Saturday, December 3, 2022
StartNachrichtenMenschenrechteGedenkveranstaltungen zum Jahrestag der Hinrichtung von Reyhaneh Jabbari

Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag der Hinrichtung von Reyhaneh Jabbari

NWRI – Am Sonntag fand eine große Versammlung im Teheraner Behesht Zahra Friedhof statt. Dort wurde an den Jahrestag der Hinrichtung von Reyhaneh Jabbari erinnert.

Das fundamentalistische Regime ließ im letzten Jahr Reyhaneh Jaabari, eine 26 Jahre alte Frau, hinrichten. Ihr einziges „Verbrechen“ bestand darin, sich in Notwehr gegen die Vergewaltigung eines Geheimdienstagenten zu verteidigen. 

Obwohl das Regime versuchte, die Gedenkveranstaltung zu verhindern und Sicherheitskräfte um ihr Grab zusammen zog, nahmen tapfere Iraner, darunter die Familien der getöteten Freiheitskämpfer des Massakers 1988 und der Regimeprotesten 2009, an der Zeremonie teil. Zu den Anwesenden gehörte auch Dr. Mohammad Maleki, der erste Dekan der Universität von Teheran nach der Revolution von 1979, sowie Frau Gohar Eshghi, die Mutter des ermordeten Bloggers Sattar Behesthi, der 2012 in einem iranischen Gefängnis zu Tode gefoltert wurde. 

Agenten in Zivil fotografierten die Teilnehmer beim Verlassen der Gedenkzeremonie. 

Als Reyhaneh Jabbari 19 Jahre alt war, arbeitete sie als Dekorateurin, als sie sich bei einer versuchten Vergewaltigung durch einen Geheimdienstagenten verteidigen musste. Sie bekam sieben Jahre Haft und wurde trotz internationaler Aufrufe zum Retten ihres Lebens am 25. Oktober 2014 hingerichtet. 

Maryam Rajavi, die Anführerin der iranischen Opposition, sagte dazu, dass die Hinrichtung von Jabbari klare politische Motive hatte und das sie selbst unter dem mittelalterlichen Gesetzen der Mullahs unrechtmäßig war. Frau Rajavi rief zu einer unabhängigen internationalen Untersuchung der Hinrichtung von Reyhaneh Jabbari auf. Ihr Fall zeige die willkürliche, außergerichtliche und kriminelle Natur der Todesurteile im Iran, welche seit Rohanis Amtszeit noch einmal drastischer geworden ist.  

Iran: Call to save lives of four prisoners who were juvenile offenders

Iran: Aufruf zur Rettung der Leben von vier jugendlichen Gefangenen 

Das iranische Regime ist weltweit führend im Hinrichten von Kindern und Jugendlichen. Nun werden vier junge Gefangene im Sanandaj Gefängnis mit dem Tode bedroht, die zum Tatzeitpunkt der ihnen zur Last gelegten Verbrechen minderjährig waren. Der iranische Widerstand ruft alle internationalen Menschenrechtsorganisationen, vor allem aber den UN Generalsekretär, den Hochkommisar für Menschenrechte und die Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen sowie die EU und die US Regierung auf, sofortige Maßnahmen einzuleiten, damit diese brutalen Hinrichtungen verhindert werden, die gegen zahlreiche internationale Gesetze und Konventionen verstoßen.  

Yousef Mohammadi (20) und Heeman Orami-nejad (18) waren beide 14 Jahre alt, als sie die Verbrechen begingen, für die sie zum Tode verurteilt wurden. Siavosh Mahmoudi und Amanej Hosseini (Oveissi) waren zum Tatzeitpunkt 17 Jahre alt. Ein weiterer Gefangener mit dem Namen Kiomars Nasseiri, der zur Zeit im Gefängnis von Sanandaj sitzt, wurde als Jugendlicher inhaftiert. Auch ihm droht die Hinrichtung. 

Amnesty Internationale erklärte bereits, dass die Hinrichtung der Gefangenen Fatemeh Salbehi und Samad Zahab, die ebenfalls zum Tatzeitpunkt unter 18 waren, eine „Verhöhnung des Jugendstrafrechts“ ist. Die Menschenrechtsorganisation ergänzt:“ Der Einsatz der Todesstrafe ist grausam, inhuman und unter allen Umständen degradierend, doch wenn sie bei Jugendlichen vollstreckt wird, die für Verbrechen verurteilt werden, zu deren Tatzeitpunkt sie unter 18 waren, dann ist dies besonders abstoßend.“ 

UN Generalsekretär Ban Ki-moon drückte am 19. Oktober 2015 ebenfalls seine „tiefe Trauer“ über die Hinrichtung der jugendlichen Gefangenen durch das iranische Regime aus. Er erklärte:“ Über 700 Menschen sollen laut Berichten alleine in diesem Jahr hingerichtet worden sein.“ Er wies darauf hin, dass dies „die höchste Hinrichtungsrate der letzte 12 Jahre“ ist. Ban Ki-moon rief zudem das iranische Regime auf, ein Moratorium über Hinrichtungen zu verabschieden mit der Perspektive, die Todesstrafe zu beenden. 

Doch das iranische Regime hat die katastrophalen Dimensionen der Unterdrückung mehr und mehr aufgebaut, um vor allem unter den Jugendlichen ein Klima der Angst und des Terrors zu schaffen. Würde das Regime seine Wellen der Unterdrückung und vor allem die Hinrichtungen einstellen, wäre es sehr bald steigenden Protesten, Unruhen und Volksaufständen ausgesetzt. 

Daher erklärte Sadeq Larijani im Hinblick auf die Verurteilung der systematischen und steigenden Menschenrechtsverletzungen im Iran:“ Wir werden niemals von den Gesetzen der Scharia zurück treten. Die Frage islamischer Werte greift auch auf die Qualität der Regierung über und daher haben andere Länder kein Recht, hier einzugreifen.“ Diese Aussagen mach Larijani geschehen im vollen Bewußtsein dessen, dass das iranische Regime Unterzeichner verschiedener Konventionen ist, unter anderem der Konvention zum Schutz der Rechte von Kindern, welches die Hinrichtung von Jugendlichen verbietet. 

Sekretariat des Nationalen Widerstandsrates Iran

25. Oktober 2015