, 2023
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Die Bedrohung des Iran auf den Irak

former member of U.S. National Security Council

Von Raymond Tanter
Seit der Invasion des Irak im Jahre 2003 hat der Iran versucht, den Irak politisch, ökonomisch und militärisch zu dominieren. Die aktuell sichtbare Einmischung des Iran in die Angelegenheiten seines Nachbarn im Dezember 2009 bei einem Teil der Besetzung des Fakka Ölfeldes in der Maysan Provinz im Südosten des Irak und der Rückzug drei Tage später zeigten, dass Tehran die Möglichkeit hat, seinen Willen Bagdad aufzudrängen. Weiterhin gibt es die Bedrohung von Selbstmordanschlägen im Irak durch arabische Ausländer; neben Syrien (dem einzigen arabischen Verbündeten des Iran) ist der Iran selbst zu einem Eintrittsort für Selbstmordattentätern geworden, die in den Irak oder von dort nach Afghanistan gehen.

Politische Bedrohungen

Despite promises to the United States not to do so if Washington took action against the main political opposition to Tehran based in Iraq, thousands of Iranian-sponsored clerics crossed into Iraq from Iran. They carried books, compact discs, and audiotapes that promoted the Iranian version of militant Islam in spring 2003, following Operation Iraqi Freedom. Furthermore, the Islamic Revolutionary Guards Corps Qods (Jerusalem) Force established and continues to support armed underground cells across the Shiite southern region of Iraq, using the humanitarian organization, the Iranian Red Crescent, as a front.

Trotz der Versprechen gegenüber der USA, keine Aktionen zu unternehmen, sofern die USA bereit ist Aktionen gegen die Hauptopposition aus Teheran, die im Irak ist, durchzuführen, gingen Tausende vom Iran gesponserte Kleriker in den Irak. Sie nahmen Bücher, Audiodisks und Audiobänder mit, auf denen eine militante Version des Islam war. Weiterhin bildeten und gründeten die islamischen Revolutionsgarden Untergrundzellen (wie die Jerusalemfront) in den schiitischen Regionen des Iraks im Süden oder tarnten sie als Hilfsorganisation, wie den Iranischen Roten Halbmond.

Die Jerusalemfront hatte medizinische Zentren und lokale Einrichtungen in Najaf, Bagdad, Hillah, Basra und Amarah und erhielt Unterstützung von der örtlichen Bevölkerung. Als Teheran begann, iranische Arbeiter in den Post-Saddam Irak zu schicken, begannen Mitglieder der irakischen Hisbollah das Land zu infiltrieren. Weil die meisten Hisbollahmitglieder Araber waren, brauchten sie einen zuverlässigen Verbindungsmann aus dem Iran, der Farsi sprach.

Teheran beauftragte die irakische Hisbollah, Agenten und Kleriker im Südirak zu verteilen. In der Tat kam eine große Kampfoperation am 1. Mai 2003 zum erliegen, weil “heilige Krieger” der Hisbollah nicht nur aus Syrien, sondern auch aus dem Iran kamen, obwohl es Beteuerungen gab, dass Teheran sich nicht in die Handlungen der USA im Irak einmischen würde. Zu Anfang betrug die Zahl dieser Operationen ungefähr 100, doch diese relativ kleine Zahl steig an und ihr Potential liegt im Ermessen von Teheran.

Die Hisbollah etablierte “Hilfsorganisationen” im Irak als Rekrutierungsbüros, eine Taktik, welche die Libanesische Hisbollah schon zuvor im Südlibanon mit Unterstützung des Iran getestet hatte. Weiterhin agierten die Agenten nach Aussagen von Mohammaed al Alawi, der Hauptsprecher der Hisbollah im Irak, als politische Kräfte in vielen südlichen Städten wie z.b. Nasariya oder Ummara und ignorierten damit das Verbot der multinationalen Streitkräfte im Irak und der irakischen Regierung von illegalen Milizen.

Teheran benutzte die Hisbollah als Ergänzung der eigenen Infiltration der lokalen irakischen Regierungsbehörden und der Justiz. Das iranische Regime hat die irakische Hisbollah benutzt, um Iraker, die im Iran lebten, wieder in den Irak zu schmuggeln. Eine erhebliche Zahl von Irakern hat doppelte Staatsbürgerschaften und lebt im Iran seit vielen Jahren, manche dienten sogar als Kommandeure der Revolutionsgarden. Die Hisbollah half mit ihrer langen Erfahrung im Umgang mit dem Iran und einige dieser Personen sitzen in irakischen Polizeistationen seit dem Ende der Hauptkampfhandlungen.

Hinzu kommt, dass die irakische Hisbollah viele Lager der Koalition im Irak kannte und ihre Bewegungen und Abläufe studierte, darunter die Bewegungen der Panzer, des bewaffneten Personals und der Wagenkolonnen. Irakische Hisbollahagneten filmten die Orte mit Zwei-Mann-Teams, die oft z.B. in Taxis versteckt waren. Manchmal wurden inszenierte Hochzeiten geschaffen, um eine Entdeckung durch die Koalitionstruppen zu verhindern. Solche Berichte werden von der Hisbollah selbst öffentlich verbreitet und sind seit Mitte April 2003 zu finden, in denen sie ihren Willen zum Angriff der US Streitkräfte im Irak und ihre steigenden Möglichkeiten verbreiten.


