Wednesday, November 30, 2022
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Frauen die Hauptopfer des Coronavirus und des repressiven iranischen Regimes

Ein Sektor der Gesellschaft, der doppeltem wirtschaftlichen Druck ausgesetzt wird – das sind die annähernd vier Millionen Frauen, die ihre Familien ernähren müssen; die meisten von ihnen leben unterhalb der absoluten Armutsgrenze. Ihre Situation ist so verheerend, daß sogar staatliche Medien von ihrem Los berichten. Am Montag, den 13. April 2020 schrieb die staatliche Tageszeitung „Javan“: „Einer der durch die Verbreitung des Coronavirus wirtschaftlich am schlimmsten Sektoren – das sind die weiblichen Haushalts-Vorstände … Ihr wahres Leiden zeigt sich, wenn man sie in der U-Bahn unter den Hausierern erblickt; sie tragen schwere Gegenstände von einem Wagen zum nächsten und versuchen, sie an Passantinnen zu verkaufen, weibliche Haushaltsvorstände, wie sie in unterirdischen Läden arbeiten, entweder weil sie ihre Ehemänner verloren haben oder weil es ihnen an Hilfe mangelt, desgleichen auch Mädchen, die sich selbst versorgen müssen und in solch einer Situation sehr verwundbar sind.“

Am 24. März 2020 schrieb die staatliche Nachrichtenagentur IRNA in einer Geschichte über 33 000 weibliche Haushaltsvorstände in Khuzestan: „Ein Bericht über 140 Frauen, die in Heimarbeit, als Hausiererinnen oder Handwerkerinnen tätig sind, zeigt, daß der auf sie ausgeübte große finanzielle Druck sie in Stress und Depression bringt, so daß einige bereits von Selbstmord sprechen. …
Frauen, die einen Haushalt versorgen müssen, sind im allgemeinen unterernährt und daher sehr anfällig.“

Die Zahl der von Frauen angeführten Haushalte nimmt im Iran exponentiell zu. Nach der Wohlfahrtstatistik des Regimes, die die staatliche Tageszeitung „Shahrvand“ am 10. Juli 2018 veröf-fentlichte, hatte in den vorigen 10 Jahren die Zahl der weiblich geführten Haushalte pro Jahr um 60 300 zugenommen. Am 24. Februar 2020 sagte die Abgeordnete Massoumeh Aghapour Alishahi gegenüber der Tageszeitung „Asr-e Iran“: „Diese Zahl hat in den letzten 10 Jahren um 58% zugenommen.“

Nach Massoumeh Ebtekar, der stellvertretenden Präsidentin des Landes, zuständig für Angelegenheiten von Frauen und Familie, deren Ausführungen IRNA am 27. September 2018 veröffentlichte, sind in der Datenbank die Namen von 3, 6 Millionen weiblichen Haushaltsvorständen registriert worden. Dabei ist klar, daß diese Statistik nicht alle Ernährerinnen erfaßt. Am 24. März 2020 schrieb die staatliche Nachrichtenagentur ILNA: „82% der weiblichen Haushaltsvorstände sind arbeitslos; es fehlt ihnen ein regelmäßiges Einkommen. … Um sozialem Elend zu entkommen, verlegen sie sich auf informelle, sehr riskante Arbeit wie Hausieren in den feuchten U-Bahnen.“

Am 3. Dezember 2019 schrieb IRNA: „Wenn eine Frau einem Haushalt vorsteht, so ist die Wahrscheinlichkeit absoluter Armut größer als bei männlich geführten Haushalten, und die Armut reproduziert den Kreislauf der Verluste und der Probleme.“

Am 31. Mai 2018 sagte Ali Rabii, der damalige Arbeitsminister, es lebten mehr als drei Millionen weibliche Haushaltsvorstände im Iran in absoluter Armut. Doch das korrupte, frauenfeindliche Regime der Mullahs, das so viel von dem Vermögen des iranischen Volkes ausgeplündert hat, unternimmt selbst in der Corona-Krise nichts, um den qualvollen Druck, dem diese Frauen ausgesetzt sind, zu lindern. Die Frauen im Iran erleiden unter der herrschenden religiösen Diktatur doppelt schwere Repression. Die Frauen des Iran haben schon immer die Hauptlast der Repression sowie der sozialen und politischen Benachteiligung getragen. Die einzige Lösung dieser Tragödie, die heute die gesamte Gesellschaft belastet, besonders aber die Frauen, besteht in dem Sturz der religiösen Tyrannei; und dabei werden die rebellischen und frei-heitsliebenden Frauen des Iran die vorderste Front des Kampfes bilden.

Nationaler Widerstandsrat des Iran – Frauenausschuß

den 15. April 2020

Link: https://women.ncr.iran.org/2020/04/15/female-breadwinners-primary-victims-of-the-repressive-regime-during-the-coronavirus-outbreak