Friday, February 3, 2023
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GEW verurteilt die Hinrichtung von iranischem Lehrer Farzad Kamangar

Farzad Kamangar et ses élèvesGEW – Die Bildungsgewerkschaft

In den frühen Morgenstunden des 9. Mai wurden der Lehrer und Gewerkschafter Farzad Kamangar und vier weitere politische Gefangene im Iran hingerichtet. Der GEW-Vorsitzende Ulrich Thöne verurteilt die Tötungen.
Mit Empörung, Wut und Sorge haben Gewerkschaften und Menschenrechtsorganisationen weltweit auf die Hinrichtung des Lehrers Farzad Kamangar reagiert. Der Kurdisch-Iranische Gewerkschafter Kamangar und seine vier Mitgefangenen Ali Heydarian, Farhad Vakili, Shirin Alam-Houli and Mehdi Eslamian wurden hingerichtet, weil sie in Opposition zum herrschenden Regime im Iran standen.

Die Hinrichtung erfolgte geheim im Teheraner Evin Gefängnis am frühen Morgen des 9. Mai 2010. Der 35 Jahre alte Kamangar war Mitglied der kurdischen Lehrergewerkschaft im Iran und saß im Gefängnis wegen „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ sowie „Feindschaft zu Gott“. Im Februar 2008 hatte ein Gericht in Teheran Kamangar nach einem unfairen, nur wenige Minuten dauernden Verfahren, zum Tode verurteilt. Während der Zeit im Gefängnis war er Folter und psychologischem Druck ausgesetzt.

Der GEW-Vorsitzende Ulrich Thöne, der sich in der Vergangenheit mehrfach bei der iranischen Regierung und dem iranischen Botschafter in Berlin gegen die Vollstreckung des Todesurteils und für die Menschenrechte von Farzad Kamangar eingesetzt hatte, verurteilte die Hinrichtung auf das Schärfste: „Das Regime in Teheran missachtet systematisch Menschen- und Gewerkschaftsrechte und schreckt auch vor staatlichem Mord nicht zurück. Die Hinrichtung Farzad Kamangars ist eine abscheuliche Tat.“ Der Generalsekretär der Bildungsinternationale, Fred van Leuuwen, äußerte sich besorgt über das Schicksal weiterer Gewerkschafter, die in iranischen Gefängnissen inhaftiert sind. Die Bildungsinternationale fordert vom Iran ein sofortiges Moratorium der Hinrichtungen, die Anerkennung freier Gewerkschaften sowie die Einhaltung grundlegender Menschenrechte wie das Recht auf körperliche Unversehrtheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung.

Die Bildungsinternationale ruft weltweit dazu auf, bei der Regierung in Teheran und den iranischen Botschaften gegen die Tötung Kamangars zu protestieren und dabei gleichzeitig die Freilassung der noch inhaftierten Lehrergewerkschafter Rasoul Bodaghi, Hashem Khastar, Bahman Goudarzzade und Abdolresa Ghanbari zu fordern. Protestbriefe sollten in Englisch oder Deutsch formuliert und an folgende Adressen geschickt werden:

• President of the Islamic Republic of Iran
His Excellency Mahmoud Ahmadinejad
Palestine Avenue, Azerbaijan Intersection
Tehran 13168-43311
Islamic Republic of Iran
E-mail: 

• Supreme Leader of the Islamic Republic of Iran
Ayatollah Sayyid Ali Khamenei
Islamic Republic Street – End of Shahid Keshvar Doust Street
Tehran
Islamic Republic of Iran
Email: 

• Botschaft der Islamischen Republik Iran
S.E. Herrn Mohammad Mehdi Akhondzadeh Basti
Podbielskiallee 65-67, 14195 Berlin
Fax: 030-8435 3535
E-Mail: 
 
http://www.gew.de/Iran_Farzad_Kamangar_hingerichtet.html