Wednesday, February 1, 2023
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Exiliraner und Irak tauschen Anschuldigungen über Camp Ashraf aus

 Bagdad (Agenturen) – Die Anführer einer Gruppe von Exiliranern im Irak, welche sich den Aufrufen weigern, das Land zu verlassen, tauschten am Donnerstag Anschuldigungen mit der irakischen Regierung aus, welche Verwandten der Bewohner den Besuch verweigerten.
Die Anführer der iranischen Oppositionsgruppe, welche ihren Sitz seit zwei Jahrzehnten in Camp Ashraf nördlich von Bagdad hat, sagten, dass irakische Streitkräfte die Verwandten gestoppt haben, um sie am Besuch ihrer Familienmitglieder zu hindern. “Die irakischen Streitkräfte sind seit dem 3. Februar an den Toren zu Camp Ashraf stationiert und verweigerten in den letzten zwei Tagen am 9. Und 10. Februar den Eintritt von 15 Verwandten, die versuchten, ihre geliebten Menschen in Ashraf zu sehen”, sagten die Volksmodjahedin Iran (PMOI).
“Die irakische Regierung sollte eine solch inhumane Behandlung nicht erlauben, welche vom iranischen Regime gefordert wird und die nun im Namen der irakischen Regierung durchgeführt werden”, ergänzte die Gruppe, die die Aktionen der irakischen Sicherheitskräfte eine Verletzung der Menschenrechte nannte.

Irakische Behörden, welche die Kontrolle über die Sicherheit von Camp Ashraf von den US Streitkräften in diesem Jahr übernahmen, gaben die Schuld der PMOI.
“Die irakische Regierung empfing die Familien und erleichterten ihre Ankunft und brachten sie zur Empfangshalle, aber die Anführer des Camps lehnten es ab, dass sie ihre Familien sehen dürfen”, sagte der nationale Sicherheitsberater Mowaffaq al-Rubaie.

“Sie bestanden darauf, dass wir an dem Treffen teilnehmen in dem sie erklärten, dass sie es nicht erlauben würden, dass sie ihre Familien privat treffen dürfen.”
Die Reaktion der Gegenseite klang ebenso unversöhnlich.

Das Schicksal der 3500 Bewohner von Camp Ashraf liegt im Ungewissen, seit der Irak die Kontrolle in diesem Jahr von den US Streitkräften übernommen hat.
Die schiitischen muslimischen Anführer sind Teheran freundlich gesinnt und wollen es schließen, aber sie sagen auch, dass sie es nicht mit Gewalt tun werden.

Menschenrechtsgruppen sagen, die Schließung von Camp Ashraf und die Vertreibung der Bewohner gegen ihren Willen verstößt gegen internationale Menschenrechtsgesetze. Sie sehen es als Test an, ob der Irak seine rechtlichen Verpflichtungen als Mitglied der internationalen Gemeinschaft einhalten kann.
Die Regierung sieht die PMOI als Terroristen, so wie es die USA und der Iran tun. Aber die Gruppe errang im letzten Monat einen wichtigen Sieg, als die Europäische Union einer Streichung der Gruppe von der Liste der terroristischen Organisationen zustimmte.
  
Die PMOI begann als linksgerichtete Oppositionsgruppe zum Schah aber fiel in die Ungnade der schiitischen Kleriker, die die Macht nach der Revolution im Jahr 1979 übernahmen. Viele von ihnen kämpften an der Seite von Saddam Hussein gegen den Iran.
Die Gruppe übergab Panzer und Waffenbestände an die US Streitkräfte nach ihrer Invasion des Iraks im Jahre 2003, aber ihre Präsenz ist eine Quelle von Differenzen zwischen Bagdad, Washington und Teheran.