Militärische Bedrohungen

Ein weiterer schändlicher Aspekt der iranischen Bedrohung des Irak durch Teheran ist die Lieferung von Waffen durch seine Agenten im Irak. General Mike Mullen, der Stabschef sagte 2010, dass „der Iran Waffen durch Mittelsmänner in den Irak verschiffte. Nach dem Bericht des Außenministeriums war Teheran verantwortlich für einige Anti-Koalitionsangriffe durch Milizen, die verbesserte Explosivsprengstoffe hatten (IED), die speziell für den Angriff auf gepanzerte Fahrzeuge produziert worden waren. Die Qods Streitkräfte trainierten zusammen mit der libanesischen Hisbollah die Milizen im Irak und außerhalb des Irak, um die IED Technologie und andere weiter entwickelte Waffen nutzen zu können.

Teheran hat wiederholt seine Interessen zu einer Dominierung des Iran bekundet und dies durch die Ausrüstung seiner Verbündeten im Irak gefördert. Die Lieferung von IED durch irakische Unterhändler ist Teil der Anstrengungen des iranischen Regime zur Untergrabung der irakischen Regierung und will Bagdad vom Willen Teherans abhängig machen. Die Lieferung von IEDs in den Irak ist besonders problematisch, weil das irakische Arsenal aus US Gerät besteht, die den IED nicht gewachsen ist.

Nach den Veröffentlichungen der größten iranischen Oppositionsgruppe, den Mojahedin von Khalq (MEK), hat der Iran Fabriken mit der Herstellung von Straßenbomben (EEP) auf Wunsch der Revolutionsgarden beauftragt. Diese IED/EEP werden oft an Straßenrändern postiert, an Punkten an denen die Kolonnen oder Fahrzeuge langsam fahren müssen. Dann hat der Benutzer der Waffe genug Zeit, sie einzusetzen. Die Detonation wird von einem Mobiltelefon, einer Fernsteuerung oder einer Fernbedienung gesteuert. Die IED können einzeln, in Gruppen oder bestimmten Flächen eingesetzt werden, je nach taktischer Situation.

Im Iran produzieren Fabriken in Lavizan, in der Nachbarschaft zum nördlichen Teheran die Munition, während drei unabhängige Industriesektoren mit dem Namen Sattari, Sayad Shirazi und Shiroodi die Waffen herstellen. Die Sattari Industrie ist spezialisiert auf verschiedene Anti – Panzer Minen und –Bomben und jetzt stellen sie auch Teile der IED her.

Seit 2008 gibt es eine Produktionsanlage in Parchin, im Südosten Teherans, das veröffentlichte die MEK ebenfalls. Eine neue Generation von Straßenbomben wurde von dem Verteidigungsministerium angegliederten Einheiten geschaffen, damit sie von den Verbündeten im Irak benutzt werden können. Teheran begann damit, Sahere („wachsam“ auf Farsi) über die südirakische Grenze in den Irak zu liefern. Diese Waffen zielte auf gepanzerte Fahrzeuge und Panzer der USA. Im Laufe des Jahres 2007 brachten die Qods Einheiten neue Bomben hauptsächlich über die Grenzregion der Misan Provinz in den Irak, vor allem über Majr al-Kabir. Die Bomben wurden dann in Bagdad und im ganzen Irak eingesetzt.
 
Ein Abnehmer der Sahere war die Armee von Moqtada al-Sadr, der die Waffen gegen US Streitkräfte in Sadr City, Hay Al-Amin, Eskan und dem Al-Sholeh Bezirk in Bagdad einsetzte. Dies zeigt ein Bericht der Qodseinheiten an das Hauptquartier in Teheran.

In der Hay Al-Amin Region von Bagdad wurde eine ganze Kolonne der US Truppen von diesen Bomben zerstört. Diese „heroische“ Aktion wurde von der Scheich Hossein al-Zobaidi Gruppe ausgeführt. Doch bedauerlicherweise hatten die Attentäter keine Zeit mehr, das Gebiet rechtzeitig zu verlassen, so dass auch 14 Mitglieder der Gruppe starben.

Ray Odierno, der Kommandeur der multinationalen Streitkräfte im Irak, bestätigte 2007 die Bericht der MEK und der Direktor des Nationalen Geheimdienstes, John Negroponte, veröffentlichte ein ähnliches Dokument über iranische Lieferungen der tödlichen Straßenbomben.  Ein Pressekonferenz Februar 2007 im Bagdad veröffentlichte die Lieferung von iranischer Technologie an irakische Milizen und zeigte dabei Beweise für die destabilisierende Rolle des Iran im Irak auf.

Die entsprechenden Dokumente wurden bei der Verhaftung von Qods Mitgliedern im Irak 2006 sicher gestellt, die auch zeigten, dass das Regime auch sunnitische Gruppen wie die Al-Qaida oder den Ansar al-Aslam durch Teheraner Verbindungsleute unterstützt.

