Thursday, December 1, 2022
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Die Welt-Ärzte-Vereinigung (World Medical Association) besorgt über die in Camp Liberty, Irak, lebenden Iraner

 
 
 
 
Die Welt-Ärzte-Vereinigung hat sich sehr besorgt über den „betrüblichen Gesundheitszustand“ der iranischen Dissidenten in Camp Liberty, Irak, geäußert, und den irakischen Premierminister Haider al-Abadi aufgefordert, umgehend Maßnahmen zu ergreifen, damit die Bewohner des Lagers ungehinderten Zugang zu den Einrichtungen der Gesundheitsfürsorge erhalten.
 
Die in Paris ansässige WMA, die offizielle Beziehungen zur Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) unterhält und im Jahre 1947 gegründet wurde, bemüht sich darum, für alle Völker der Welt die höchsten internationalen Maßstäbe zur Geltung zu bringen und die ärztliche Ethik zu pflegen.
 
Die WMA veröffentlichte auf ihrer Website am 10. November 2014 die folgende Presseerklärung zum Gesundheitszustand der in Camp Liberty, Irak, lebenden Dissidenten:
 
Die Welt-Ärzte-Vereinigung hat dem irakischen Premierminister ihre außerordentliche Besorgnis um die „betrüblichen Bedingungen medizinischen Handelns“ in Camp Liberty mitgeteilt, einer ehemaligen Stellung des US-Militärs in Bagdad, die jetzt als Unterkunft der Mitglieder der „Organisation der Volksmojahedin des Iran“, die früher in Camp Ashraf gelebt haben, dient.
 
In einem Brief, der heute an den Premierminister, den Ehrenwerten Dr. Haider al-Abadi, abgeschickt wurde, schreibt der Präsident der WMA, Dr. Xavier Deau: „Nach Zeugnissen und Berichten von Menschenrechtsorganisationen werden die Grundrechte der 2 700 Bewohner – wie Zugang zu Ärzten und Medizin, Vertraulichkeit der Beziehung zwischen Arzt und Patient und das Recht des Patienten auf einen Dolmetscher und, falls notwendig, die Begleitung durch eine Schwester – häufig verletzt.
 
Außerdem beziehen sich zahlreiche Berichte auf Situationen, in den die Einlieferung von Patienten ins Krankenhaus und ihre Versorgung mit Medizin verhindert wurden. Zu weiteren Beispielen gehört die Streichung medizinischer Termine, verzögerte Einlieferung von Patienten ins Krankenhaus und verweigerte Erlaubnis, zur Behandlung das Lager zu verlassen. Diese anhaltenden Behinderungen haben bei mehreren Patienten Camp Libertys zu rapider Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes, bei einigen sogar zum Tode, geführt.
 
Dr. Deau fährt fort: Wir sind über diese Situation sehr besorgt; es zeigen sich flagrante Verletzungen von ethischen Grundsätzen der Medizin und Menschenrechtsgrundsätzen. Das Recht jedes Menschen auf das höchste erreichbare Maß körperlicher und seelischer Gesundheit gehört zu den fundamentalen Elementen der Menschenrechte, wie sie in Art. 14 des Internationalen Abkommens zu den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten, das vom Irak im Jahre 1971 ratifiziert wurde, festgehalten werden.
 
Wir fordern die irakischen Behörden auf, in Einhaltung ihrer Verpflichtungen dringend notwendige Maßnahmen zu ergreifen, um den Bewohnern von Camp Liberty den ungehinderten Zugang zu adäquater Gesundheitsfürsorge zu verschaffen – innerhalb oder außerhalb des Lagers. Ebenso ist es von fundamentaler Bedeutung, daß das medizinische Personal sich auf den ungeminderten Respekt vor den ethischen Prinzipien der Medizin, wie die Vertraulichkeit, verlassen kann.