Thursday, December 8, 2022
StartNachrichtenWiderstandDie Proteste im gesamten Iran dauern an, während sich die Wirtschaftskrisen zuspitzen

Die Proteste im gesamten Iran dauern an, während sich die Wirtschaftskrisen zuspitzen

Während sich die Probleme der Wirtschaft im Iran zuspitzen, setzen sich überall im Lande die Proteste aller Bereiche des gesellschaftlichen Lebens fort. Die Iraner betrachten als wirklichen Grund ihrer Schwierigkeiten die verfehlte Politik des Regimes und die darin bestehende Korruption.

Am vergangenen Sonntag veranstalteten Rentner und Pensionäre der Organisation für soziale Sicherheit des Iran überall im Lande Demonstrationen, um gegen ihre schwierige Lage, zu deren Lösung das Regime nichts unternimmt, zu protestieren. Sie beharrten auf ihren Protesten trotz der Versuche des Regimes, sie einzu-schüchtern.

In Teheran zogen die Demonstranten von der Organisation für soziale Sicherheit zu der nach Shademan führenden U-Bahn (?). Sie skandierten: „Wir gehen nicht mehr zur Wahl – wir haben keine Gerechtigkeit erlebt.“ „Parlament, Regierung – wir haben genug von euren Lügen gegenüber dem Volk!“ „Die Regierung betrügt, das Parlament hilft ihr dabei!“ „Wir gehen nicht mehr zur Wahl – wir haben genug von euren Lügen!“ „Wir geben keine Ruhe, bis wir erreichen, was uns zusteht!“ „Recht wird uns nur, wenn wir auf die Straße gehen.“

Am vergangenen Montag veranstalteten in der Stadt Ziar – Provinz Isfahan – Bauern eine Demonstration; sie forderten ihr Recht auf Bewässerung. Die demonstrierenden Bauern sperrten mit ihren Fahrzeugen die Straße und setzten Reifen in Brand.

Ein ähnlicher Vorgang: In dem Dorf Vajjareh veranstalteten Bauern eine Demonstration, um ihr Recht auf Wasserversorgung zu betonen. Während dieser Versammlung sagte eine Frau: „Ihr habt gegen unser Recht verstoßen und verfolgt uns noch. Seit Jahren enthaltet ihr uns das Recht auf Wasser vor. Öffentlich sprecht ihr vom Islam, verstoßt aber gegen die Rechte des Volkes. Ihr plündert das aus, was den Waisen und Witwen zusteht, die alles, was sie durch das Teppichknüpfen verdienen, für ihr Recht auf Wasser hergeben. Aber ihr habt das Wasser weggenommen und in anderen Städten verkauft.“

Aufstand im Südosten des Iran – Demonstrationen der Rentner bezeugen die Unruhe der Gesellschaft

Am vergangenen Montag veranstaltete eine Gruppe akademisch gebildeter Lehrer in Karaj bei Teheran eine Demonstration, um gleiche Löhne und Rechte einzufordern. Die Sicherheitskräfte des Regimes nahmen eine Dame fest, die während dieser Versammlung sprach, wurden aber nach 24 Stunden gezwungen, sie freizulassen.

Entrechtete Arbeiter der Zementfabrik „Sepahan“ in Diziche (Provinz Isfahan) traten in einen Streik, um ihre niedrigen Löhne einzufordern. Betrogene Investoren, die ihre Ersparnisse an der Börse verloren haben, veranstalteten am Montag in mehreren Städten Versammlungen. Der Präsident des Regimes, Hassan Rouhani, und der Höchste Führer der Mullahs, Ali Khamenei, hatten die Leute betrügerisch zum Kauf von Anteilen an der Börse verlockt. Durch den Sturz der Börse, der einer Spekulationsblase folgte, haben viele Iraner ihre Ersparnisse verloren.

Am vergangenen Montag skandierten Demonstranten in Mashhad: „Wir werden unsere Versammlung fortsetzen, bis unseren Forderungen entsprochen wird.“ In Teheran versammelten sich ausgeplünderte Menschen vor dem Parlament des Regimes (der Majlis), um Gerechtigkeit zu fordern. Man hörte, wie sie skandierten: „Wir gehen nicht mehr zur Wahl, wir haben keinen einzigen guten Funktionär erlebt.“ „Die Regierung hatte in ihrem Budget ein Defizit und stahl uns darum unser Geld.“ „Die Regierung betrügt, die Majlis unterstützt sie darin.“ „Wir gehen nicht mehr zur Wahl, wir haben keine Gerechtigkeit erlebt“ und: „Wir gehen nicht mehr zur Wahl, wir haben zu viele Lügen gehört.“

Ein Teil des Personals der Wasser-Abteilung von ABFA in Izeh, im Südwesten des Iran, veranstaltete am vergangenen Dienstag eine Versammlung. Sie verlangten die Löhne, die ihnen seit mehreren Monaten vorenthalten worden waren.

Diese anhaltenden Demonstrationen bezeugen die Unruhe der iranischen Gesellschaft. Am vergangenen Sonntag gab die staatliche Tageszeitung „Mostaghel“ den explosiven Zustand der Gesellschaft zu: Der Staat „ist mit seinen Schwierigkeiten an einen so extremen Punkt gekommen, daß es die Funktionäre beunruhigt, wenn darüber gesprochen wird.“