Britische Offiziere im Irak wissen auch über die iranischen Waffen im Irak Bescheid. Im März 2007 gab es mehr als 30 britische gefallene Soldaten nach einem Angriff auf einer Basis in Basra durch Katiusha Raketen und Mörsergranaten aus dem Iran.

Der Iran produziert die IED nicht nur für irakische Verbündete, er trainiert sie auch im Bombenbau. Die Jalil Abad Qodseinheiten Garnison wird dazu benutzt, um irakische Hisbollah Mitglieder darin zu trainieren, wie die Bomben bauen, Propeller betriebene Granaten (RPG) und Katiusha Raketen benutzen. Irakische Milizen haben auch IED benutzt, die an Fahrzeuge angeheftet werden können, um Ermordungen von irakischen Mitarbeitern durchzuführen. Diese kompakten IED sind magnetisch und können an die Unterseite von Autos plaziert und dann mit einem Fernzünder oder Zeitzünder zur Explosion gebracht werden.

Die irakischen Mitarbeiten kommen hauptsächlich aus der Armee oder Polizei, aber können auch lokale Mitarbeiter, Richter oder Journalisten sein. Ein weiteres Problem ist, dass solche IED auch gegen US Militärmitarbeiter oder anderes Personal eingesetzt werden können. Das Risiko ist vor allem während des Rückzugs der US Einheiten hoch. Es gibt dann weniger Geheimdienstoperationen und die effektive Nutzung von Dissidentenquellen im Irak, die jetzt unter stärkerem Druck der Verbündeten des iranischen Regimes in den Sicherheitskreisen stehen.

Gegenmaßnahmen

Das US Militär hat einige erfolgreiche Gegenmaßnahmen gegen IED im Irak entwickelt. Minensichere Fahrzeuge (MRAP) und Sucheinheiten (EOD) begleiten die Operation Freiheit für den Irak. MARP sind effektiver als stärker gepanzerte Hummers, die eine kurzzeitige Lösung waren. Obwohl spezielle Sucheinheiten die Anzahl der Opfer durch IED im Jahre 2006-2007 auf 60% reduziert haben, bleibt die Zahl der Straßenbomben hoch.

Schlußfolgerungen

Weil das iranische Regime eine politische und militärische Bedrohung für den Iran bleibt, ist es wichtig, diese Bedrohungen zu bekämpfen. Eine Untersuchung des iranischen Politikausschusses zeigt, dass die effektivste Maßnahme ein Schutz der iranischen Dissidenten durch die internationale Gemeinschaft ist, um die steigende Bedrohung der Verbündeten des Iran im Irak zu stoppen.

Was die militärische Bedrohung durch Teheran betrifft, so sollte das US Militär wichtige Geräte im irakischen Waffenarsenal lassen. Die iranischen Waffen sind in Händen von shiitischen Milizen und brutaler Elemente wie der al-Sadr Armee oder einer Absplitterung der der Badr Korps, einem bewaffneten Flügel der mächtigen irakischen politischen Schiiten Partei.

Die Priorität auf das iranische Nuklearprogramm und Teherans diplomatische Widerspenstigkeit zu legen, macht eine diplomatische Lösung der Waffenlieferungen unmöglich. Wenn Teheran Atomwaffen entwickelt hat, dann wird es noch weniger möglich sein, diplomatischen Druck auszuüben. Hinzu kommt, dass der US Truppenabzug aus dem Irak unbedingt den irakischen Sicherheitskräften die Möglichkeit lässt, die steigende Bedrohung aus dem Iran mit Explosivwaffen zu bekämpfen.

Die gute Nachricht ist, dass Washington die islamischen Revolutionsgarden, die Qods Einheiten und die irakische Hisbollah als terroristische Vereinigungen ansieht. Die schlechte Nachricht nach Ansicht des iranischen Politikausschusses ist, dass die USA die Hauptopposition zu Teheran mit starken Einfluß im Iran, den Nationalen Widerstandsrat und die Mojahedin von Khalq- auch als terroristische Organisation einstuft. Die Untersuchung sagt, dass ihre Delistungen der einzige Weg sind, die politische und militärische Bedrohung von Teheran auf Bagdad zu stoppen, wenn die US Streitkräften aus dem Irak abgezogen sind.

Vielleicht besteht die beste Bekämpfung der iranischen Bedrohung auf den Irak nach dem Rückzug der US Truppen darin, dass sich die Probleme im Iran verstärken. Die USA kann rhetorisch die steigende „grüne Bewegung“ im Iran unterstützen, die Dissidenten in ihren Kontakten zu den Menschen im Iran fördern und mit der Opposition in Paris und im Irak zusammen arbeiten, wie zum Beispiel mit dem nationalen Widerstandsrat und den Mojahedin von Khalq und das Regime mit „lähmenden Sanktionen“ spalten. Dann hat Teheran weniger Möglichkeiten, eine steigende Bedrohung im Irak zu werden.

* Raymond Tanter ist ein Professor an der Georgetown Universität und Mitgründer des iranischen Politikausschusses.

Quelle: www.energypublisher.com