Wednesday, December 7, 2022
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Gehälter iranischer Lehrer von 900$ auf unter 300$ gesunken

„Die Vertreter, die solche Löhne fest setzen, sollen einmal versuchen, nur eine Woche mit einem solchen Lohn zu überleben“.

Die Inflation im Iran ist exorbitant gestiegen und der Wert ausländischer Währungen ebenfalls. Das setzt die iranische Wirtschaft unter großem Druck, vor allem die Lohnempfänger. So müssten zum Beispiel die Lehrer einen Anstieg von 10-20 Prozent ihrer Löhne erhalten, um die aktuelle Inflation auszugleichen. In einer Situation, wo die Preis explodieren, sind kleine Lohnerhöhungen nicht genug, damit diese Menschen zumindest den bisherigen Lebensstandard halten können.

Die Kampagne „Sage Nein zu deiner Lohnabrechnung“ wurde Online von Lehrern gestartet. Dies berichtete am 17. Juli 2018 die staatliche Nachrichtenagentur ILNA und zitiert dabei Reza Moslemi, ein Mitglied der Lehrergewerkschaft von Hamedan, mit den Worten:“ Die spontane Tat der Lehrer ist eine Reaktion auf einen massiven Kaufkraftverlust in den letzten Monaten. Die Lehrer erwarten von der Regierung, dass sie zumindest ihren jetzigen Lebensstandard aufrecht erhält. Sie alle sind mit einer Situation konfrontiert, in der die Regierung für eine exorbitante Inflationsrate gesorgt hat und die Kontrolle über die Wirtschaft verliert. Vor allem die Menschen mit niedrigem Einkommen, zu denen Lehrer und Arbeiter zählen, die schon davor unterhalb der Armutsgrenze waren, fallen nun noch tiefer und sie liegen jetzt an der Grenze zum Verhungern.“

Moslemi weist darauf hin, dass die Kaufkraft noch wichtiger als Lohnanstiege ist. „Selbst wenn die versprochenen Lohnerhöhungen umgesetzt werden. Die Gehälter anderer Angestellter der Regierung werden um 6 bis 20 Prozent steigen. Die Lehrer werden 10 Prozent mehr bekommen und reicht bei weitem nicht, um diesen Kaufkraftverlust auszugleichen.“

Moslemi beschreibt weiter, warum die aktuelle Lohnerhöhung wenig bringt. Er sagt:“ Laut des Gesetzes für Staatliche Dienstleistungen sollen die Löhne proportional zur Inflation angeglichen werden. Die Frage ist jedoch, ob 10 Prozent Anstieg der Löhne der Lehrer wirklich der wahren Inflationsrate des Landes entspricht? Wie viel kostet der gleiche Lebensstandard, der sich in einer kurzen Zeit extrem verteuert hat und wird diese kleine Erhöhung ihn ausgleichen? Und würden die Vertreter, die solche Entscheidungen treffen, auch nur eine Woche in der Lage sein, mit solchen Löhnen zu leben? Warum bekommen nur sie alle Vorteile, während die Menschen mit Einschränkungen leben müssen?“

Moslemi führt fort, dass das ganze Budgetsystem  des Landes nicht effizient ist. Er sagt:“ Seit Jahren ist das Managementsystem des Bildungsministeriums nur darauf bedacht, die Regierung davon zu überzeugen, dass es einen möglichst hohen Betrag aus dem Budget bekommt. Seit Jahren gibt es jedoch spezielle verdeckte Regierungseinrichtungen, die wesentlich mehr bekommen, als das Bildungsministerium. Doch sie haben keinen Sinn für die Gesellschaft und das, obwohl fast alle Soziologen und Politiker im Ausland der Meinung sind, dass das Bildungsministerium die wichtigste Einrichtung eines Landes ist.“

„Wie kann es dann sein, dass sich die Kaufkraft der Lehrer verschlechtert? Um eine Antwort darauf zu finden, müssen wir den jetzigen Anstieg der Löhne beiseite lassen und auf die Straßen gehen, um heraus zu finden, wie sich Lehrer wirklich fühlen und wie sie mit ihren Einkünften ihren Lebensunterhalt bestreiten“.

Moslemi vergleicht die Kaufkraft der  Lehrer von heute mit 2011. Er sagt:“ 2011 war das Jahr, wo die jetzige Inflation begann. Damals stieg der US Dollar von 10.000 auf 20.000 iranische Rial an. Der durchschnittliche Lohn des Lehrers betrug 900$ im Monat. Heute bekommt der Lehrer real nur noch 300$, wenn er 3 Millionen Tomans im Monat verdient. 

„Dieser starke Verfaß der Kaufkraft ist wirtschaftlich mit einem Erdbeben zu vergleichen und er betrifft jeden Aspekt des Lebens dieser Menschen.“

„Alle Lohnabhängigen, auch Lehrer, leiden an dieser plötzlichen Entwicklung der Wirtschaft des Landes und niemand übernimmt dafür die Verantwortung. Die Regierung beschuldigt die Rentner, die Parlamentarier die Regierung. Wir, die Lohnabhängen, sind diejenigen, die darunter leiden.“

„Die zentralen Fragen der Wirtschaft müssen gelöst werden oder unsere Probleme und die Fragen der Finanzierung des Lebensunterhaltes werden weiter bestehen bleiben, auch wenn die Lehrer 10% mehr Gehalt bekommen.“