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Die Mehrheit der Iraner müssen – so ein Regierungsvertreter – auswandern, wenn die Wasserkrise anhält

Samstag, den 16. Mai 2015, 10. 58 Uhr

Wann die Wasserknappheit in dem Lande andauert, müssen etwa 70% der Iraner – annähernd 50 Millionen der Bevölkerung – das Land verlassen, um zu überleben – so ein Vertreter von Hassan Rouhani.

Isa Kalantari bezog sich auf die zunehmende Wasserknappheit und die schwache Verwaltung; er sagte: „Die gegenwärtige Wasserkrise des Iran begann schon vor 10 Jahren. Durch die Nutzung von etwa 97% des Landes sind fast alle Flüsse ausgetrocknet.“

„Dies bedeutet, daß, wenn wir so weitermachen, etwa 70% der Bevölkerung – 50 Millionen – das Land werden verlassen müssen. Das erneuerbare Wasser des Landes beläuft sich auf 100 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Unser miserables Management hat zur Ausdörrung von Teichen und zum Verlust von Wasser über und unter der Oberfläche geführt.“

Die staatliche Nachrichtenagentur IENA berichtete: „Da die Zahl der Dämme auf das 30fache gestiegen ist und wir den Schutz des nicht erneuerbaren Wassers versäumt haben, haben wir 75 bis 80% unseres Wassers verloren. Wenn diese Tendenz anhält, werden wir in allen Städten das Wasser rationieren müssen; der Zugang der Bürger zum Wasser wird begrenzt werden müssen.“

Ein Umweltexperte sagte dieser Nachrichtenagentur: „Die Wasserkrise hat zu neuen Problemen geführt – z. B. dem, daß Menschen wegen Wassermangels obdachlos werden. Viele nehmen an, die Wasserkrise könne dadurch gelöst werden, daß man die Verwaltung der Wasserquellen privaten Firmen übertrage. Aber unser Hauptproblem besteht darin, daß wir nicht über die notwendigen Gesetze verfügen; solange diese Engpässe nicht aus dem Wege geräumt werden, wird auch der private Sektor nicht helfen können.“

Ein anderer Experte fügte hinzu: „Wenn die Leute vom Wasser keinen korrekten Gebrauch machen, ist die mangelhafte Verwaltung die Hauptursache. Dreitausend Jahre lang wußte unser Volk, wie man das Wasser zu gebrauchen und auf welche Weise man ein Gleichgewicht mit Mutter Natur herzustellen hatte. Die Masse des Regens war in den vergangenen 30 Jahren von jener der 30 Jahre zuvor nicht sehr verschieden, doch das Missmanagement der Wasserreserven hat die 3000 Jahre alte Erbschaft des Wassergebrauchs mit Leichtigkeit zerstört und fordert nun unsere Gesellschaft und Kultur heraus.“