Tuesday, January 31, 2023
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Die Gefahr der Salzstürme ist akut!

Aufruf an die iran. Umweltaktivisten und Verfechter der Urumiye-See-Rettung
Liebe Landsleute,
Der Urumiye-See im Nordwesten Irans war bis vor kurzem noch der 2-größte Salzsee der Welt. Dieser See befindet sich zurzeit in einem Todeskampf, mit allen verheerenden Folgen für die Millionen Menschen und die Umwelt der Region. Alle über vierzig zulaufenden Flüsse dieses Sees sind in den letzten 20 Jahren durch die ökologisch verheerenden Folgen der Staudämme völlig verdorrt.

Die nicht umweltgerechte Handhabung der Staudämme hat jeglichen Wasserzufluss zum See versperrt. Seit 15 Jahren verliert der Urumiye-See an Wasser, es entsteht zunehmend eine trockene Salzfläche.
Die Menschen der benachbarten Städte und Dörfer sind mehrmals für die Rettung des Sees auf die Straße gegangen und haben friedlich demonstriert. Immer wieder jedoch wurden die Proteste von den Pasdaran niedergeschlagen – mit brachialer Gewalt, Verhaftung, Verhör und Folter.
Inzwischen sind 80 Prozent des Urumiye-Sees in eine Salzwüste verwandelt.

Die Möglichkeit der Salzstürme, vor der wir wiederholt gewarnt haben, beginnt jetzt eine reale Gefahr zu werden. Vorige Woche, am 9. und 10. Juli 2012, wurde ein großes Gebiet des (iran.) Azarbayjans von ersten Salzstürmen heimgesucht. Ein weißer salziger Staub lag in der Luft (v. a. in der Stadt Urumiye, aber auch in Naghade u.a.). Bald saß der ,,weiße Staub” auf Allem.

Das Leben von Millionen Menschen und der gesamten Fauna-Flora der Provinzen um diesen See herum sind in Gefahr. Die örtliche Behörde und die verantwortliche Zentralregierung halten sich in Schweigen bedeckt. Sie tut so, als ob nichts passiert wäre. Die Menschen, v.a. die Kinder, beklagen Augenbrennen, Hautprobleme, etc…

Die Gefahr der Salzstürme bedroht weiterhin die regionale Landwirtschaft. Beim nächsten, schlimmeren Fall könnten viele Städte und Dörfer in der Region (mit laut iran. Experten mehr als 18 Millionen Einwohnern) betroffen sein. Die zurzeit einzig mögliche Notfallmaßnahme besteht in der sofortigen Öffnung der Schleusen, damit zumindest die notwendigen (übrigens auch gesetzlich zugebilligten, aber nicht gewährten) Wasseranteile für den Urumiye-See durchfließen können.

Wir rufen Sie alle auf, die Nachricht über die Salzstürme im Iran zu verbreiten und Ihre Proteststimme zu erheben. Wir können und müssen den Urumiye-See retten. Er darf nicht sterben!

12. Juli 2012, Dr. Karim Ghassim
(Verantwortlich für die NWRI-Umweltkomission)