Monday, December 5, 2022
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Es kann passieren, dass das iranische Regime vier Umweltschützer hinrichten lässt

Die Strafverfolger im iranischen Regime haben vier Umweltschützer  angeklagt wegen des „Ausstreuens von Verderbnis auf Erden“, eine Straftat, die in der Islamischen Republik die Todesstrafe nach sich zieht. Diese haben aber einfach eine wissenschaftliche Überwachung von gefährdeten Arten durchgeführt.

Die Mitarbeiter der Persian Wildlife Heritage Foundation wurden im Januar wegen Spionage festgenommen, wobei das Corps der Revolutionsgarden sie beschuldigt, ihre Kamerafallen, die benutzt wurden, um die seltenen asiatischen Geparden und andere Wildtiere zu überwachen,  dafür zu verwenden, das Programm für ballistische Raketen in dem Land auszuspionieren.

Die Beschuldigung ist natürlich falsch und sogar die iranische Regierung hat vor ein paar Monaten zugestanden, dass sie keine Beweise haben, um die Anklagen wegen Spionage zu stützen. Das Corps der Revolutionsgarden sah sich deshalb genötigt, seine Taktik zu ändern und die Umweltschützer stattdessen für ein Vergehen gegen die nationale Sicherheit zu belangen.

Tara Sepehri Far, ein Ermittler für Human Rights Watch in New York City, erklärte, dass das eine bizarre Anklage sei, die gegen die Umweltschützer vorgebracht werde“ und „absolut ohne Beispiel“.

Wegen des Vorgehens des iranischen Regimes gegen Umweltschützer, besonders solche mit Verbindungen zum Westen, vor einigen Monaten ist es aber nicht überraschend, dass die Mullahs soweit gehen.

Sogar der prospektive Vizepräsident für Umweltfragen im Iran wurde verhaftet und einige Tage lang festgehalten, bevor er freigelassen wurde, wobei er aber weiter vom Regime unter  Druck gesetzt wird. Kaveh Madani, ein früherer Experte für Wassermanagement am Imperial College London, entkam im April und ist jetzt an einem geheimen Ort.

Er erklärte: „Die wissenschaftliche Gemeinschaft kann eine Menge tun, um das Narrativ zu entkräften, das von [den Revolutionsgarden] verbreitet wird. Die Menschen vertrauen auf die wissenschaftliche Gemeinschaft. Wenn es ein Gegen-Narrativ gibt, können die Hardliner ihren Unsinn (bullshit) nicht mehr so leicht verkaufen“.

Die Angeklagten

Die Namen der Angeklagten sollen  Taher Ghadirian, Houman Jowkar, Morad Tahbaz, und Niloufar Bayani  sein. Sie wurden zugleich mit fünf anderen Umweltschützern verhaftet, denen ähnliches vorgeworfen wird, aber der Mitbegründer der Persian Wildlife Heritage Foundation Professor Kavous Seyed-Emami, der eine iranisch-kanadische doppelte Staatsbürgerschaft hat, starb im Februar unter mysteriösen Umständen im Gefängnis.

Ghadirian und Jowkar sind in Gremien der International Union for Conservation of Nature (IUCN) tätig, die darüber befinden, ob bestimmte Arten als gefährdet eingestuft werden. Beide sind im Gremium für Katzen tätig und Ghadirian ist auch ein Mitglied der Gruppe der Spezialisten für Bären.

Der Vorsitzende der Kommission für das Überleben der Arten im IUCN Jon Paul Rodriguez, ein Biologe für Naturschutz am Venezolanischen Institut für Naturwissenschaftliche Forschung in Caracas, äußerte dazu: „IUCN ist durch die Anklagen in höchstem Maße alarmiert. Kamerafallen sind unverzichtbar, um Status und Biologie von bedrohten Arten nach zu verfolgen. Soweit mir bekannt sind alle Informationen, die wir über den asiatischen Geparden haben, durch Kamerafallen gewonnen worden“.

Es wurden noch keine Daten für die Prozesse gegen die Umweltschützer festgelegt.