Wednesday, November 30, 2022
StartNachrichtenTerrorismus & FundamentalismusEs besteht keinerlei Aussicht darauf, dass das iranische Regime seine Kontrolle über...

Es besteht keinerlei Aussicht darauf, dass das iranische Regime seine Kontrolle über den Vorderen Orient ausdehnt

Mitarbeiter des NWRI
NWRI – Seit Jahren haben viele Führer im Vorderen Orient vor den Gefahren eines schiitischen Reiches unter der Führung des Iran, das sich vom Persischen Golf bis zum Mittelmeer erstreckt, gewarnt und jetzt hat das iranische Regime einen Landkorridor, der durch den Irak, Syrien und den Libanon verläuft. Die Führer fürchten, dass dies zu einem heftigen Krieg führt, weil der Iran versucht, die Kontrolle in dem ganzen Gebiet zu übernehmen.

Jedoch ist die Furcht davor, dass das iranische Regime den Vorderen Orient beherrschen könnte, weit übertrieben.
Der Iran hat wenig konventionelle Macht, was der Grund dafür ist, dass er sich das Atomprogramm  so sehr gewünscht hat und es wäre sehr unklug von ihnen, einen Krieg zu beginnen. Es entbehrt nicht der Ironie, dass ihr Streben nach dem Atomprogramm zu massiven internationalen Sanktionen geführt hat, die ihre militärischen Ausgaben noch mehr behindern.
Im Vergleich dazu haben seine Feinde, insbesondere Saudi Arabien und Israel größere militärische Budgets und weiter fortgeschrittene westliche Technologien.
Hilfstruppen
Der iranische Landkorridor ist fast vollkommen abhängig von lokalen Hilfstruppen, auf deren Loyalität eher wenig Verlass ist und deren Fortbestand als solche verwundbar ist.
Man nehme nur die Einheiten der Volksmobilisierung (PMU)  im Irak, die in dem vom Krieg gezeichneten Land den Platz von ISIS eingenommen haben. Der irakische Premierminister Haider al-Abadi hat es zu einer Sache mit vorrangiger Priorität gemacht, die Dominanz der PMU im Irak zu beseitigen.
In Syrien hat Diktator Bashar al-Assad schon damit angefangen, dem Iran den Rücken zuzukehren (dank des russischen Einflusses), weil die sunnitischen Rebellengruppen nicht Teil des Friedensabkommens sein werden, das Irans schiitischem Einfluss sehr wohl einschließt. Es sollte dabei auch berücksichtigt werden, dass die USA sich einer fortgesetzten Anwesenheit des Iran in Syrien widersetzen und ihre Truppen nach dem Sieg über ISIS dort gelassen haben.
Zugleich kehren im Libanon auch die gegenüber dem Iran am meisten loyalen Hilfstruppen der Hisbollah dem Regime ihren Rücken zu und versuchen so im Inland an Legitimation zu gewinnen. Sie haben sogar Premierminister Saad Hariri zurückgerufen, der im November aus Furcht vor einem iranischen Anschlag auf sein Leben zurückgetreten war.
Der Protest des iranischen Volkes
Man beachte auch, dass das Regime seinen Bürgern beständig den Rücken zugewandt hat, um seinen Helfern gefällig zu sein, was zu landesweiten Protesten gegen das Regime geführt hat. Das iranische Volk skandiert: „Tod dem [obersten Führer] Ali Khamenei“ und fordert einen Regimewechsel, was beides im Iran ein todeswürdiges Verbrechen ist.
Wenn das Regime nicht von seinem Volk unterstützt wird, wie soll es ihm dann möglich sein, seine beschränkte Reichweite des Zugriffs auszudehnen? Die iranische Bevölkerung will nicht den Vorderen Orient vereinnahmen, sie will Freiheit, Demokratie und eine arbeitsfähige Wirtschaft im eigenen Land.
Quelle: Project Syndicate